Veröffentlicht am

Gedenken an den Holodomor

  • Wir wollen den Millionen Opfern des Holodomor Anfang der 1930er Jahre in der Ukraine gedenken und dieses Menschheitsverbrechen in Deutschland und international bekannter machen.
  • Mit überwältigender, fraktionsübergreifender Mehrheit hat der Bundestag mit seinem Beschluss eine politisch-historische Einordnung des Holodomor als Völkermord vorgenommen und gleichzeitig deutlich gemacht, dass für Großmachtstreben und Unterdrückung in Europa kein Platz mehr sein darf.
  • Die Initiative zu dem Antrag ging von der grünen Bundestagsfraktion aus.

Der Deutsche Bundestag hat am 30. November 2022 den Antrag der Ampelfraktionen und der CDU/CSU „Holodomor in der Ukraine: Erinnern – Gedenken – Mahnen“ verabschiedet. Der Antrag wurde mit breiter Mehrheit bei Enthaltung der AfD und Die Linke angenommen.

Ende November wird traditionell der Opfer des Holodomor in der Ukraine gedacht. Der Begriff Holodomor leitet sich aus ukrainisch „holod“ – Hunger; „moryty“ – umbringen ab. Er bezeichnet eine der grausamsten Zeiten in der ukrainischen Geschichte. Der massenhafte Hungertod von Millionen von Menschen Anfang der 1930er Jahre war keine Folge von Missernten, sondern von der politischen Führung der Sowjetunion unter Josef Stalin verantwortet. Die Hungerkatastrophe war beides: Sie war die direkte Folge der bolschewistischen Politik der Zwangskollektivierung der Bäuerinnen und Bauern in der Sowjetunion. Und sie zielte darauf ab, das Nationalbewusstsein der Ukrainerinnen und Ukrainer – ihre Lebensweise, Sprache und Kultur – zu unterdrücken. Der Bundestag teilt daher eine historische und politische Einordnung des Holodomor als Völkermord.

Wissen schafft Empathie und Widerstandsfähigkeit gegen Putins Geschichtsfälschung

Der Holodomor stellt ein Menschheitsverbrechen dar, das in Deutschland und der Europäischen Union bislang nur wenigen Menschen bekannt ist. Unser Antrag möchte das ändern. Interfraktionell fordern wir die Bundesregierung auf, an die Opfer des Holodomor zu erinnern und dessen internationale Bekanntmachung politisch – beispielsweise durch Bildungsangebote – weiter zu unterstützen. Wir sind davon überzeugt, dass eine empathische Perspektive auf unsere östliche Nachbarschaft und deren wechselvolle und komplexe Geschichte gefördert werden muss, wenn wir die Fehler der vergangenen deutschen Osteuropa- und Russlandpolitik korrigieren möchten. Dazu gehört das Wissen um und die Anerkennung des Holodomor als Teil der ukrainischen, aber eben auch unserer gemeinsamen Geschichte als Europäerinnen und Europäer. Es geht auch darum, Putins ideologisch-nationalistischer Geschichtspolitik mit Wahrheit und Klarheit entschlossen zu begegnen.

Ukraine weiter unterstützen

Darüber hinaus fordert der Antrag, die Ukraine als Opfer des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands und der imperialistischen Politik Wladimir Putins weiterhin politisch, finanziell, humanitär und militärisch zu unterstützen. Für Großmachtstreben und Unterdrückung darf in Europa kein Platz mehr sein. Putin hat den Zerfall der Sowjetunion zur „größten geopolitischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts“ erklärt. Es war aber diese Sowjetunion, die Menschen unterdrückte und – nicht nur mit dem Holodomor – massenhaft ermordete. Wenn Putin sich heute in die Tradition der Sowjetunion stellt, freie und souveräne Nachbarländer überfällt, sein autoritäres Herrschaftsmodell durchzusetzen versucht, der Ukraine ihre Existenzberechtigung abspricht und selbst nicht davor zurückschreckt, mit Angriffen auf Getreidespeicher und der Blockade von Getreideexporten Hunger als Waffe einzusetzen, dann müssen wir uns dieser Politik mit aller Kraft entgegenstellen.

Weitere Meldungen zum Thema

Katharina Dröge zur Lage in Nahost

Unsere Gedanken sind bei den Menschen im Iran, die so furchtbar unter dem iranischen Regime leiden und die einen absolut berechtigten Wunsch nach einem Ende des Regimes und ein Recht auf ein Leben in Sicherheit und Freiheit haben.

Pressemitteilung
Pressemitteilung: Katharina Dröge zur Lage in Nahost
Luise Amtsberg: Humanitär Helfende in Gaza dürfen nicht blockiert werden

Über 30 humanitären Organisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen, wurde zum 31. Dezember 2025 die Registrierung durch die israelischen Behörden für die humanitäre und medizinische Arbeit vor Ort entzogen.

Pressemitteilung
Pressemitteilung: Luise Amtsberg: Humanitär Helfende in Gaza dürfen nicht blockiert werden
Für Frieden, Freiheit und Sicherheit muss Europa mehr tun

Es ist nicht die Zeit für Spielchen und Eigenlob. Die Bundesregierung und die EU müssen deutlich mehr tun, um die Ukraine zu unterstützen und den Druck auf Russland zu erhöhen. Nur so haben Frieden, Freiheit und Sicherheit eine Zukunft in Europa.

Fachtext
Fachtext: Für Frieden, Freiheit und Sicherheit muss Europa mehr tun
Britta Haßelmann und Katharina Dröge: Die Ukraine benötigt mehr und entschlossene Unterstützung

Heute jährt sich der russische Angriffskrieg auf die Ukraine zum vierten Mal.

Pressemitteilung
Pressemitteilung: Britta Haßelmann und Katharina Dröge: Die Ukraine benötigt mehr und entschlossene Unterstützung
Reformen angehen statt Stillstand verwalten - Für ein Sofortprogramm Zukunft

Die Rente reicht oft nicht, Arzttermine sind Mangelware und gute Pflege ist extrem teuer geworden. Wir schlagen deshalb ein „Sofortprogramm Zukunft“ vor, um unseren Sozialstaat endlich gerechter, digitaler und fit für morgen zu machen.

Autor*innenpapier
Autor*innenpapier herunterladen: Reformen angehen statt Stillstand verwalten - Für ein Sofortprogramm Zukunft
Es wurden keine Treffer gefunden.

Unsere Publikationen

Die grüne Fraktion im 21. Deutschen Bundestag

Hier lernen Sie uns und unsere Arbeit kennen.

Flyer & Broschüren
Zur Publikation: Die grüne Fraktion im 21. Deutschen Bundestag
Britta Haßelmann und Katharina Dröge auf der Fraktionsebene des Deutschen Bundestags

Blick nach vorn

profil:GRÜN 7/2025

Zeitschrift
Zur Publikation: Blick nach vorn
Das Logo für Menschenrechte, das die Silhouette einer offenen Hand mit der eines Vogels (Friedenstaube) vereint, in Blau auf grünem Hintergrund.

Im Auftrag der Zukunft: Grüne Außenpolitik

Wir treiben eine strategische Neuausrichtung und wertegeleitete Außen- und Sicherheitspolitik voran.

Flyer & Broschüren
Zur Publikation: Im Auftrag der Zukunft: Grüne Außenpolitik