Grüne Tulpe - Tasmania Bühne und Sport

Allerdings konnten die Tasmanen nur 9 Leute zusammen trommeln und so zeigten sich Sebastian Tschirbs und Dietrich Brockhagen bereit beim Gegner auszuhelfen. Was wiederum bedeutete, dass es auf beiden Seiten keine Wechselmöglichkeiten geben würde. Ob der Kälte vielleicht angenehm, aber in Anbetracht der Kondition vielleicht schwierig.

Zum Spiel: Da Dietrich überraschenderweise nicht ganz pünktlich war, musste Tasmania in Unterzahl beginnen. Aber die Tulpen zeigen sich gewohnt fair und bringen in den ersten Minuten -bis Dietrich umgezogen ist- nichts zu Stande. Verschiedene Gründe werden nachher aufgeführt, der gefrorene Boden (schlecht für flache Pässe), der böige Wind (schlecht für hohe Pässe), eine deutlich veränderte Aufstellung (schlecht für Automatismen) und vor allem eine gewisse Unkonzentriertheit (schlecht für alles im Fussball!).

Doch auch der Gegner stellt die Tulpendefensive, gewohnt sicher Stefan Witt und Stephan Examitzki, nicht vor Probleme und ganz gemächlich kommt die Tulpe besser ins Spiel. Wobei, wie von Temachef Sebastian Wienges in der Halbzeit bemängelt, man immer noch nichts von Genauigkeit, Schnelligkeit oder gar Schönheit im Spiel erkennen kann.

Langsam kommen dann nach schweren 20 Minuten die ersten Pässe an und einige (Halb-)Chancen werden sich erspielt . Die beiden Stürmer Markus Kurdziel und Jürgen Stark hängen aber entweder in der Luft oder im Abseits, was mitunter aber auch bezweifelt werden darf. Wie so oft in solchen Spielen fällt ziemlich aus dem Nichts ein Tor.

Endlich eine gelungene Kombination über die rechte Seite, Marek Dutschke und Simon Bruhn, an deren Ende letzterer Finn Pelke in der Mitte sieht. Er spielt auf Höhe des 16er schön quer, der Gegenspieler kommt zu schnell und ungestüm herangerauscht, der Ball tippt noch einmal auf und Finn "schießt" mit seinem schwachen linken Fuss aufs lange Eck. Der Ball wird lang und länger und senkt sich hinter den guten Gäste-Keeper ins Eck. War es Glück, war es der kaputte Schuh? Egal, 1:0!

Danch scheint die Tulpe etwas Schwung und Elan aufgenommen zu haben und erspielt sich einige bessere Chancen durch Markus, Jürgen und den aufrückenden Stephan. Endlich werden die Stürmer auch besser in Szene gesetzt und Markus am Elferpunkt frei gesehen. Dieser legt sich den Ball auf links und erzielt halb im Fallen, halb aus der Drehung das 2:0. Wohlgemerkt sein 216. Tor im Tulpe-Dress!

Wird nun alles besser im Tulpe-Spiel? Nun, wirklich viel passiert vor der Pause nicht mehr und als gerade alle in die Pause wollen, da entsteht mehr durch Zufall die erste und gleich brandgefährliche Chance der Tasmania. Nach einigen Fehlpässen und Querschlägern ist der Tasmanen-Spielmacher auf links dem guten Linksverteidiger Lennart entwischt und will flanken. Oder doch schießen??? Jedenfalls schlägt der Ball, vom fiesen Wind über den bis dahin beschäftigungslosen Jochen Schieborn getragen, ans rechte Lattenkreuz! Glück gehabt oder sehr gutes Auge von Jochen. Dann ist endlich Pause.

Mehr Genauigkeit und Pässe in den Fuss werden erneut gefordert und daran erinnert, dass sie jetzt Rückenwind haben. Das scheint nicht nur symbolisch zu gelten, denn die ersten 5-10 Minuten spielen die Tulpen mehr und es sieht deutlich konstruktiver aus. Auch zu Gelegenheiten kommen sie, z.B. durch den aufgerückten Sebastian Wienges nach Ecke von Tresfore Dambe.

