Endlich wieder auf Grün...

Die Grünen Tulpen fieberten schon seit vielen Wochen dem Startschuß in die neue Saison 2010 entgegen, der aber immer und immer wieder wegen des Winterwetters verschoben werden musste. So war bei allen Beteilligten die Freude groß, als das Sportamt Mitte letzte Woche grünes Licht für das erste Saisonspiel gegen die Sportgemeinschaft des Deutschen Bundestages gab

Die SG ist bei der Grünen Tulpe ein gern gesehener Gegner. Schließlich liegt die letzte Niederlage gegen die "Bundesadler" schon mehr als drei Jahre zurück. Vielleicht auch gerade deswegen wurde gerade die Mannschaft der Bundestagsverwaltung zum grünen Saisonauftakt ins altehrwürdige Poststadion eingeladen.

Obwohl es mit knapp 0 Grad noch recht eisig in kurzen Hosen war, hatte sich eine Vielzahl von Tulpen für dieses erste Saisonspiel angemeldet. Mit Andrea, Mercedes und Barbara sind auch gleich drei Frauen mit an Bord. Dazu ist auch noch die "indische Tulpe" Manu Sarma überraschend ins Poststadion gekommen. Manu, der im Juni 2009 sein Abschiedsspiel bei der Tulpe gab, hatte einfach seinen Rückflug aus den USA nach Indien mal so gebucht, dass er über die Zwischenstation Berlin zurückfliegen und so beim Tulpe- Saisonauftakt mit dabei sein kann. Wahnsinn, welch ein Einsatz!

Da Teamchef Sebastian Wienges an diesem Abend leider verhindert war, übernahm Andre Bornstein kurzerhand seinen Aufgabenbereich. Das war nicht gerade einfach, denn es waren schließlich 17 Tulpen anwesend. Andre rechnete kurzerhand ein bißchen rum und rief dann noch in der warmen Kabine der Mannschaft zu: "Jeder spielt heute 60 Minuten". Nicht wenige waren beruhigt ob der klaren Ansage, denn mehr als 60 Minuten würde ihr Körper im ersten Saisonspiel wohl eh nicht zulassen. Auch die Sportgemeinschaft hatte vorgesorgt und hatte eine stolze Beamtenreserve mit im Schlepptau.

Bevor es dann losgehen konnte, musste auf grüner Seite bereits getapt werden. Nein, zum Glück nicht aufgrund von Verletztungen beim Aufwärmen, sondern es gab Probleme besonderer Art. Die grünen Außenläufer Asgar Ergin und Marek Dutschke hatten beide ihre Kontaktlinsen vergessen und mussten nun ihre Brillen am Kopf befestigen. Da nur Tapeband verfügbar war, mussten beide mit nicht patentierten Befestigungslösungen auskommen. Asgar entschied sich für eine "Rund-um den Kopf"-Variante und Marek für kleine Klebbänder auf Höhe der Lauscher.

So abenteuerlich wie die Befestigung der beiden Brillen, so sah zunächst auch der Fussball aus, den beide Mannschaften da in der ersten Viertelstunde fabrizierten. Ein Spielsystem war bei beiden Mannschaften jedenfalls nicht erkennbar, so chaotisch wie das Leder ständig die Reihen wechselte. Auch vor die gegnerischen Strafräume kam der Ball so gut wie gar nicht und beide Torhüter mussten irgendwie anders der Kälte trotzen.

Erst als die Grünen in der 16. Minute mal eine Ecke rausholten, blitzte so etwas wie Torgefahr auf. Doch dann - wir schreiben die 19. Minute- passiert plötzlich was Aufregendes. Auf Höhe der Mittellinie gibt es einen hart umkämpften, aber fairen Zweikampf zwischen Asgar Ergin und einem Bundestagsverwalter. Auch die Ergin'sche Brille kämpft dabei fleißig mit und muss anschließend mit schweren Bruchschäden ausgewechselt werden. Kurz darauf verlässt auch der Besitzer des Kassengestells das Feld. Die getapte "Notbrille" war nunmal nicht zertifiziert und konnte dem Druck des ersten Saisonspiels einfach nicht standhalten. Gut, dass kein DFB-Obmann zugegen war.

