Grüne Tulpe - Hertie School of Governance: 9:0

Eine Tulpe macht noch keinen Frühling. So oder ähnlich konnte eine Überschrift des nasskalten Fußballabends am vergangenen Montag im Poststadion lauten. Die Tulpe war in diesem Fall Marek Dutschke, der ausnahmsweise mal nicht im grünen Dress auflief, sondern "seine" zweite Mannschaft anführte-die von Hertie School of Governance. Er musste wissen, worauf er sich da eingelassen hatte. Eine junge zusammengewürfelte Truppe, die nur selten als Mannschaft zusammenspielt, hatte im letzten Jahr eine derbe 7:2 Schlappe gegen die Tulpe hinnehmen müssen. Diesmal sollte es ganz anders werden sagte sich wohl "Teamchef" Dutschke: der eigenen Tulpe mal Feuer unterm Arsch machen und vielleicht sogar gewinnen. Doch es sollte ein Wunschtraum bleiben, wie der weitere Abend eindrucksvoll zeigen sollte. Aber fangen wir mal von vorn an.

Aufstellung/Taktik:

                                                                    TOR

                                                                Meuschke

R.V.                                                        I.V.                            I.V.                                    L.V.

Griebenow(2. von Beckerrath)           Witt                            Bornstein (2. Mayer)      Dambe

 

R.M.                                                     Z.M.                            Z.M.                                    L.M.

von Beckerrath (2.Brockhagen)        Britvec                        Mayer (2. Bornstein)        Bögle

 

                                                            R.S.                            L.S.

                                                            Südhoff                    Born

Die grüne Mannschaft musste erneut auf ihren Teamchef Wienges verzichten, war jedoch alles in allem mit zwölf starken Tulpen am Start. Beide Mannschaften begannen mit einem 4-4-2, wobei die Tulpe wieder mit eingespielter Viererkette auflief. Das hatte Hertie als nicht eingespieltes Team nicht zu bieten und kam um einen Libero nicht herum. Die Hertie School hatte dafür gleich mehrere Auswechselspieler dabei und zudem zwei spielstarke Frauen mit an Bord.

Anpfiff: Für viele Beobachter überraschend, war es nicht die grüne Mannschaft, die von Anfang an Dampf machte, sondern die Gäste.  Die grüne Abwehr um Witt, Bornstein, Griebenow und Dambe hatte gleich zu Beginn überraschend viel zu tun. Die vielen neu "eingekauften" Einzelspieler bei "Hertie BSC" sorgten zunächst dafür, dass die Tulpe einfach nicht in ihr Spiel fand. Somit gehörten die ersten 25 Minuten klar den "Uni-Bombern", die ein ums andere Mal gefährlich vors grüne Tor kamen. In der 12. Minute strich ein Hertie-Weitschuß auch nur knapp am Gehäuse von "Greenkeeper" Meuschke vorbei. Gerade die grünen Innenverteidiger Witt und Bornstein hatten in dieser Phase alle Hände voll zu tun, da fast alle Hertie-Angriffe "ab durch die Mitte" rollten. 

Doch mitten in die wütenden Angriffe von Hertie fiel dann doch das 1:0 für die Grüne Tulpe. Was war passiert? Die grüne Minna hatte eine Ecke rausgeholt und die  sorgte für gehörig Unruhe im Hertie-Strafraum. Der Hertie-Abwehrabteilungsleiter kann den Ball nicht richtig klären und auf Höhe des 16ers rollt das Leder auf die ungedeckte Tulpe Hartwig Mayer zu. Der  hat freie Schußbahn und zieht sofort knallhart und platziert ins linke Eck ab. Der Hertie-Schlussmann kommt zwar mit seinem Flossen noch dran aber das Ding ist trotzdem drin. Die grüne Führung ist zu diesem Zeitpunkt unverdient, aber sie ist da.

Die Hertie School ob des Rückstand kurz geschockt spielt jetzt noch offensiver, oft aber auch ein wenig übermotiviert. Wie auch einige Grüne in Zweikämpfen zu spüren bekamen. Nun denne, während Hertie jetzt unbedingt den Ausgleich erzwingen will, geht in ihrer Abteilung schon wieder ein wichtiger Ball im Mittelfeld verloren. Die Tulpe schaltet erneut schnell und mit einem schönen langen Konterpass von Mayer wird Stürmer Kristoffer Born schön auf die Reise geschickt. Der grüne Captn fackelt nicht lange und knallt aus gut 18 Metern das Bällchen unhaltbar zum 2:0 ins Hertie-Eck. Damit geht es in die Halbzeit.

Halbzeit: Die Tulpe stellt in der Pause nur geringfügig um. Torschütze Mayer tauscht seine Mittelfeldposition mit Bornstein und Andreas von Beckerrath rückt für den zehenverletzten Christian Griebenow auf die rechte Verteidigerposition.

Die zweite Hälfte fängt zunächst dort an, wo die erste aufgehört hat. Verbissen versuchen die Spieler der Hertie School das Spiel jetzt rumzureißen, doch es wird weiterhin nicht als Team zusammengespielt. Die Tulpe macht im Mittelfeld die Räume enger und zwingt den Gegner so zu weiteren Fehlern. Immer wieder fängt die grüne Mannschaft die Bälle ab und spielt dann den kontrollierten Pass nach vorne. Insbesondere der grüne Balkanmaradona Ratimir Britvec lenkt und ordnet das grüne Offensivspiel. In der 55. Minute heißt es erneut Ecke für die Tulpe. Diesmal segelt wieder eine dieser gefährlichen grünen Ecken von rechts in den Hertie-Strafraum und wieder ist Alarm. Tulpe-Stürmer Ralf Südhoff nutzt das Getümmel und schiebt erfolgreich zum 3:0 ein.   