Oder eben dieser nach Kombination über Stephan und Jürgen frei vorm Gäste-Keeper, aber das entscheidene dritte Tor will einfach nicht fallen. Langsam kommt Unruhe auf, die der Schiri leider nicht im Keim erstickt und die Tasmania, vom kleinen Mittelfeld-Kämpfer, dem umsichtigen Sebastian und dem Spielmacher angetrieben kämpft sich ins Spiel.

Die Tulpen verlieren mehr und mehr den Faden und die Fehlpässe häufen sich. Erste Hälfte war der Gegenwind Schuld und nun der Rückenwind, der die Bälle unerreichbar werden lässt. Aber auch in dieser schwächeren Phase kommt es zu grünen Tormöglichkeiten und wann immer kontrolliert und schnörkellos gespielt wird, ist die Tulpe am Drücker.

Bei einer dieser Chancen ist Jürgen frei auf dem Weg zum Tor, erreicht den Ball gerade noch vor dem herausstürmenden Keeper und kann den Ball noch rüber heben. Leider knapp vorbei und viel schlimmer, die beiden prallen im vollen Lauf aneinander und Jürgen bleibt erstmal liegen. Nach kurzer Orientierungsphase hält er sogar bis zum Schlusspfiff durch, aber fährt dann mit "Rückkehrer" Dietrich ins Krankenhaus – die schlimme Erkenntnis: Augenhöhlenbruch! Alles Gute auf diesem Wege und hoffentlich, wie selbst beschrieben, "bis (ganz) bald auf dem Platz unseres Vertrauen!"

Vielleicht ist es der Schock über diese Situation oder die nachlassende Kraft, doch nun kommt die Tasmania immer häufiger, wenn auch meistens ungefährlich in die Tulpen-Hälfte. So bekommt Jochen zahlreiche Gelegenheiten sich nicht nur als Fussballer, sondern als echter Torhüter auszuzeichnen. Und als wahrscheinlich alle mit einem baldigen Ende gerechnet haben, passiert der erste Streich.

Nach wieder unzähligen Fehlpässen und teils höchst unglücklichen Querschlägern bekommt die an Tasmania ausgeliehene Tulpe Sebastian Tschirbs in der 80.Minute den Ball von einem Stürmer-Kollegen zugespielt. Der schießt sofort, trifft Finn Pelke, der fälscht ab und Jochen hat keine Chance, als der Ball an ihm wie in Zeitlupe vorbei trudelt und vom heraneilenden Mittelfeld-Wirbelwind über die Linie gedrückt wird. Womöglich Abseits, aber das Tor zählt: nur noch 2:1.

Auch jetzt noch spielt die Tulpe besser, aber verwertet die Chancen nicht und gerät so weiter unter Druck. Kurz vor Ende der Spielzeit noch ein Ecken-Festival, das im vierten Versuch vorerst geklärt werden kann. Jedoch zu kurz und so gelingt der Tasmania in der 88.Minute mit einem Sonntagsschuss aus knapp 20m in den Winkel der späte Ausgleich. 2:2.

Kurz darauf ist Schluß und alle entfliehen dem eisigen Wind.

Fazit: Ärgerlich, aber irgendwie hatte die Tulpe fast darauf gewartet und die alte Fussballerweisheit "wer vorne die Dinger nicht macht, kassiert hinten welche" (oder so ähnlich) hatte sich am Ende mal wieder bewahrheitet. Doch das ist alles letztendlich nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Jürgen sich von der schweren Verletzung schnell wieder erholt und schon bald wieder im grünen Dress auflaufen kann. Es sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass der Gäste-Keeper sich hinterher in der Kabine fair nach Jürgens Wohlergehen erkundigte.