Grüne Tulpe - Hertie School of Governance: 7:2

Natural Born Shooter

2007 wird als das Jahr der grünen Rekordtorjäger in die Geschichte eingehen. Im Frühjahr durchbrach Markus "El Presidente" Kurdziel als erster grüner Fussballspieler die magische 200er Rekordmarke im Dress der Grünen Tulpe. Nun, ein paar Monate später, noch rechtzeitig vor Saisonende, folgt ihm Tulpen- Kapitano Kristoffer Born in den grünen 200er Salon. 

Die Mannschaft von Hertie School of Governance war vorher gewarnt worden. Nach langer Pause sollte das gefürchtete Tulpen-Sturmduo Kurdziel und Born über sie hereinbrechen. Und so kam es dann schließlich auch. Obwohl zunächst sah es eigentlich eher nach Sturmflaute aus. Wenn man es gut meint, könnte man sagen: Es war die Ruhe vor dem Sturm. Denn was die grüne Mannschaft in der ersten Halbzeit trotz starker Besetzung da ablieferte, war mehr als dürftig. Das junge Team der Hertie School of Governance dagegen spielt gleich wild drauf los und erfrischend offensiv.

Die Grüne Tulpe findet anfangs einfach nicht ins Spiel. Vielleicht lag es auch daran, dass eine Tulpe den Gegner eingestellt hatte. Marek Dutschke, sonst als flinker Rechtsaußen bei der Grünen Tulpe bekannt, führte ausnahmsweise die Mannschaft der Hertie School an und wusste seine Mannschaft auf die Premiere gut vorzubereiten. Und die gerade gegründete Mannschaft machte ihre Sache sehr gut. Trotz technischer Unterlegenheit spielte Hertie in der ersten Hälfte den besseren Fussball.  

Die Tulpe bewegte sich insgesamt viel zu wenig und ein Zusammenspiel war als solches am Anfang nicht zu erkennen. Dazu kamen Fehlpässe am laufenden Band. Einer fand kurz vor dem eigenen Strafraum statt und der Gegner bedankte sich artig mit der 1:0 Führung. Wie als hätte Hertie-Stürmer Niklas seine Uhr gestellt, kam auch schon pünktlich in der 15 Minute der erwartete grüne Fehlpass. Alleinstehend vor Tulpe-Keeper Jochen Hake hatte der keine Mühe das Leder scharf unten rechts zum 1:0 einzuschieben.

Bei der Tulpe musste jetzt was passieren. Doch es passierte erstmal nix. Zu diesem Zeitpunkt rechnet Tulpe-Kapitän Born überhaupt nicht damit, dass er sich an diesem Abend noch in die grünen Geschichtsbücher würde eintragen können. Er selbst hatte noch keine Torgelegenheit und seine Mannschaft spielte Rumpelfussball. Hertie SOG dagegen spielte engagiert und nach ihren Möglichkeiten. Die Hertie-Abwehr hielt, nicht zuletzt auch aufgrund ihrer starken Verteidigerin Jamie, die zuletzt auch mal für die Tulpe einen klasse Libero spielte.

Es dauerte ganze 30 Minuten bis die Tulpe endlich aufwachen sollte. Nicht ohne Zufall riss ein gut erholter Urlauber die Grüne Tulpe aus ihrem Tiefschlaf. Tresfore Dambe, gerade wieder aus Südafrika gelandet, setzte sich im rechten Mittelfeld dank einer tollen Einzelleistung gut durch. Auf Höhe des gegnerischen Strafraums zieht er mit seinem starken linken Schlappen ab und das Runde fliegt unhaltbar ins Eckige: 1:1. Nach diesem wichtigen Ausgleichstor kehrt endlich mehr Ruhe ins Spiel der Tulpe. Doch zunächst geht es mit dem Remis in die Pause.

Mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit sieht man plötzlich eine andere Tulpensorte auf dem Feld. Die grünen Männchen zeigen, dass sie sich doch bewegen können und das auch im Spiel ohne Ball. Es wird jetzt schön über Außen gespielt und so ergeben sich immer wieder Chancen für die grüne Mannschaft. In der 55. Minute zieht dann Tulpetank Hartwig Mayer mal aus 20 Metern ab und der hoch gewachsene Hertie-Schlußmann kann gerade noch zur Ecke klären. Die, getreten von rechts mit links von  Tulpen-Captn Kristoffer Born, sollte es in sich haben. Obwohl ihm Tulpen-Mittelfeldstratege Ratimir Britvec in den letzten Jahren immer wieder verboten hatte, Ecken direkt verwandeln zu wollen, musste Born es natürlich mal wieder versuchen. Lange Rede kurzer Sinn, das Ding ist drin! 2:1 Führung für die Grüne Tulpe.

