Grüne Tulpe - SG Deutscher Bundestag

In den fünf vorangegangen Partien in dieser Saison konnte die grüne Mannschaft viermal als Sieger vom Platz gehen. Nur im Sommer musste die Tulpe mal eine knappe 1:2 Niederlage einstecken. Der Statistik zufolge musste man also davon ausgehen, dass es auf jeden fall einen Sieger und auf keinen Fall ein Remis im "El Classico" geben würde. Und der Statistiker unter uns sollte Recht behalten.

Auch im 39. Spiel der Saison zeigte die Tulpe von Beginn an, dass ein Unentschieden nicht in Frage kam. Dabei hätte man durchaus vermuten können, dass gerade die Mannschaft der Bundestagsverwaltung alles in die Waagschale werfen würde, um in ihrem letzten Saisonspiel einen Sieg gegen den Dauergegner einzufahren.

Doch momentan hat das grüne Team einen Lauf und siegt mit Toren am Fließband. So auch heute abend. Zwar stotterte der grüne Motor am Anfang ein wenig, was vielleicht auch an den unangenehmen Temperaturen gelegen haben mag, aber als die Biokraftstoffe warm genug waren, wurde ein Mann von einer grünen Insel zum Matchwinner: Ian Darcy aus Irland. Der hatte bereits in dieser Saison schon so einige Spiele für die Grüne Tulpe absolviert und dabei auch zwei Tore geschossen, doch diesen Abend wird er so schnell nicht vergessen. Doch fangen wir von vorne an.

Bis zur 20. Minute passierte wenig und die Abseitstaktik der Sportgemeinschaft ging bis dato durchaus auf. Die, die den Bundesadler auf der Brust tragen, beherrschen diese schwierige Defensivtaktik wirklich gut, auch wenn das bei so einigen blinden Unparteiischen sehr mutig und zuweilen sehr riskant sein mag. Doch Schiri hin oder her, eine solche Taktik wird eben auch mal clever ausgetrickst.

So in der 21. Minute.  Da sah Tulpe-6er Tim Mahler eine Lücke im Verwaltungsapparat und passte wunderschön durch die Mitte auf den lossprintenen Ian, der nur noch den Torwart vor sich hatte. Der Ire entschied sich für einen Beinschuß und mit ein wenig Glück rutschte das Leder dann tatsächlich durch die Gamaschen des Keepers zur grünen 1:0 Führung.

Die SG Bundestag suchte danach mehr die Offensive und konnte tatsächlich mehr Spielanteile für sich verbuchen. Und hatte auch gleich ein paar gute Tormöglichkeiten, die sie aber nicht selbst herausspielte. Andre Bornstein, normalerweise ein grüner Fels in der Brandung, sorgte mit einer Reihe von ungewohnten Fehlpässen in der eigenen Abwehr für Unterhaltung.

Vielleicht wollte er unfreiwillig die Partie dadurch länger offen halten. Sein Keeper jochen Schieborn aber machte ihm und der SG Bundestag einen Strich durch die Rechnung. Eine dieser SG- Riesenchancen parierte Schieborn sensationell, in dem er wie einst "Katze Kahn" einen Ball doch noch aus dem linken unteren Eck fischte. 

Ebenfalls wie Jochen Schieborn lief auch Innenverteidiger Finn Pelke in dieser 1. Halbzeit zu Höchstform auf. Pelke erlief quasi jeden Ball in der eigenen Hälfte und ist an diesem Abend eindeutig der grüne Abwehrchef. Dies unterstreicht erneut, die momentane Spitzenklasse des grünen Teams. Auch wenn ein Spieler mal schwächelt, es gibt immer noch mindestens einen anderen, der dann die Kohlen aus dem Feuer holt.     

In der 32. Minute tauchte dann aber wieder der flinke Brecher Ian vor dem gegnerischen Tor auf. Es hatte inzwischen angefangen wie aus Eimern zu schütten, also ein Wetter wie bei ihm auf der Insel. Dementsprechend fühlte sich der Ire erst richtig zuhause und legte einfach mal nach. In Deutschland würde man ja vom perfekten Fritz-Walter-Wetter sprechen und souverän wie der deutsche Ehrenspielführer nutzte Ian eine tolle Kopfballvorlage von Tim Mahler mit einem gezielten Schuß aus etwa 11 Metern zum verdienten 2:0.

In der 39. Minute hatte dann Kristoffer Born nach schönem Pass von Simon Bruhn sogar das 3:0 auf dem Fuß. Born hatte den gegnerischen Torwart bereits ausgespielt und brauchte aus zwei Metern nur noch einzuschieben. Doch er wollte ungewohnterweise auf den mitgelaufenen Ian querpassen, was aber ein SGler in allerletzter Sekunde zu verhindern wusste. Kurz danach war erstmal Halbzeit und beide Seiten hatten sich angesichts des Wetters auf ganze drei Minuten Pause geeinigt.

Auch in der zweiten Hälfte ging der irische Frühling im Berliner Winter munter weiter. Es waren gerade einmal 5 Minuten gespielt, da schenkte Ian den Bundestagsverwaltern um dritten Mal ein. Der Hattrick war perfekt. Doch damit nicht genug. Nach einer grünen Ecke, bekam Ian im gegnerischen Strafraum erneut das Bällchen von Tim Mahler zugespielt. Der Ire zögerte keinen Moment und knallte das Runde wunderschön und unhaltbar ins obere Dreieck zum 4:0. Es war sein 4. Tor in Folge und gleichzeitig auch sein schönstes. Halb mit Innenrist, halb mit Picke fand der Ball wie am Schnürchen gezogen ins SG-Netz. Wäre eine Kamera im Stadion gewesen, man hätte dieses 4:0 zur ARD-Sportschau zur Auswahl "Tor des Monats Dezember" schicken können.

Es sollte noch dicker kommen an diesem Abend für die SG Deutscher Bundestag. In der 76. Minute schoß dann nämlich auch noch Kristoffer Born sein 270. Tor für die Grüne Tulpe. Ein langer Pass von - wem wohl- Tim Mahler auf linksaußen, ersprintet der grüne Kapitän noch kurz vor der Eckfahne und vor dem herauslaufenden Torhüter. Diesen und einen weiteren Abwehrspieler lässt er ins Leere laufen, um dann aus spitzen Winkel und ca. 25 Metern den Ball cool ins leere Tore zu schießen. 5:0

Für den krönenden Abschluß des Abends sorgte dann noch kurz vor Abpfiff Lennart Krause. Wie schon bei seinen letzten beiden Toren stand er wieder in Gerd-Müller-Manier genau am richtigen Platz zur richtigen Zeit, als ein Schuß von Andre Bornstein von der SG-Abwehr abgefälscht wurde und in seinem Fuß landet. Aus 2 Metern behält er - im Gegensatz zu Born in der ersten Hälfte - die Übersicht und schiebt zum dreckigen halben Dutzend ein.     

Fazit: Mit einem deutlichen 6:0 Sieg fegte die Grüne Tulpe die SG Deutscher Bundestag geradezu vom Platz. Mann des Tages war natürlich Ian Darcy mit seinen 4 Treffern. Er war es, der die Verwaltungsadler fast im Alleingang abschoss. 4 Tore hintereinander, dass gelingt nur selten einem Spieler im Laufe einer Karriere. Und nach dem Spiel offenbarte Ian, dass ihm dies bisher auch noch nie gelungen war. Ein besseres vorweihnachtliches Geschenk kann man sich nicht schenken.