Grüne Tulpe - SG Deutscher Bundestag: 3:2

Verwaltung reicht nicht zum Sieg

Wie auch schon im vorangegangenen Spiel im Juni stand die Mannschaft des Deutschen Bundestags um 19:10 Uhr zwar pünktlich aber wieder nur zur zehnt im Poststadion auf der Matte. Da die Tulpe glücklicherweise wieder einen Mann mehr auf Tenne 2 stehen hatte, ging diesmal Tulpenstürmer Ralf Südhoff zu den kickenden Adlerträgern und das erhoffte 11 gegen 11 bei strömenden Regen konnte beginnen.

Die Platzverhältnisse waren aufgrund feinstem Fritz Walter –Wetter äußerst schwierig, doch beide Mannschaften ließen trotzdem gefällig das Bällchen durch ihre Reihen tanzen. Die Grüne Tulpe – mit dem Drei-Mann-Sturm Born, Kurdziel und Sarma sehr offensiv ausgerichtet – konnte gleich viel Druck in der gegnerischen Hälfte aufbauen und allein in den ersten fünfzehn Minuten fünf Ecken rausspielen. Die erste Ecke von Born wäre dabei fast wieder direkt in den Horst reingeseegelt, doch der aufmerksame Ersatz-Adler im Tor war auf dem Posten.

Die zweite Ecke landete dann auf dem Kopf von Tulpen-Libero Bornstein, der nicht nur bei Standards gefährlich im gegnerischen Strafraum auftaucht. Das müsste sich inzwischen auch im Bundestag rumgesprochen haben, aber aus irgendwelchen Gründen scheint sich das bis zur Verwaltung noch nicht vorgedrungen zu sein. Wie zu "Kaisers" besten Zeiten ist Bornstein nämlich überall zu Hause, doch ihm fehlt hin und wieder der Schwarzenbeck. Den braucht er aber bei Ecken nicht und so ist er bei der fünften Born'schen Ecke mit seinem Köpfchen zur Stelle und nickt aus knapp acht Metern das Leder zur 1:0 Führung ins Netz. übrigens sein 20. Saisontreffer.

Der Drei-Mann-Sturm Born, Sarma und Kurdziel macht nach der Führung erst recht richtig Alarm im gegnerischen Feld, muss aber stets aufpassen, nicht ins Abseits zu rennen, da die 3er-Adlerkette wie immer gut eingespielt ist. Das grüne Mittelfeld um Britvec, Ergin und Dambe muss immer wieder taktisch variieren und so wird abwechselnd mal der geordnete Aufbau gesucht und dann mal wieder ein Konter mit schnellen Bällen eingestreut.

Ganz nach dem kaiserlichen Motto "Flach spielen –hoch gewinnen" werden von der berüchtigten Mittelfeldachse Britvec – Ergin – Dambe- schön beide Außenstürmer Born und Sarma in Szene gesetzt, die sich ihrerseits mit Flanken auf Mittelstürmer Kurdziel bedanken. Um die 30. Minute herum steht Markus Kurdziel kurz vor dem Einschieben, doch der Ball glitscht ihm unglücklich übers grüne Präsidentenfüßchen. So bleibt es bei der knappen grünen Führung.

Die grüne Abwehr um Bornstein, Dutschke und Griebenow steht bis dato bombensicher und die wenigen Angriffe der Bundestagsverwaltung werden vor dem eigenen Strafraum souverän geklärt. Insbesondere Marek Dutschke, der sonst im rechten Mittelfeld hin und her flitzt, lässt an diesem Tag seinen Gegenspielern keinen Zentimeter Raum und empfielt sich so für die Rechtsverteidigerposition.

Kurz vor der Halbzeit hat die Grüne Tulpe dann Glück, als ein SG-Schuß doch mal durch die grüne Abwehrreihe flutscht und gegen den Pfosten knallt. Mit diesem "Hallo-Wach-Schuß" geht es in die Halbzeit. Auf grüner Seite wird taktisch umgestellt. Aus dem 4-3-3 wird ein 4-4-2, weil man das Mittelfeld enger machen und auf Konter spielen will.

