Wind an Land

Windenergie ausbauen und Naturschutz erhalten

Blick von einer Straße auf Windräder, dahinter viel Himmel und Wolken.
Die Eckpunkte für einen beschleunigten Windkraftausbau an Land bei hohen Naturschutzstandards sind ein Meilenstein im Kampf gegen die beiden größten ökologischen Gefahren unserer Lebensgrundlagen – die Klimakrise und das Artensterben. Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion | S. Maak
04.04.2022
  • Das gemeinsame Eckpunktepapier von Umwelt- und Klimaministerium weist den Weg für einen beschleunigten Windkraftausbau an Land bei hohen Naturschutzstandards.
  • Genehmigungsverfahren sollen durch klare, anspruchsvolle Kritierien unter Wahrung ökologischer Schutzstandards effizienter und transparenter werden.
  • Dies ist ein Meilenstein im Kampf gegen die beiden größten ökologischen Gefahren unserer Lebensgrundlagen, die Klimakrise und das Artensterben.

Das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium lösen die Bremsen für einen raschen naturverträglichen Windenergieausbau. Sie nehmen die beiden größten ökologischen Gefahren unserer Lebensgrundlagen, die Klimakrise und das Artensterben, gleichermaßen ins Auge.

Schnellere Planung und Genehmigung

Die heute vorgestellten Eckpunkte sind ein Meilenstein auf dem Weg zu unseren nationalen Klimazielen, denn ihre Umsetzung erleichtert die Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen an Land, verkürzt Planungszeiten, erhöht die Transparenz von Genehmigungsverfahren wie auch die Rechtssicherheit. Gleichzeitig sorgen die Eckpunkte für stabile Populationen der besonders gefährdeten Arten.

Mit dem Eckpunktepapier wurden inhaltlichen Vorbereitungen unserer Fraktionen aus der vergangenen Legislaturperiode aufgegriffen, beispielsweise das Rettungsprogramm für den weiteren Ausbau der Windkraft in Deutschland.

Durch standardisierte Bewertungen von Gefahren für Vögel und Fledermäuse werden die Verfahren entschlackt, vereinfacht und nachvollziehbarer. Bundeseinheitliche Regelungen beseitigen den unüberschaubaren Flickenteppich von länderspezifischen Festsetzungen.

Naturschutzrecht bleibt unangetastet

Das wertvolle europäische Naturschutzrecht bleibt – im Gegensatz zu den Forderungen anderer Parteien – unangetastet. Vielmehr wird das bestehende Recht untermauert mit präzisen und einheitlichen Listen gefährdeter Arten sowie jeweiligen spezifischen Vermeidungsmaßnahmen und notwendigen Abständen.

Wichtig ist uns dabei auch, dass diese Listen, Vermeidungsmaßnahmen und Abstände künftig auch auf den Prüfstand gestellt werden und gegebenenfalls Korrekturen möglich sind. Ein neues Artenhilfsprogramm sorgt für stabile Populationen vor Ort.

Modernisierung bestehender Anlagen erleichtern

Mit den Eckpunkten wird der Planungsaufwand für das Repowering von Windkraftanlagen minimiert. Das ist überfällig, denn an etlichen guten Windstandorten stehen inzwischen viele technisch veraltete Windkraftanlagen, die vor allem aufgrund mangelnder Planungssicherheit nicht durch moderne Anlagen ersetzt werden. Die Modernisierung des Anlagenparks am gleichen Standort darf nicht durch unnötige bürokratische Hürden gefährdet werden.

Klarstellungen für einen schnellen Ausbau

Die Klarstellung, dass einerseits europäische Schutzgebiete sowie Weltkulturerbe- und Weltnaturerbeflächen nicht für die Windkraftnutzung in Frage kommen, andererseits Landschaftsschutzgebiete jedoch kein Tabu sein können, ist hilfreich.

Sie verdeutlicht auch, dass die erforderliche Bereitstellung von zwei Prozent der Landesfläche für Windräder eine große planerische Herausforderung und ein unübersehbarer Eingriff ins Landschaftsbild sein wird. Die heute veröffentlichten Eckpunkte erlauben somit einen Blick in die nahe Zukunft unserer Energie- und Naturlandschaft.