Gruene Tulpe - FGZ Berlin:3:5

Das Fussballjahr hätte wettermäßig schöner anfangen können, denn der Anpfiff in die neue Saison erfolgte bei nasskalten Temperaturen und Regen. Nichtsdestotrotz waren alle froh, dass das runde Leder jetzt endlich wieder rollt. Und einige waren sicher auch froh, endlich etwas gegen den angesetzten Winterspeck zu tun, der sich bei dem ein oder anderen in der Spielpause offenkundig angesammelt hatte.

Und die Kondition sollte letztendlich auch das Spiel entscheiden. Der Gegner - die FGZ Berlin- war jedenfalls konditionell sehr gut aufgestellt. Gegen die FGZ hatte die grüne Mannschaft zwar zuletzt knapp mit 2:1 gewonnen, doch war es damals ein eher glücklicher Sieg. Die Tulpen wussten also, dass sie an diesem Abend ein harter Fight erwartet und gingen gleich etwas defensiver in die Partie. Ihr Teamchef Sebastian Wienges konnte zwar an diesem Abend zwar nicht selbst ins Geschehen eingreifen, doch hatte er Mannschaftskapitän Born seine Aufstellung mit auf den Weg gegeben.

Und es sah zunächst ganz vielversprechend aus was die grüne Mannschaft da auf dem Lichtplatz zeigte. Das Bällchen lief überraschend flüssig auf dem klitschigem Nass. Der Tulpe gelangen schnelle Vorstöße und so sprangen gleich einige gefährliche grüne Ecken heraus. Eine von rechts sollte das 1:0 fuer die gruene Mannschaft bringen. Born schiesst scharf von rechts mit links auf Hoehe des Fuenfers. Der FGZ-Keeper will die klitschige Pflaume pflücken, wird aber vom eigenen Mann behindert und -zack- da steht schon der aufmerksame Andre Bornstein bereit und knallt das Leder aus weniger als fünf Metern in die FGZ-Maschen. So steht es wie aus heiterem Himmel aber regnerischen Wetter nicht unverdient 1:0 für die grüne Fraktionsmannschaft.

Und die spielt weiter nach vorne, will jetzt gleich nachlegen. Das Bällchen läuft jetzt aber nicht mehr so rund durch die Tulpe-Reihen, denn die FGZ erhöht jetzt ihrerseits das Tempo. Die Tulpen werden jetzt deutlich schneller attackiert und besonders im Mittelfeld unter Druck gesetzt. Das hat jetzt einige Probleme beim Spielaufbau und viele Bälle gehen unnötig verloren. Wir schreiben die 25.Minute und einer dieser verlorenen Bälle landet beim starken 10er der FGZ. Der schcikt seinen schnellen Linksaußen auf die Reise Richtung Tulpe-Strafraum. Tulpen-Außenverteidiger Hake kann seinen Gegenspieler gerade noch in letzter Minute abfangen und schießt den Gegner clever an. Abstoß. Denkste. Der Unparteiische hat es anders gesehen und zeigt zur Ecke. Während die grüne Abwehr noch diskutiert, fliegt das Leder ins Getummel. Irgendwie buchsiert dann ein langes FGZ-Bein das Runde zum 1:1 Ausgleich ins Eckige. Der Ärger bei den Grünen ist verständerlicherweise groß, aber am Ausgleich ist nicht mehr zu rütteln.

Während sich also Hake& Co noch über die Ungerechtigkeit ärgern, macht Born den Burgsmueller. Kaum eine Minute nach dem unglücklichen Ausgleich, attackieren die Tulpen-Stürmer schon im gegnerischen Strafraum und Born lauert dem FGZ-Verteidiger auf. Der schickt einen verunglückten Pass zum eigenen Keeper und darauf hat der grüne Kapitano gewartet. Der Keeper trödelt rum und da spitzelt ihm Born das Leder "wie der olle Manfred" ab und schießt gemuetlich zur 2:1 Fuehrung ein. Kurz darauf hat Born noch die Chance zum 3:1, als ihn Boegle schön im Strafraum in den Fuss spielt, doch Born versemmelt diese Großchance. Danach pfeifft der Schiri zum Pausentee.