Und wie erwartet legen die Adlerträger gleich einen Zahn zu und machen deutlich mehr Druck als in der 1. Hälfte. Die Tulpe hat dadurch Probleme beim Aufbauspiel. Viele Bälle, die in Halbzeit Eins noch in den Fuß gespielt wurden, gehen jetzt unnötig verloren und der Gegner spielt auf einmal den besseren Fussball.

Immer öfter ist nun der grüne Schlussmann Christian Meuschke gefragt, der mit seinen tollen Paraden und seinem sehr guten Stellungsspiel die knappe Führung am Leben erhält.

Mitten in diese Sturm- und Drangphase der stürmenden Verwalter gelingt der grünen Mannschaft endlich der erhoffte Konter. Nach einer gegnerischen Ecke, klärt die Tulpe Robert Perin und spielt im rechten Mittelfeld Kristoffer Born an. Der sieht einen nach vorne sprintenden Tresfore Dambe und schlägt auf Höhe des Mittelfeldes einen tödlichen Pass. Die Verwaltungsabseitsfalle ist ausgehebelt, da Dambe beim Pass noch in der eigenen Hälfte ist und nun alleine Richtung Torhüter läuft. Doch hinter ihm hechelt doch noch ein Verwalter heran und stört im entscheidenen Moment seine Kreise. Dambe schirmt wunderbar den Ball ab, stoppt überraschend ab, dreht sich einmal um seine eigene Achse und vollendet mit einem trockenen Drehschuß ins rechte untere Eck. 2:0. Eine wunderschönes Tor nach einem gefühlten 100 Meter-Sprint. Super! Und genau zum richtigen Zeitpunkt.

Noch ca. 20 Minuten sind zu spielen und die Tulpe könnte jetzt eigentlich das Spiel locker nach Hause fahren. Doch denkste! Anstatt das 2:0 zu sichern, will man auf grüner Seite jetzt mit allen Mitteln das 3:0 nachlegen. Aus zwei Stürmern werden fünf und es passiert, was passieren musste. Während die Tulpe vorne hochkarätige Chancen auslässt, nutzt die SG Bundestag das entstandene Loch im grünen Mittelfeld und erzielt ihrerseits durch einen schönen Konter den Anschlusstreffer. Nur noch 2:1 und die Grüne Tulpe wird nervös.

Weiter werden auf Tulpeseite vorne gute Chancen leichtfertig vergeben und hinten wackelt die Abwehr. Mehrmals muss jetzt Greenkeeper Meuschke in hoher Not klären und einmal rettet erneut das energieintensive Aluminium. Nur noch fünf Minuten sind zu spielen, als im grünen Abwehrgetümmel unglücklich ein Ball im auf dem Fuß eines Bundestagsadlers landet und der doch noch zum befürchteten Ausgleich einschiebt. 2:2

Doch ein Spiel dauert ja bekanntlich 90 Minuten und auch in dritter Lesung kann noch ein Tor fallen. Während die Bundestagsverwaltung noch jubelt und sich gegenseitig auf die Schulter geklopft wird, läuft nochmal ein letzter grüner Konter. Born nutzt eine Lücke in der Verwaltung, zieht linksaußen durch und flankt auf Höhe der Außenlinie mit letzter Kraft auf den in der Mitte mitgelaufenen Kurdziel. Der Ball segelt über den Torhüter hinweg und der Tulpe-Präsident nickt mit Kopf und Brillengestell aus drei Metern zum 3:2 Sieg ein.   

Fazit: Die nicht anwesenden Zuschauer sahen ein abwechsluchlsungsreiches und sehr unterhaltsames Spiel bei schwierigsten äußerlichen Bedingungen. Bei Dauerregen und Temperaturen um den Nullpunkt, glitschigem Boden gelang beiden Mannschaften ein ansehnliches Spiel, in der die Grüne Tulpe klar die 1. Hälfte dominierte und eigentlich höher hätte führen müssen. In der 2. Halbzeit spielte dann die SG Deutscher Bundestag über weite Strecken den besseren Fußball und wurde mit dem späten Ausgleich belohnt. Hätte nicht zweimal das Aluminium gerettet, die Tulpe hätte schon viel früher Probleme bekommen. Doch mit Glück und Siegeswillen gelang quasi mit dem Schlußpfiffcder alles in allem nicht unverdiente Siegtreffer.