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Die grüne Notfallreform: Schnelle Hilfe, klare Wege

  • Notaufnahmen platzen aus allen Nähten, Rettungsdienste fahren Einsätze ohne medizinische Notwendigkeit. Trotzdem legt die Bundesregierung die Hände in den Schoß.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen, dass jede*r im Notfall schnell die richtige Hilfe bekommt statt zwischen 112, 116117 und Klinik zu stranden.
  • Mit unserer Notfallreform schlagen wir klare Strukturen, digitale Vernetzung und faire Finanzierung für schnelle, sichere Hilfe und Entlastung des Personals vor.

Wer heute im Notfall Hilfe sucht, landet oft im falschen System. Die Folge: lange Wartezeiten, überfüllte Notaufnahmen und überlastete Rettungsdienste. Wir Grüne im Bundestag wollen das mit einer umfassenden Reform der Notfallversorgung und des Rettungsdienstes ändern. Unser Ziel: ein modernes, vernetztes System, das Patient*innen zuverlässig an die richtige Stelle bringt.

Wir wollen, dass Menschen überall in Deutschland schnell, sicher und bedarfsgerecht Hilfe bekommen – ob telefonisch, digital oder vor Ort. Mit klaren Zuständigkeiten und besserer Steuerung entlasten wir Rettungsdienste und Kliniken, verhindern Fehlbehandlungen und sparen Milliarden im Gesundheitssystem.

Rund 1,2 Millionen Rettungswageneinsätze jährlich könnten vermieden werden, wenn Patient*innen richtig gesteuert würden. Notaufnahmen behandeln immer mehr Fälle, die ambulant versorgt werden könnten. Gleichzeitig fehlen digitale Schnittstellen zwischen Leitstellen, Praxen und Kliniken. Das führt zu Doppelarbeit, Informationsverlusten und Frust bei Patient*innen und Personal.

In unserem Gesetzentwurf schlagen wir folgende wichtige Maßnahmen vor:

  1. Ein vernetztes Gesundheitsleitsystem: 112 und 116117 werden technisch und organisatorisch vernetzt. Jeder Anruf wird digital eingeschätzt und an die passende Versorgung weitergeleitet - telefonisch, per Video oder vor Ort. So können viele Rettungsdiensteinsätze vermeiden werden.
  2. Integrierte Notfallzentren (INZ): Notaufnahme und ärztlicher Bereitschaftsdienst arbeiten Hand in Hand. Patient*innen werden zentral eingeschätzt und je nach Dringlichkeit ambulant oder stationär versorgt. So entstehen „Tresen für alle Fälle“ und kürzere Wege.
  3. Rettungsdienst als GKV-Leistung: Der Rettungsdienst wird erstmals eigenständiger Teil der gesetzlichen Krankenversicherung. Gemeindenotfallsanitäter*innen oder Notfallpfleger*innen können vor Ort behandeln, statt Patient*innen unnötig ins Krankenhaus zu bringen. Das Notfallmanagement der Leitstelle inklusive Ersthelfer-Apps wird endlich als eigene Leistung in der Versorgung anerkannt.
  4. Digitale Rettungskette: Von der Leitstelle bis zur Klinik fließen Daten künftig sicher und medienbruchfrei in die elektronische Patientenakte. Eine bundesweite Qualitätssicherung sorgt für Transparenz und Vertrauen.
  5. Faire Finanzierung: Notaufnahmen werden über eine Vorhaltefinanzierung endlich verlässlich vergütet unabhängig vom Fallaufkommen. Das sichert flächendeckende Versorgung und beendet den ökonomischen Druck in der Notfallversorgung.

Und so funktioniert es in der Praxis:

Eine ältere Patientin ruft wegen eines verrutschten Katheters die 116117 an. Eine Ärztin berät per Video, ein Gemeindenotfallsanitäter behandelt vor Ort – kein Rettungswageneinsatz, kein Klinikaufenthalt. Oder: Ein fieberndes Kind wird nachts telemedizinisch betreut und am nächsten Morgen in der Kinderarztpraxis versorgt. So sieht moderne, patientenfreundliche Notfallversorgung aus.

Aber: Die Bundesregierung blockiert seit über einem Jahr die Reform aus der Ampel-Koalition, obwohl Personal und Krankenkassen Alarm schlagen. Unsere Notfallreform beinhaltet, was längst überfällig ist: schnelle Hilfe, klare Zuständigkeiten und faire Finanzierung. Für ein Gesundheitssystem, das funktioniert, wenn es darauf ankommt.

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