Rede von Laura Kraft Lehrkräfteausbildung

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17.02.2022

Laura Kraft (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Antrag der Linken macht durchaus auf ein wichtiges Thema aufmerksam; denn klar ist: Gute Kita und gute Schule brauchen ausreichend Lehrkräfte und Erzieher/‑innen. Mit guter Bildung Lebenschancen schaffen, nicht weniger sollte unser Anspruch sein. Wie wir Schule und Kitas fördern, das bestimmt auch maßgeblich die Richtung und die Zukunft in unserem Land.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)

Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher versuchen bereits seit zwei Jahren, dafür zu sorgen, dass Kitas und Schulen auch mitten im Ausnahmezustand weiterhin gelingen. Das sollten wir wirklich mehr würdigen. Die Pandemie hat Kinder und Jugendliche erheblich belastet, und sie hat Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher ausgebrannt. Wenn Lehrerinnen und Lehrer ihren einstigen Traumberuf verlassen, weil er für sie zum Albtraum geworden ist, dann sollten wir als Politik wirklich die Notbremse ziehen.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)

Die Thematik ist nicht neu, die Probleme sind hinlänglich bekannt; aber in der Pandemie hat sich die Situation nochmals verschärft. Doch die Lösungen für die strukturellen Probleme waren bisher eher halbherzig. Was man dazu auch sagen muss: Ein digitales Endgerät macht noch lange keinen guten Unterricht.

(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP)

Ein wesentliches Problem – das wurde hier schon angesprochen – ist nach wie vor der massive Lehrkräftemangel. Schon längst können nicht mehr alle offenen Stellen an Schulen besetzt werden. Wir sollten hierbei aber nicht nur an den Bereich der Grundschulen oder der weiterführenden Schulen denken, wir sollten auch die Berufsschulen mit in den Blick nehmen.

(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP und der Abg. Nicole Gohlke [DIE LINKE])

Die anstehende Pensionierungswelle wird das Problem noch vergrößern.

Lehrkräfte haben mit der Digitalisierung viele neue Aufgaben dazubekommen. Sie haben weniger Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, nämlich auf die Schülerinnen und Schüler. Sie brauchen jetzt Unterstützung, und sie brauchen Entlastung. Das geht auch langfristig am besten mit multiprofessionellen Teams, mit zusätzlichen Schulsozialarbeitern, IT-Fachleuten, Sonderpädagogen, Integrationshelfern; denn je weniger Personal da ist, desto mehr werden die noch verbliebenen Lehrkräfte belastet. Was wir jetzt wollen und was wir jetzt brauchen, das ist, dass sich Lehrerinnen und Lehrer wieder auf ihre Kernkompetenzen fokussieren können, dass sie wieder Pädagoginnen und Pädagogen sein dürfen.

Eines muss an dieser Stelle auch gesagt werden: Die Kompetenzen im Bereich Schule und Lehrkräfteausbildung – das wurde auch schon gesagt – liegen maßgeblich bei den Ländern. Das berücksichtigt der Antrag der Linken leider nicht ausreichend. Wir als Ampel haben im Koalitionsvertrag Optionen geschaffen, um genau da anzusetzen, wo wir als Bund unterstützend wirken können. Der Bund kann das Problem nicht alleine lösen. Unser Ansatz ist darum, dass wir einen steten Austausch mit den Ländern, mit den Kommunen, mit den Schulen haben. Ein zentraler Weg zur Entlastung von Schulen und Lehrkräften ist auch die Förderung von Nachwuchsfachkräften. Wir werden deshalb mit allen Ebenen zusammenarbeiten, um die Studienbedingungen zu verbessern und den Übergang in den Beruf zu begleiten.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)

Außerdem schaffen wir eine Koordinierungsstelle zur Lehrkräftefortbildung, und wir vernetzen Weiterbildungsangebote. Damit wollen wir die vielen guten Ansätze und die Konzepte in den Ländern vernetzen. Wir wollen dafür sorgen, dass alle Länder voneinander profitieren können. Zusätzlich wird die Ampelkoalition die Qualitätsoffensive Lehrerbildung erheblich weiterentwickeln. Wir bringen die Lehrkräftebildung damit auf den neuesten Stand, und auch eine bundesweite Qualitätsentwicklung des Seiten- und Quereinstiegs – das ist auch wichtig – wollen wir so voranbringen. Davon können dann eben auch Berufsschulen profitieren.

Schule bedeutet mehr als nur Wissensvermittlung. Wir wollen, dass in Schulen mehr Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen arbeiten können. Die brauchen wir so dringend. Wir sorgen für eine passgenaue Betreuung und unterstützen hinsichtlich Integration, erweitertem Förderbedarf und einer über den Schulunterricht hinausgehenden Betreuung. Wir werden außerdem 4 000 Schulen in benachteiligten Regionen gezielt und dauerhaft mit Stellen im schulischen Sozialarbeitsbereich unterstützen. Wir werden das gemeinsam mit den Ländern, gemeinsam mit den Schulen anpacken.

Mit unseren Ansätzen stellen wir als Ampelkoalition die Weichen für eine engagierte Bildungspolitik. Sie haben gesagt, wir sollen es anpacken. Wir packen es jetzt an. Ich bin da ganz zuversichtlich.

Vielen Dank.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)

Vizepräsidentin Yvonne Magwas:

Ich erteile das Wort Dr. Götz Frömming, AfD-Fraktion.

(Beifall bei Abgeordneten der AfD)