Nach diesem ersten "Höhepunkt" im Spiel, wechseln die Tulpen das erste Mal gleich mehrere Spieler aus. 10 Minuten später zählt der unterbeschäftigte Greenkeeper Christian Meuschke wohl aus Langeweile seine Vorderleute mal durch und kommt zu dem Schluß: "Hey, zählt mal durch, ich glaub wir sind nur zu Zehnt". Und er hat recht. Es sind tatsächlich nur 10 Tulpen auf  dem Feld. Der Asgar'sche Brillenverlust hatte irgendwie auch Auswirkungen auf die gesamte Auswechselpraktik der grünen Truppe gehabt. Aber das unfreiwillige Unterzahlspiel schien das grüne Spiel zu beleben. Vielleicht, weil jetzt auch mehr Platz zum Spielen war.

Nach der Auswechselpanne nimmt das Tulpe-Spiel endlich Fahrt auf und kommt immer öfter vor das Tor der Bundestagsverwaltung. Ein Angriff nach dem nächsten rollt und auch, wenn das grüne Offensivspiel noch nicht ganz rund läuft, so sieht man endlich den Willen ein Tor zu schießen. Und kurze Zeit später wird dieses Anrennen auch belohnt. Wir schreiben die 35. Minute, als wieder ein Angriff über die starke rechte Seite, über Stephan Examitzki und Marek Dutschke läuft. Kurz vor dem 16er landet der Ball irgendwie dann genau im Lauf von  Tulpe-Dynamo Hartwig Mayer, der trocken aus 10 Metern zur 1:0 Führung einnetzt. 

Das Tor war zwar nicht wirklich herausgespielt und eher etwas glücklich zustande gekommen, aber die Führung ist verdient. Die, die den Adler oder die "fette Henne" auf der Brust tragen, sind durch den Rückstand scheinbar so überrascht, dass die danach kaum noch ihre eigene Hälfte verlassen. Wieder gelingt der grünen Truppe ein schöner Angriff, diesmal aber durch die goldene Mitte. Ein langer Pass aus der eignen Hälfte in Uwe-Bein-Manier landet genau im Lauf der herausragenden Andrea, die den Ball nicht nur wunderbar annimmt, sondern ihn auch wunderschön quer auf den mitgelaufenen Markus Kurdziel passt. Der Tulpe-Präsi läßt sich diese Chance nicht nehmen und schießt so sein insgesamt 213. Tor für seine grüne Mannschaft.

2:0 und gleich ist Halbzeit. Doch die SG Deutscher Bundestag bekommt vom Schiri noch einmal einen unberechtigten Freistoß  vor dem grünen Tor geschenkt. Aus 20 Metern zirkelt der Bundestagsverwalter mit feinem Füßchen den Ball an direkt die Querlatte. Während alle Tulpen inklusive dem guten Keeper Meuschke den Ball im Aus wähnen bzw. ihn noch suchen, ist ein SG-Kicker aufmerksam zur Stelle und köpft den sich senkenden Ball aus 50cm zum 1:2 über die Torlinie.

Mit diesem kleinen Dämpfer geht es in die Halbzeit. Die Tulpen wechseln wie angekündigt erneut auf ein paar Positionen. Wie vorher abgesprochen wechselt jetzt auch Jochen Schieborn für Chrisitan Meuschke ins Tor.

Der Anschlußtreffer der Bundestagsverwaltung kurz vor der Halbzeit hat bei den Tulpen irgendwie Spuren hinterlassen. Denn nach Wiederanpfiff gelingt der grünen Mannschaft im Spielaufbau erstmal nichts mehr und die Adlerträger werden so unnötig wieder ins Spiel gebracht. Im grünen Mittelfeld klafft jetzt immer öfter ein Loch und die flinken Stürmer der SG kommen jetzt ein ums andere Mal zu guten Konterchancen.

