Grüne Tulpe - Nationalmannschaft der Autoren: 3:1

Der Kampf um die Trikothoheit

Im letzten Aufeinandertreffen konnte die Nationalmannschaft der Autoren noch einen knappen aber verdienten 2:1 Sieg gegen die grünen Tulpen feiern. Auch diesmal sah es zunächst so aus, als könnten die Autoren dieses Kunststück wiederholen.

Aufgelaufen waren sie jedenfalls schon "vize-europameisterlich". Die Schriftsteller glänzten bereits vor dem Spiel in den Trikots der deutschen Nationalmannschaft. Keiner hatte ihnen gesagt, dass dieses Spiel quasi "Finalcharakter" hatte und gelb-rote Trikots evtl. Erfolg versprechender gewesen wären. Oder zumindest grüne Trikots, die stehen ja bekanntlich für die Hoffnung. Doch das ging ja nicht, denn Grün ist ja nun mal die Trikotfarbe der Tulpe und auch die war an diesem Tag in neuem Zwirn auf dem Lichtplatz erschienen.

Die Zeit der grauen Trikots und schwarzen Hosen bei der Oppositionstulpe scheint also endgültig vorbei. Grün ist wieder angesagt. Dieses hatte sich wohl herumgesprochen, denn gleich 16 Tulpen fanden an diesem Montag den Weg ins Poststadion. Tulpe-Teamchef Sebastian Wienges hatte also die Qual der Wahl und entschied sich zunächst mit einer Viererkette und einer Doppelsechs auf eine sehr defensive Variante.

Die Autoren ihrerseits waren dagegen sehr offensiv eingestellt und von Anfang an sehr spielfreudig. Zwar fehlte in ihrem Reihen ein wirklicher Ballverteiler im Mittelfeld, doch im Sturm und in der Abwehr lief das Bällchen sicher. Die Grüne Tulpe versuchte wie gewohnt ihr Spiel von hinten aufzuziehen, allerdings ohne wirklichen Plan. Die wenigen sich ergebenen Chancen wurden vorne zunächst kläglich vergeben. Einmal hatte Tresfore Dambe wie aus dem Nichts einen Zuckerpass in den Strafraum gestreichelt, doch Tulpe-Stürmer Kristoffer Born haute ungewohnt am Ball vorbei. Trotz leichtem grünen Übergewicht in Sachen Ballbesitz, wollte den Tulpen in den ersten 20 Minuten irgendwie nichts gelingen.

Dafür gelang den Autoren mit einem Satz gleich die Führung. Mit der wirklich ersten Torchance durch eine wunderschöne Ballstafette a'la Poldi und Schweini bzw. Satre und Camus wurde die gemeine Viererkette erst lehrbuchmäßig ausgehebelt und dann das Setz-Ei ins grüne Nest gelegt.

Wie beim letzten Aufeinandertreffen rannte die Tulpe also wieder einem Rückstand hinterher. Naja: Rennen war zuviel gesagt. So richtig bewegen wollte sich scheinbar keines von den grünen Männchen. Die Laufbereitschaft ließ wirklich sehr zu wünschen übrig und einem Fehlpass folgte gleich der nächste. Erst als ab Mitte der ersten Halbzeit fast das 0:2 fiel – eine Schriftstellergranate streifte nur knapp am Tulpentor vorbei- ging endlich ein Ruck durchs grüne Lager. Jetzt wurde mehr Druck aufgebaut und in der Mitte die Räume eng gemacht. Dann plötzlich ein langer Ball von Hartwig Mayer in die schreibende Hälfte. Der Autorenlibero kennt den Kunstrasen nicht gut genug und unterläuft das springende Etwas. Auf diesen Moment hat der grüne Kapitän nur gewartet. Born sprintet dazwischen, bringt das Bällchen unter Kontrolle und läuft schnurstracks in Richtung Strafraum.  Kurz bevor ein Defensivschreiber noch das Leder vom Fuß wegspitzeln will, lupft Born dasselbige ganz fein über den herauseilenden Schlussmann zum 1:1-Ausgleich ins Literaten-Tor.

Damit nicht genug. Nur eine Minute nach Wiederanpfiff "mayert" es plötzlich. Der eine grüne Mayer – nämlich Hartwig – startet aus der eigenen Abwehr ein unnachahmliches Sprintsolo. Der zweite Mayer – Markus - läuft mit und wird kurz hinter der Mittellinie vom immer noch sprintenden Hartwig bedient. Markus steckt mit einem tollen Doppelpass durch die Gasse zurück zu Hartwig, der tankt sich noch in den Autorenstrafraum und schiebt cool zur 2:1 Führung ein. Die schönste Tulpen- Kombination seit der letzten Bundesgartenschau!

Als dann nur wieder fünf Minuten danach sogar noch ein wunderschönes Eigentor der Schriftsteller zum 3:1 fällt, hat die Tulpe die Partie innerhalb kürzester Zeit gedreht.

Der Schiri reagiert sofort und schickt die angezählten Buchmacher zur Halbzeit-Verschnaufpause in die Eckkabine. Es dauert ganze 15 Minuten bis die schreibende Zunft sich erholt hat.

Die Grüne Tulpe will jetzt auf Konter spielen und hat auch gleich nach Wiederanpfiff eine gute Torchance. Tulpe-Stürmer Manu Sharma bekommt von Linksaußen Asgar Ergin das Runde im 16er-Rechteck an das Füßchen. Der schießt schnell, aber haarscharf am Antiquariat vorbei. 

Doch plötzlich sind auch die Schreiber wieder am Zug. Die linke Tulpe-Seite passt einen Moment nicht auf und schon flankt ein schneller Schreiber gefährlich in die Mitte, wo der technisch starke lauernde Journalist beinah das Anschlusstor macht. Tulpe-Keeper Jochen Hake kann in letzter Sekunde mit einem tollen Reflex zur Ecke klären.

Kurz danach segelt schon wieder eine Flanke in den grünen Strafraum und ein "Kopf-Ball" eines Lyrikers nur wenige Zentimenter am rechten grünen Lattenkreuz vorbei. In dieser Sturm- und Drangphase der Nationalmannschaft der Dichter und Denker kann die grüne Fraktionsmannschaft nur durch Glück und das gute Stellungsspiel von Torwart Jochen Hake den zwei Zeilen-Abstand halten. Die Schriftsteller schmeißen in den letzten 15 Minuten noch mal alles nach vorne, wodurch sich für die Tulpenstürmer noch mal viele gute Konterchancen ergeben. Doch beiden Mannschaften will an diesem Tag einfach kein weiteres Tor mehr gelingen und so pfeift der gute Schiedsrichter eine sehr wechselhafte Partie ab.

Fazit: Die Grüne Tulpe entschied das Spiel in den 20 Minuten vor der Halbzeit, als ihr durch eine tolle Energieleistung ein schneller Dreierpack gelang und so das Spiel gedreht wurde. Das die 2-Tore Führung bis zum Schluß gehalten und damit der klare Sieg eingefahren werden konnte, ist nicht zuletzt der konsequenten Abwehrarbeit von Tulpe-Libero Witt und Torwart Jochen Hake zu verdanken.