Grüne Tulpe - T.I.B.: 2:5

1001 Torchance

T.i.B. hatte sich viel vorgenommen. Nachdem in der letzten Saison beide Spiele gegen die Grüne Tulpe verloren gingen, war die Mannschaft diesmal wieder in Bestbesetzung angereist und zeigte schon gleich zu Beginn, dass es ihr an diesem Abend um eines ging: Revanche

Das "B" bei T.i.B. stand heute u.a. für Beton, der erfolgreich hinten gemischt wurde. Vorne stand das "B" für ballgewandte Turntechniker. Der Tulpe gelang es nicht ihr Spiel in Ruhe von hinten aufzuziehen. So stand man gleich stark unter Druck, insbesondere im Mittelfeld.

Nach vorne lief in den ersten 20 Minuten auf grüner Seite insgesamt nicht viel zusammen, was dazu führte, dass die Tulpen-Abwehr eigentlich im Dauerstreß stand. Und dort wo Streß herrscht, lassen Unkonzentriertheiten ja nicht lange auf sich warten.

So fällt Mitte der ersten Hälfte dann fast logischerwiese das verdiente 1:0 für die T.i.B.-Kicker. Ein grüner Fehlpass im Mittelfeld wird von den Turnern schnell nach vorne in die Spitze gespielt, ein Pass rutscht durch die grüne Abwehr in den Turnerfuß, der nun alleine vor Ersatz-Greenkeeper Griebenow steht und erfolgreich und locker einnetzt.

Dabei wäre kurz vorher fast sogar die Tulpe in Führung gegangen. Tulpen-Kapitano Kristoffer Born, der an diesem Abend anstelle von Sebastian Wienges den Trainer machte, hatte sich gerade selbst eingewechselt und wurde gleich auf seiner linken Sturmseite schön von Hartwig Mayer mit einem langen Pass in Szene gesetzt. Born sprintet bis zur Grundlinie, passt im letzten Moment über die gesamte T.i.B.-Abwehr direkt auf den Kopf von Tulpe-Midfielder Ralf Südhoff. Der muss eigentlich nur noch einnicken, aber er erwischt das Runde nicht richtig und so segelte der Kopfball nicht ins Gehäuse, sondern knapp über die Querlatte. Doch -seien wir ehrlich- eine grüne Führung wäre zu dem Zeitpunkt nicht verdient gewesen.

Erst nach dem Rückstand spielt die grüne Mannschaft guten Fußball. Das Bällchen läuft jetzt endlich besser durch die eigenen Reihen. Die bis dato verwaisten Außenbahnen werden mit schnellen langen Bällen eingesetzt und so werden Torchancen quasi im Minutentakt herausgespielt. In dieser starken Tulpenphase erspielt sich die grüne Mannschaft eine Ecke nach der anderen. Und wieder sind zwei so gefährlich, das Andre Bornstein mit seinem Köpfchen fast ins Schwarze trifft. Aber -wie so oft- eben nur fast.

Doch kurze Zeit später ist Tulpen-Libero Bornstein schon wieder im gegnerischen Strafraum. Bornstein erkämpft sich das Leder gegen den T.i.B.-Verteidiger, will zurücklegen, doch da klatscht der Ball unglücklich an die Hand des Verteidigers. Der Schiri zögert keine Sekunde und pfeift Elfmeter. Ganz unumstritten ist die Entscheidung nicht, doch der Mann in Schwarz ist sich sicher. Das ist sich auch Andre Bornstein und tritt zum Strafstoß an. Es soll endlich der Ausgleich her, doch Bornstein schießt viel zu zaghaft ins rechte Eck und so kann der Turner-Schlußmann das 1:1 noch abwehren.