In der 60. Minute passiert dann schließlich das, was immer passiert, wenn man ein Spiel leichtfertig aus der Hand gibt. Ein grüner Ballverlust in der eigenen Hälfte- direkt nachdem die Tulpe-Defensive fast vollständig ausgewechselt wurde- führt dann zum logischen Ausgleich. Der gut platzierte Schuß des starken SG-Außenstürmers landet aus spitzem Winkel unhaltbar für Tulpe-Torhüter Schieborn im rechten unteren Eck. 2:2

Danach will die Tulpe unbedingt wieder das Heft in die Hand nehmen, stürmt allerdings ohne richtige Rücksicherung, die in der 65. und 72. Minute mit dem 2:3 und 2:4 bestraft werden. Zwar spielt die Mannschaft der Bundestagsverwaltung nicht den besseren Fußball, aber sie nutzt in dieser Phase die grünen Ballverluste eiskalt aus.

Doch wie in der ersten Halbzeit die Tulpen sich auf dem 2 Tore-Vorsprung ausruhten, so will jetzt die SG Bundestag den Vorsprung bis zum Abpfiff nur noch verwalten. Dabei sind noch gut 20 Minuten zu spielen.

Die Grüne Tulpe gibt sich nicht auf und will hier noch was reißen. Ein Angriff rollt nach dem anderen und oft sind die Tulpen nur durch Fouls zu bremsen. Die SG will den lang erhofften Sieg auf keinen Fall mehr aus der Hand geben, doch die grüne Mannschaft hat eine große Torchance nach der anderen.

Einmal ist Manu Sarma allein vor dem Torhüter und schießt diesen unglücklich an. Kurz darauf kratzt der aufmerksame SG-Spieler, der auch schon das 1:2 köpfte, einen Torwart-Lupfer von Kristoffer Born gerade noch von der Linie. Danach lenkt der überragende Tor-Verwalter des Bundestages mit einem Weltklasse-Reflex den platzierten Schuß von Finn Pelke aus 8 Metern noch über das eigene Gehäuse. Und schließlich -kurz vor Schluß- klärt dann nach einer Ecke ein auf der Linie stehendes Adlerbein einen starken Kopfball von Andre Bornstein.

Die Grüne Tulpe hätte wahrscheinlich noch eine ganze 3. Halbzeit spielen können, es wäre ihr wahrscheinlich an diesem Abend kein Tor mehr gelungen. So blieb es schließlich bei der 2:4 Niederlage gegen die Mannschaft der SG Deutscher Bundestag. Ein völlig neues Gefühl, denn die letzte Niederlage der Grünen Tulpe liegt wie schon erwähnt ganze 3 Jahre zurück. Damals, es war der 7. Februar 2007 verlor die Grüne Tulpe mit 1:2.

 

 

Fazit: Der Saisonauftakt ist mit dieser Niederlage zwar verpatzt und eine lange Erfolgsserie gegen die SG Deutscher Bundestag gerissen, doch das Spiel war gar nicht so schlecht. Die 2:0 Führung der Grünen Tulpe in der ersten Hälfte war verdient und nur durch viele leichtfertige Ballverluste auf Seiten der Tulpe fanden die Bundestagsverwalter zurück ins Spiel. Die SG verstand es in der 2. Hälfte ihre wenigen Chancen eiskalt auszunutzen. Das wiederum gelang der Tulpe eben nicht und dieses Manko muss sie in den nächsten Spielen unbedingt abstellen. Positiv festzuhalten ist, dass sich die grüne Mannschaft bis zum Schluß gegen die Niederlage stemmte und so auch noch zu guten Torchancen kam, die fast ein Remis ermöglicht hätten.