Turnierbericht: Grüne Tulpe in Berlin-Adlershof

Im Osten blühen grüne Tulpen

Dort, wo der Osten noch Osten ist, in einem Stadion am Birkenweg in der Köllnischen Heide in Niederschönweide, landete die Grüne Tulpe zum Wahlkampfauftakt einen spektakulären Sieg. Als eine von elf Mannschaften war sie mit einer Truppe gestartet, der man nicht unbedingt den Turniersieg zugetraut hatte. Neulinge wie Marius Knaak oder Michael Knoll ergänzten die alten Haudegen Ratimir Britvec und Wolfgang Helm, die Ewigjungen wie Asgar Ergin und Kristoffer Born und die Stützen des Teams, Carsten Pfeiffer und Hartwig Mayer. Vielleicht spielte die Grüne Tulpe nicht den besten Fußball während des Turniers, sicher aber den cleversten und klügsten. Typisch grün eben.

In der Vorrunde hatte die Grüne Tulpe das Glück, in der Fünfer-Gruppe anzutreten, während die anderen sechs Mannschaften in der anderen Vorgruppe aufeinander trafen. Die Grüne Tulpe hatte ihr erstes Spiel gegen die Barnimer Kickers, eine Mannschaft, die auf den ersten Blick eigentlich als sehr stark erschien. Wie gesagt, auf den ersten Blick. Denn nach verhaltenem Start erarbeiteten die Außenstürmer Ergin und Knoll etliche Chancen für ihren Mittelstürmer Born. Es war aber Ergin vorbehalten, das erste Turniertor zu erzielen. Nach einer kuriosen Entscheidung des Schiedsrichters, das Spiel zu früh abzupfeifen, warteten die Tulpenspieler nicht lange darauf, bis die Barnimer wieder ins Spiel fanden, sondern legten mit Born den 2:0-Siegtreffer nach. Im zweiten Spiel traf die Tulpe auf die Karlsdorfer Kicker. Eine konzentrierte Leistung, trotz einiger zu eilfertig vergebener Chancen, reichte zu einem 1:0-Sieg. Wieder hatte Born getroffen.

Anschließend traf die Grüne Tulpe auf die Schotterknechte, eine Mannschaft, die bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls sechs Punkte gesammelt hatte. Ein leistungsgerechtes 0:0 war das Endergebnis, ohne zwingende Chancen auf beiden Seiten, beide Mannschaften konnten mit diesem Ergebnis gut leben und man verabredete sich auf ein Wiedersehen im Finale. Das letzte Spiel schließlich bestritt die Grüne Tulpe gegen die Mannschaft Schneemänner des einladenden Clubs. Die Schneemänner hatten noch realistische Chancen auf das Halbfinale, dafür hätten sie die Tulpe aber schlagen müssen. Ihre Hoffnungen mussten sie aber rasch beerdigen. Dank schneller Tore von Born, Knoll und Knaak war die Partie bereits nach wenigen Minuten entschieden. Die restlichen Minuten spielte sie lässig, aber gekonnt herunter.

Trotz Verletzungspech nicht zu stoppen

Aufgrund der besseren Tordifferenz war die Grüne Tulpe als Erster der Gruppe ins Halbfinale gekommen und traf dort auf die Roof Devils. In keinem Spiel des Turniers zeigten sich die taktische Klasse der Mannschaft und die Abgezocktheit einzelner Spieler besser als hier. Denn dass die Tulpe die bessere Mannschaft in diesem Spiel war, konnte man nicht eben behaupten. Die Roof Devils hatten ein eindeutiges Übergewicht, ohne aber sich zwingende Chancen zu erarbeiten. Die Angriffe der Tulpe waren spärlich, dafür einmal mit Erfolg gekrönt. Bei einem Steilpass auf Born konnte dieser nur per Foul gestoppt werden. Born fiel, der Pfiff des Schiris blieb aus, und während die Spieler der Roof Devils noch lamentieren, zog Ergin eiskalt ab. Keine Reaktion des Torhüters, dafür eine des Schiedsrichters. Er pfiff, zeigte zum Mittelkreis und gab das Tor. Die verbliebenen zwei, drei Minuten zeigten eine starke kämpferische Leistung der Tulpen, verdient waren sie ins Finale gekommen. Allerdings mit einem herben Verlust: Born konnte nach dem Foul nicht mehr mitspielen, der Knöchel war dick angeschwollen.

Ohne Gegentor zum Turniersieg

Im Finale traf die Grüne Tulpe tatsächlich erneut auf die Schotterknechte, die sich im anderen Halbfinale im Elfmeterschießen durchgesetzt hatten. Auch hier agierte die Tulpe ähnlich defensiv wie im Halbfinale. An Borns Stelle war Knaak gerückt, der mit seinen Soli immer wieder die Abwehr entlasten konnte. Ihm blieb es auch vorbehalten, das einzige Tor zu schießen. Nach einer feinen Kombination mit Ergin zog er auf und davon und ließ dem gegnerischen Torwart mit einem satten Flachschuss keine Chance. Das Spiel war gelaufen, denn auch im Finale ließ die immer sattelfeste Abwehr um Helm, Mayer und Britvec keine Chance zu. Und wenn doch stand da immer noch Pfeiffer. Er war der einzige Torwart des Turniers, der kein einziges Mal hinter sich greifen musste.

Die Grüne Tulpe hatte bestimmt nicht eine Ansammlung der besten Einzelspieler während des Turniers, sie stellte aber die kompakteste Mannschaft. Auch deshalb durfte Kristoffer Born verdientermaßen den Siegerpokal entgegennehmen. Die Grüne Tulpe hat sich viel Respekt im Osten der Stadt erspielt.

 

mik