Doch nur kurz danach sollte der Ausgleich aus dieser Position dann doch wahr werden. Nach einem Freistoß von Bornstein landet der Ball im Strafraum, wird erst abgeweht, landet dann aber vor den Füßen des eingewechselten Tulpe-Rechtsaußen Simon Bruhn. Der fackelt wie immer nicht lange, zieht scharf und flach auf Höhe des Elfmeterpunkts ab und das Bällchen zappelt endlich im Netz. 1:1

Mit dem erarbeiteten Ausgleich geht es erstmal in die verdiente Pause. Die letzte Hälfte der ersten Halbzeit hatte gezeigt, dass man den spielerisch und taktisch starken Gegner gehörig in Bedrängnis bringen und mit einer starken 2. Halbzeit vielleicht das Spiel erneut nach Hause fahren kann.

Gerade einmal zwei Minuten sind gespielt und da ist das Malheur schon passiert. Alle guten Vorsätze sind über den Haufen geworfen. Die Tulpe steht mental irgendwie noch nicht auf den Platz, anders ist nicht zu erklären, wie es zum erneuten Blitz-Rückstand kommt. Was war passiert?  Nach dem Anstoß wird im Mittelfeld gleich fahrlässig der Ball verloren. T.i.B. schaltet wieder schnell, spielt über Rechtsaußen. Linksverteidiger Marek Dutschke steht noch nicht richtig bei seinem Gegenspieler, der in aller Ruhe beruhigt reinflanken kann.

Die Tulpen-Abwehr wird geradezu überrascht. Ein Turner-Schüßchen trifft dann noch unglücklich ein grünes Männchen und der Ball -das unbekannte Wesen- fliegt mit Effee hoch in den Fünfer und durch die Handschuhe von Ersatzkeeper Griebenow leider ins eigene Netz. Verteidiger-Duo Markus Meyer und Marek Dutschke sind leidgeplagte Beobachter. 1:2

Doch es kommt noch schlimmer. Nur wenige Minuten später eine ähnlich Situation. Wieder stürmt T.i.B. und wieder ein langer Ball. Eigentlich ist der Ball schon abgefangen, aber irgendwie schafft es ein T.i.B.-Kicker wieder eine Flanke in den Fünfer zu schlagen. Bornstein und sein Gegenspieler springen zum Kopfball hoch, doch auch ein Dritter ist diesmal wieder mit im Bunde. Greenkeeper Griebenow bekommt diesmal etwas zu fassen, doch es ist leider nicht der Ball, sondern der Kopf des Gegners. Das Bällchen springt vom festgehaltenen Kopf und trudelt im Schneckentempo über die Linie. 1:3

Doch die grüne Mannschaft lässt sich nicht beirren. Noch sind knapp 30 Minuten zu spielen und man hat vor zwei Jahren auch schon mal ein 0:4 in nur 15 Minuten ausgeglichen. Tatsächlich gelingt der Tulpe eine spielerische Wende, doch die zahlreichen 100%igen Torchancen werden alle der Reihe nach kläglich vergeben. Egal ob Bornstein oder Born, Hartwig oder Markus Meyer, Kurdziel oder Bruhn, das T.i.B.-Tor will sich einfach nicht mehr öffnen. Aladin hat seine Wunderlampe leider zuhause gelassen und der Sesam-Öffne-Dich- Spruch funktioniert gegen T.i.B. diesmal nicht.

So kommt wie es kommen muss. Statt dem 2:3 und 3:3, fällt nach einem Konter das 4:1 für T.i.B. und damit die Entscheidung.

Zwar kann die Tulpe mit dem 2:4 Anschlusstreffer durch den eingewechselten Jörn Schneider noch Ergebniskosmetik betreiben, doch das Spiel ist gelaufen. Da macht es dann auch nichts mehr, dass dann mit dem Abpfiff noch das 2:5 fällt.   

Fazit: Es war das Spiel der vergebenen Chancen. Auch wenn letztendlich die Mannschaft von T.i.B. das Spiel verdient gewonnen hat und somit ihre Revanche geglückt ist, war diese 2:5 Niederlage wirklich nicht nötig. Ein verschossener Elfmeter, das Auslassen von einem Dutzend großartigen Torchancen und drei saudumme Gegentore sprechen einfach für sich. Also am Besten einfach: Abhaken!