Zur Halbzeit steht es also 2:1 für die Grüne Tulpe. Und die ist selbst von sich und ihrer Leistung überrascht. Doch das hohe Tempo hat bei einigen Spielern deutliche Spuren hinterlassen. Daher startet die grüne Fraktionsmannschaft gleich etwas defensiver in die zweite Hälfte. Die FGZ erhöht kurz nach dem Wiederanpfiff aber nocheinmal das Tempo und drückt dadurch die grüne Mannschaft hinten rein. Der gute Tulpe-Keeper Meyer hat jetzt alle Haende voll zu tun und die grüne Abwehr um Witt, Griebenow und Hake ist unter Dauerbeschuss. So dauert es auch nicht lange und die FGZ  erzielt fünf Minuten nahc Wiederanpfiff den verdienten 2:2 Ausgleichstreffer. Die grünen Kicker spielen jetzt erst recht verunsichert und kriegen den Ball einfach nicht mehr aus der eigenen Hälfte. Schon wieder ein Ballverlust im Mittelfelds und es folgt eine schöne Kombination der FGZ. Im Doppelpass schließt die FGZ zur 3:2 Führung ab. Dabei sind noch gute 30 Minuten zu spielen. Folgt jetzt ein Debakel. Nein, denn jetzt wacht die Grüne Tulpe endlich wieder auf.

Sie will nicht untergehen und kämpft trotz merk(e)licher Konditionsmängel aufopferungsvoll gegen die drohende Niederlage. Und der Kampf gelingt, denn sie nimmt fuer mindestens zehn starke Minuten wieder das Heft in die Hand. Jetzt ist die FGZ unter Druck und kann sich in dieser grünen Drangphase oft nur noch durch Fouls behelfen. Drei Freistöße auf Strafraumhöhe, geschossen von Born, Bornstein und Dambe verpuffen. Erst eine der vielen erkämpften Ecken führt dann zum Erfolg. Born diesmal von links mit links auf Bornstein. Der köpft gegen den Pfosten, von dort findet der Ball irgendwie wieder ein FGZ-Bein, doch diesmal geht das Ding ins eigene Netz und es steht 3:3.

Jetzt sind noch knapp 15 Minuten zu spielen und die Tulpe wird überheblich. Sie sieht jetzt sogar die Chance zum Sieg. Und die Tulpe hat sogar ihre Chancen. Mal ist es Dutschke, der kurz vorm Einschießen noch gestoppt wird, dann Born, der das Leder übers Tor knallt und schliesslich Kurdziel, der beinahe zur Fuehrung einköpft. Doch es kommt anders. Eine alte Fußballweisheit. Ein langer Abschlag des FGZ-Torhueters will Tulpe-Libero Witt volley weghauen, doch er trifft den Ball nicht richtig und auf den Querschläger hat der gegnerische Stürmer gewartet. Der kann den Ball unter Kontrolle bringen und läuft alleine auf den einsamen Tulpe-Kepper Meyer zu. Im richtigen Moment passt der FGZler wunderschön uneigennützig quer auf seinen mitgesprinteten Kollegen. Der muss das Baellchen nur noch berühren und es steht 4:3.

Die Tulpe muss jetzt Alles oder Nichts spielen und wirft nocheinmal alles nach vorne. Und das obwohl schon viele Tulpen stehend k.o. sind. Und das kann natürlich nicht gut gehen. Ein weiterer erfolgreich abgeschlossener Konter der FGZ besiegelt dann die 5:3 Niederlage der Tulpe.

Fazit: Die Grüne Tulpe konnte nur eine Halbzeit das hohe Tempo gegen eine stark aufspielende FGZ mitgehen und ihre nicht unverdiente 2:1 Fuehrung halten. Ab der zweiten Hälfte brach die Tulpe dann ein und die fehlende Kondition machte den Gegner unnötig stark. Das führte dann zu den zwei schnellen Gegentreffern. Zwar kam die Tulpe durch eine letzte Energieleistung nocheinmal zurück ins Spiel und konnte ausgleichen, doch danach galt es auch noch weitere 15 Minuten zu "überleben" und das war in diesem ersten Saisonspiel einfach zu viel. Die Tulpe überschätzte einfach ihre Kräfte und so konnte es dann schliesslich auch nicht gelingen, das mögliche Unentschieden zu verteidigen.