Rede von Beate Walter-Rosenheimer

Ausbildung

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29.05.2020

Beate Walter-Rosenheimer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kollegen und Kolleginnen! Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen! Last, but not least beschäftigen wir uns an diesem Freitagnachmittag, fast schon ‑abend, mit dem Thema „Ausbildung in der Coronakrise“ frei nach dem Motto „Kommt Zeit, kommt Rat“. Einmal mehr nämlich standen Auszubildende auch in diesen Tagen der Coronakrise nicht im Fokus, und es wurde viel zu wenig Aufmerksamkeit auf ihre Bedürfnisse gelegt. Insgesamt sind die Themen Bildung und Ausbildung sehr vernachlässigt worden, was ich für einen riesigen Fehler halte.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Dr. Birke Bull-Bischoff [DIE LINKE])

Während die Debatte zumindest noch Abiturienten und Abiturientinnen und Studierende in den Blick nahm, mussten die Auszubildenden mal wieder im Verborgenen blühen, obwohl auch bei ihnen extrem viel Unsicherheit über ihre Ausbildung, die Prüfungen, die Weiterbeschäftigung aufkam, als unser Land in den Lockdown ging. Viele konnten in ihren Ausbildungsbetrieben nicht weiterarbeiten, Information fehlte. Auch mir fehlt Information; denn auf meine Frage an die Bundesregierung, wie viele Auszubildende von Kurzarbeit in der Krise betroffen seien, musste ich hören, dass die BA in der Kurzarbeiterstatistik Azubis gar nicht aufführt. Es gibt gar keine Zahlen dazu. Das ist ebenso unglaublich wie falsch, und das muss sich ändern.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Nun haben wir dank der Anträge von den Linken und der FDP heute die Gelegenheit, über Ausbildung in der Krise zu debattieren. Ich kann in beiden Anträgen gute Aspekte finden. Wir können aber nicht bei allem mitgehen. Jetzt ist die Zeit – drei Minuten – natürlich zu kurz, um zu diskutieren. Ich freue mich aber auf die Debatte im Ausschuss. Das werden wir in jedem Fall machen.

Die Frage ist jetzt: Was brauchen Auszubildende in diesen Tagen? Nach all der Verunsicherung, den Einschränkungen, der Ungewissheit brauchen sie jetzt endlich Klarheit und die Möglichkeit, ihre Ausbildung fortzuführen, zum Beispiel durch Verbundausbildung, die auch den Betrieben helfen kann,

(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

durch mehr und bessere Digitalisierung. Es hat sich ja gezeigt, dass die theoretische Ausbildung auch online gut geht. Darauf kann man jetzt aufbauen. Hier hat die Krise sogar ein bisschen was Gutes bewirkt und unser Land etwas aus dem digitalen Dornröschenschlaf geführt.

(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Das macht Mut, weiterzugehen. Deshalb muss das neue DigitalPakt-Sofortausstattungsprogramm auch dringend der beruflichen Bildung zugutekommen.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Um gute Ausbildung krisenfest zu machen, braucht es natürlich mehr: den Abbau von Warteschleifen, die Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen und eine angemessene Vergütung statt eine geradezu unglaubliche Diskussion über den Abbau von Jugendarbeitsschutzrechten oder die Absenkung des Mindestlohns.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Es braucht eine echte Ausbildungsgarantie, wie wir Grünen sie vorgelegt haben, um die berufliche Bildung krisenfest zu machen und auch den Fachkräftebedarf zu sichern.

Begreifen wir also die Krise als Chance, liebe Kolleginnen und Kollegen, um der dualen Ausbildung wieder mehr Aufwind zu verleihen. Den braucht sie dringend, um sie sicher und krisenfest zu gestalten.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Dr. Birke Bull-Bischoff [DIE LINKE])

Vizepräsidentin Petra Pau:

Die letzte Rednerin in dieser Debatte ist die Kollegin Yvonne Magwas für die CDU/CSU-Fraktion.

(Beifall bei der CDU/CSU)