Grüne Tulpe - AOK Berlin

Jochen Schieborn kehrte nach seiner Oberschenkelblessur wieder zurück ins Team. Dietrich Brockhagen und Lennart Krause kamen etwas später noch dazu und so mussten nicht alle der 11 Tulpen die vollen 90 Minuten durchhalten.

Gleich zu Beginn ließ es sich der Gegner nicht nehmen, klarzustellen, welches Team hier den Takt vorgab. Mit schnellen Kombinationen, meist nur mit ein oder zwei Ballberührungen brachte man die Tulpenabwehr um Andre Bornstein, Marco Kraft, Stephan Examitzki und Aaron Greicius das ein oder andere Mal in höchste Gefahr.

Mit vereinten Kräften und Jochen Schieborns Lufthoheit konnte ein Gegentor aber erstmal verhindert werden. In der Offensive tat man sich entsprechend schwer. Die Stürmer Jürgen Stark und Ian Darcy -letzterer half dankenswerterweise aus Personalmangel aus- bekamen oft nur Abpraller und lange Bälle und konnten sich so nur schwer in Szene setzen.

Bis zur 30. Minute blieb der Gegner übermächtig und auch die beiden "Sechser" Tresfore Dambe und Frauke Prüser übernahmen fast nur Defensivaufgaben. Einzig Ian Darcy vermog es einstweilen durch seinen massiven Körper einige Lücken beim Gegner zu reißen.

Doch kurz darauf war es dann soweit. Nach Fehlern im Aufbauspiel der Tulpen, konnte die Krankenkasse über ihre rechte Seite in die grüne Strafraumzone eindringen und der AOK-Mittelstürmer mit der Nummer 9 konnte sein Team verdient mit 1:0 in Führung bringen.

Trotz des Rückstands motivierten sich die Tulpen weiter und gaben keinen Ball verloren. Die AOK war wohl schon in Gedanken in der Halbzeit und kurz unaufmerksam. Stephan Examitzki konnte auf der rechten Seite durchbrechen und Tresfore Dambe bedienen. Selbiger spielte Aaron Grecius frei, welcher 6 Meter vor dem Tor nicht abzog sondern wunderbar den völlig freien Ian Darcy einsetzte. Das 1:1 war dann reine Formsache, eine Überraschung zu diesem Zeitpunkt.

Teamchef Andre Bornstein zeigte sich in der Halbzeit zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Einigen Tulpen spürte man das hohe Spieltempo an und so brachte Andre frische Kräfte. Aaron ersetze Tresfore auf der 6er-Position, während Lennard die Linksverteidigerposition übernahm. Im rechten Mittelfeld kam Dietrich für Daniel.

Der Gegner schien keine Pause zu kennen und hielt das Tempo weiter oben. Die Tulpenabwehr hatte sich inzwischen ein bißchen auf die schnellen Stürmer eingestellt und konnte jetzt den ein oder anderen Zweikampf für sich entscheiden.

Doch in der 55. Minute zeigte der Unparteiische dann auf den grünen Punkt. Die Krankenkasse war in den 16er eingedrungen und Tulpe Frauke Prüser soll ihren Gegner wohl am Trikot gezogen haben. Die AOK ließ sich diese Chance nicht nehmen und der fällige Straftsoß wurde sicher verwandelt. 1:2

Nur drei Minuten später klingelt es schon wieder im grünen Kasten. Nach schnellen Angriff über die linke Seite konnte nach einer präzisen Flanke ein AOKler mit einem "Tip-in" Tulpe-Schlußmann Jochen Schieborn überwinden. Um dieses 1:3 noch zu verhindern, hatte der grüne Keeper Kopf und Kragen riskiert. Beider Spieler rasselten mit dem Oberkörper zusammen, konnten aber glücklicherweise weiterspielen.

Die Tulpen rückten jetzt weiter auf, um doch noch in der Offensive Akzente setzten zu können und so den Anschlußtreffer zu erzielen. So kam Marco Kraft nach einer grünen Ecke am 16-Meter Raum frei zum Schuß. Sein Versuch verfehlte das Tor jedoch deutlich. Da war mehr drin gewesen, wie auch in der kurz darauffolgenden Szene. Ian Darcy hatte ebenfalls die Chance zum Anschlusstreffer, scheiterte jedoch am herauseilenden Torhüter der AOKler.

Dementsprechend kam die Krankenkasse jetzt zu noch mehr Raum und setzte gefährliche Angriffe. Jochen Schieborn rettete zweimal glänzend auf der Linie, als ein AOK Stürmer fünf Meter vor ihm völlig unbedrängt zum Schuß kam. Meistens rächt es sich, wenn man seine Chancen nicht nutzt. So auch dieses Mal.

Andre Bornstein konnte sich den Ball am eigenen 16er erkämpfen und spielte Stephan Examitzki an der Mittelinie an. Der aufgerückte Innenverteidiger umkurvte seinen Gegenspieler und passte auf den startenden Ian Darcy. Die übberaschte AOK-Abwehr musste mit ansehen, wie Darcy allein auf das Tor zusteuerte. Konnte der Torwart den ersten Schuss noch parieren, der Nachschuss war letztendlich drin. 75. Minute und nur noch 2:3. Geht da etwa noch was, dachten sich die Tulpen.

Praktisch im Gegenzug baute die Tulpenabwehr eine wunderbare Abseitsfalle auf. Gleich vier Gegner standen weit im Abseits, doch der folgende Pass zu einem der AOK-Stürmer löste zur Überraschung aller auf dem Platz keinen Schiri-Pfiff aus.

Welcher Tulpenspieler noch näher zum Torwart stand, bleibt das Geheimnis des Unparteischen. Dementsprechend groß war die Chance der AOKler, die eigentlich zum 4:2 führte. Zur Entgeisterung des Gegners entschied der Schiedsrichter aber dann auf Abstoss, da bei dem Rückpass des Stürmers von der Grundlinie der Ball im Aus gewesen sein soll. Auch das lässt sich nicht eindeutig aufklären. So blieb die Tulpe im Spiel und die Chance auf den Ausgleich war immernoch gegeben.

In den letzten fünf Minuten entwickelte sich ein richtiger Schlagabtausch. Die Tulpen, konditionell eigentlich am Ende, mobilisierten nocheinmal alles und wären beinahe belohnt wurden. Nach schöner Kombination über Daniel, Tresfore, Aaron und Jürgen war wieder Ian Darcy frei durch. Durch ein Foul seines Gegners kam er im Strafraum zu Fall, konnte aber im Fallen noch das Tor erzielen. Plötzlich ein Pfiff und der Schiedsrichter entschied auf Freistoß für die AOK. ian soll wohl den Torhüter gefoult haben. Beide prallten tatsächlich zusammen aber eher aufgrund des Foulspiels des AOK-Abwehrspielers. Theoretisch hätte man auch Elfmeter geben können. So blieb es bis zum Schlusspfiff beim 2:3.

Fazit: Ersatzgeschwächte Tulpen haben sich gegen einen spielerisch besseren Gegner sehr teuer verkauft und gut gespielt. Teamchef Andre Bornstein war mehr als zufrieden. Beinahe hätte man noch einen Punkt gewonnen.