Die Hertie School gibt sich trotzdem nicht auf, weiß aber irgendiwe kein Mittel gegen das kontrollierte Spiel der Tulpe. Während Dutschke seine Verteidigerposition inzwischen gegen Sturm eingetauscht hatte und für Hertie in grüner Hose erfolglos stürmte, dominiert weiter die Tulpe das Geschehen. Um die 60. Minute folgt die schönste Kombination der grünen Mannschaft an diesem Abend, die von Mittelfeldläufer Dietrich mit einem schulmäßigen Rechtsschuss aus Strafraumhöhe zum 4:0 abgeschlossen wird. Sogar Johan Cruyff hätte sich spätestens jetzt genüßlich eine Zigarette angezündet

Apropos Zigarette. Die hätte sich wahrscheinlich auch der grüne Mittelfeldstratege Britvec zu diesem Zeitpunkt gerne angezündet, aber er musste heute ausnahmsweise durchspielen. Und das war gut so, denn sein nächster Pass wird ein Zuckerpässchen. Während nämlich Hertie seine Abwehrabteilung sträflich vernachlässigt und nur noch blind anstürmt, landet der Ball bei besagtem Britvec, der nur kurz schaut und wunderschön auf den stürmenden Abwehrrecke Stefan Witt durchsteck. Ja, richtig gehört: auch für viele Tulpen überraschend steht plötzlich plötzlich Abwehr-Witt im gegnerischen Strafraum und will dem Gegner auch mal einschenken. Der Hertie-Keeper wirft sich aber in letzter Sekunde dazwischen und kann so noch zur Ecke klären. Diese wiederum hereingegeben von Born landet direkt auf dem Kopf von -genau- "Abwehrstürmer" Witt. Der lässt sich jetzt nicht zweimal bitten und köpft lässig zum 5:0 ein. Na siehste, geht doch, sagt sich Witt und ordnet sich wieder hinten ein.

Nur wenige Minuten später heißt es dann erneut Ecke für die Tulpe. Born schlägt wieder rein und diesmal steigt der starke Bornstein auf und köpft ein. Jetzt heißt es sogar schon 6:0.

Danach rollt das Leder natürlich noch souveräner durch die grünen Reihen. Es folgt  ein schöner Angriff nach dem anderen. Noch sind gut 15 Minuten zu spielen. Hertie stürmt weiter planlos mit offenen Visier und so kommt wie es kommen muss. Die Tulpen erkämpfen sich das Leder im eigenen Strafraum und Mayer drischt es aus der Gefahrenzone. Der Ball fliegt und fliegt und doppt nach guten 50 Metern kurz vor dem letzten Hertie'aner in der eigenen Hälfte auf. Doch der Libero verschätzt sich und auf diesen Moment hat Tulpestürmer Born nur gewartet. Der Ball springt über den letzten Mann, Born schnappt sich das Bällchen und hat dann nur noch den Keeper vor sich. Er lässt dem Keeper keine Chance und schiebt platziert rechts unten zum 7:0 ein.

Jetzt fragen sich Tulpen wie Hertie School, ob das Ergebnis wohl noch zweistellig ausgehen wird. Doch nach dem 7:0 ist auch die Tulpe ein wenig nachlässiger mit der Abwehrarbeit und die Hertie School bekommt doch noch ihre große Chance zum Anschlusstreffer. Ein schöner Angriff über den stürmenden Dutschke führt zu einem Unikat in der zweiten Halbzeit. Wir notieren nämlich eine Ecke für die Hertie School. Von rechts fliegt das Runde in den grünen Strafraum und ein Hertie'aner nimmt sich ein Herz und zieht aus knapp fünft Metern ab. Tulpe-Torhüter Meuschke, der nahezu die ganze zweite Hälfte alleine hinten frieren musste, packt die Fäustlinge aus und pariert mit einer unglaublichen Glanzparade. Nicht nur das: Auch den auf dem Fuße folgenden Nachschuss wirft er sich todesmutig entgegen und begräbt das Ding schließlich sicher unter sich. Von wengen Deutschland hat ein Torwartproblem. Jogi, unser Meuschke muss mit zur EM!

Also nix mit Anschlusstreffer für Hertie. Und es sind immer noch 10 Minuten zu spielen. Die Grüne Tulpe hat noch nicht genug und will weiter fleißig was für die Tordifferenz machen. Ein weiterer Angriff der Tulpe landet auf dem Fuß von Andre Bornstein, der nicht anders kann, als das 8:0 zu markieren.

Kurz vor Schluß ist es dann noch Tulpe- Stürmer Südhoff vorbehalten, aus quasi unmöglichen Winkel a'la van Basten das Bällchen von rechts mit rechts zum 9:0 Endstand im Hertie -Gehäuse unterzubringen. Schluß!

Fazit: Die Grüne Tulpe hat dank einer sensationellen zweiten Halbzeit verdient gegen die Hertie School gewonnen, auch wenn der Sieg am Ende viel zu hoch ausgefallen ist. Die Tulpe bestrafte an diesem Abend einfach gnadenlos jede Unaufmerksamkeit in der löchrigen Hertie-Deckung und spielte sich in einen Rausch. Die Hertie School um Marek Dutschke konnte einem fast Leid tun, denn gerade in der ersten Halbzeit hatte die Truppe gezeigt, welches Potential in ihr steckt. Doch sie unterschätzte, wie wichtig regelmäßiges Spielen und vor allem Teamarbeit beim Fußball ist. Darin sind sicher die Hauptgründe für die hohe Niederlage zu sehen. In diesen Punkten zeigte dafür die Grüne Tulpe, in welch ausgezeichneter Verfassung die Mannschaft gerade steckt. Weiter so!