Von da an sieht man nur noch ein Spiel auf ein Tor. Das von "Hertie BSC". Denn jetzt müssen die Hertieaner ihrem hohen Tempo aus der 1. Hälfte Tribut zollen. Ohne Training konditionell verständlicherweise nicht auf der Höhe der Zeit, können sie nur noch Entlastungsangriffe starten. Die Tulpen- Maschine dagegen läuft jetzt erst so richtig warm. Die regenerativen Energien werden optimal genutzt und die CO2-Bilanz stimmt ebenfalls. Dann, wieder eine Tulpen- Ecke von rechts. Wieder Born. Doch diesmal hält der sich an das Britvec- Verbot und schlägt die Ecke mal auf Höhe des 11-Meter-Punktes. Kurze Verwirrung im Hertie-Strafraum und wieder steht mit Andre Bornstein ein Grüner goldrichtig und schießt locker zum 3:1 ein.  

Dann geht es Schlag auf Schlag. Sekunden nach dem erneuten Anstoß der Hertie School of Governance hat schon wieder die Tulpe den Ball. Aufgepasst, nun folgt der schönste Angriff des gesamten Spiels mit einer grünen Ballstafette wie aus dem Lehrbuch. Alex Bögle passt quer in die Mitte auf Hartwig Mayer, der im wunderbaren Doppelpassspiel mit Linksaußen Asgar Ergin. Dersetzt sich schön durch und läuft bis zur Grundlinie durch, flankt direkt in den Fuß des mitgelaufenden Ralf Südhoff und da klingelt es schon wieder im Hertie-Kasten. 4:1

Weiter geht's. Wieder ein grüner Angriff, diesmal über rechts. Jochen Hake, der zur Pause seine Torhüterposition gegen das rechte Mittelfeld eingetauscht hatte, passt wunderschön auf Kristoffer Born, der flankt gleich weiter in den Strafraum auf seinen winkenden Präsidenten. Markus Kurdziel fackelt wie immer nicht lange und trifft zum verdienten 5:1.

75. Minute. Die Hertie-Truppe gibt trotz des Spielstandes und einigen Krämpfen nicht auf. Und dies wird auch belohnt. Nach langer Zeit gelingt mal wieder ein Entlastungsangriff und der grüne Strafraum kommt in Reichweite. Die Tulpe kriegt den Ball nicht raus und wieder steht ein Hertie-Spieler am richtigen Platz. Tulpe -Torhüter Christian Meuschke, in der ersten Halbzeit noch Verteidiger, ist chancenlos. Der plaziert geschossene Ball findet sein Ziel und es steht nur noch 2:5.

Doch es sind nur noch 10 Minuten zu spielen und die Tulpe lässt nichts mehr anbrennen. Erneut ein Angriff über links. Tresfore Dambe und Asgar Ergin spielen sich das Bällchen schön rund und geben es danach weiter auf Hartwig Mayer. Der passt in unnachahmlicher "Uwe-Bein- Manier" in die Gasse zu Bornstein. Der nimmt sich des einsamen Bällchens an und rennt Richtung Hertie-Gehäuse. Wie schon 18 Mal in dieser Saison legt Bornstein auch dieses Ei sicher ins Nest. 6:1

Kapitän Born, der brav mitgelaufen war, hatte für einen kurzen Moment auf einen Querpass von Bornstein gehofft und vom 200 Treffer geträumt, aber in diesem Moment war es doch nur ein Wunschtraum. Jetzt war nur noch eine Minute zu spielen und Born hatte sich schon damit abgefunden, dass es heute nix mehr mit der runden 200. wird. Doch ein Spiel ist bekanntlich erst vorbei, wenn der Schiedsrichter abpfeift.

92. Minute. Die tapfer kämpfenden Hertie-Kicker holen noch eine letzte Ecke raus. Die wird von der grünen Abwehr abgefangen. Ein langer Pass nach vorne. Mayer schickt Ergin, der mutterseelenallein in den Strafraum sprintet. Wieder läuft Born mit. Obwohl selbst in aussichtsreicher Position gönnt Ergin seinem Kapitän das lang ersehnte Jubiläumstor und passt quer in die Mitte. Mit links schiebt Born das Ding in die Maschen und mit seinem 200. Tor pfeifft der Schiri die historische Partie ab.

Fazit: Es war ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Nach schwachem Beginn fand die Grüne Tulpe erst sehr spät ins Spiel. Die junge Hertie-Mannschaft spielte eine starke erste Halbzeit, konnte aber das Tempo in der 2. Hälfte nicht mehr halten. Die Tulpe kam wie verwandelt aus der Halbzeit und nutzte die konditionellen Schwächen des Gegners eiskalt aus. Alles in allem ein völlig verdienter Sieg der Grünen Tulpe, auch wenn er vielleicht ein wenig zu hoch ausfiel.