Grüne Tulpe- Nationalmannschaft der Autoren

Ein Schuss, ein Knall, eine Leiche!

Lesen wir das gute Buch ausnahmsweise mal vom Ende her. Da gibt es zum Schluß die Leiche und der Mörder war nicht ein Gärtner, sondern ein Autor. Und beides, die Leiche und der Täter des vergangenen Montagskrimis waren klar identifiziert worden. Tatort war das Poststadion in der Leehrter Straße ganz in der Nähe des Bahnhofsviertel gegenüber dem Knast. Dort auf dem dunklen Lichtplatz lag niemand Geringeres als die wundeschöne grüne Statistik gegen die Nationalmannschaft der Autoren. Was war passiert und vor allem wie konnte das passieren? Dies soll nun anhand von Aufzeichnungen von Augenzeugen kurz rekonstruiert werden.

Am Anfang war der Donner und der Blitz. Dunkle Wolken über dem Poststadion. Der schwarze Mann inmitten der beiden Kontrahenten blickte gen Himmel und entschied auf Anpfiff. Alle Beteiligten atmeten zunächst auf und ließen dem Spiel ihren Lauf. Die schreibende Zunft, diesmal auf dem Spielfeld der Eitelkeiten kämpfte sich ganz uneitel in die verbotene grüne Zone. DIe Grüne Tulpe wurde von den Autoren gleich zu Anfang stark unter Druck gesetzt und beinahe wäre sie auch kalt erwischt worden. Doch das eiskalte Händchen von Tulpe-Torhüter Christian Meuschke verhinderte zunächst noch Schlimmeres.

 Während die Partie danach ein wenig verflachte und die Doppelnull stehen blieb, folgte aus nicht mehr ganz heiterem Himmel der Anschlag -von oben. Ein Blitzregen, andere wollen einen Monsun gesehen haben, ließen die runde Kugel und seine Mitstreiter nahezu unberechenbar werden. Plötzlich, so bezeugen es alle nassen Augenzeugen, traf die Kugel auf Strafraumgrenze mit Hartwig Mayer eine gefährliche grüne Tulpe. Dieser zog unbarmherzig ab und traf ins Schwarze. Kurz danach hätte beinahe auch Tulpe-Kapitano Kristoffer Born zum 2:0 eingenetzt, doch der letzte Mann im Autorengehäuse entschärfte durch einen tollen Reflex den zweiten grünen Anschlag.

Trotz Rückstand ließen sich die Schriftsteller auf dem Platz nicht beirren. Sie gingen vielmehr zum Gegenangriff über. Es dauerte gar nicht lange und das Leder lag tatsächlich im grünen Kasten. Danach ging es hin und her und die Kontrahenten kämpften nun mit offenem Visier. Chancen zum Vorteil der einen oder anderen Seite gab es reichlich, doch es waren die Schreiberlinge die kurz vor dem Pausentee zum 2:1 einschenkten. Das hatte sich -wie gemunkelt wird- die Grüne Tulpe selber zuzuschreiben, denn hinten und vorne lief nicht viel zusammen und der Chancentod wurde auch wieder im gegnerischen Strafraum gesehen.

Der kleine unparteische Mann in schwarzer Kleidung pfiff die zweiten 45 Minuten an und die sollten es noch in sich haben. Die grauen Männer der grünen Tulpe wollten den Ausgleich und spielten noch offensiver. Dann plötzlich ertönt im Schriftsteller-Strafraum ein lauter Pfiff. Ein Autor hatte eine dort stehende Tulpe erwischt und unschön umgerissen. Ein Fall für Ergin. Asgar unter der Haube legt sich das Runde auf den Punkt und schießt scharf, aber daneben. Es bleibt bei der Autorenführung. Die Tulpe nun sichtlich nervös will den Ausgleich nun erzwingen und läuft ins offene Messer. Ein fulminanter Fehlpass eines grünen Hintermannes eröffnet dem dreifachen literarischen Quartett den Konter des Spiels. Ein langer Autorenpass in die hohle Gasse. Es riecht kurz nach Abseits, doch der Mann mit der Pfeife lässt weiterlaufen und der schnelle Schreiber trifft alleinstehend zur 3:1- Führung.

Doch es sind noch 20 Minuten bis zum Ende und die grünen Grauen geben nochmal alles. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Die Tulpen wollen sich nicht ergeben und werfen nochmal alles nach vorne. Dann ein langer Ball von Mayer auf Born, der lässt durch und Ergin trifft doch noch ins Eckige. Jetzt steht es nur noch 2:3 und alles ist wieder möglich. Noch sind es knapp fünf Minuten. Eine letzte grüne Ecke. Der Ball fliegt scharf herein und plötzlich ist es da, das grüne Ungeheuer. Der "Tulpen-Hrubesch" Christoph Benze tankt sich hoch und netzt in Killermanier zum 3:3- Ausgleich ein. Das Unerwartete war passiert und die Nationalmannschaft der Autoren sah sich um ihren Verdienst gebracht.

Die grüne Mannschaft noch im Freudentaumel, da läuft ein letzter Angriff der angeschossenen Schriftsteller. Mit langen Autorenschritten geht es gen grünen Strafraum und plötzlich fällt ein letzter Schuss. Das Unfassbare passiert vor den Augen des Publikums. Der Täter - nachweislich ein Verfasser - schießt aus unmittelbarer Nähe die grüne Mannschaft in die Niederlage. Da liegt sie nun, die grüne Karteleiche und am Ende wollte es wieder keiner gewesen sein.