Grüne Tulpe - BDI: 5:1

Die deutsche Konjunktur beginnt zu lahmen

Berlin, gwd - Die deutsche Industrie lebt von ihrer Innovationskraft. Das haben die Grünen seit langem erkannt und stärken eben diese konsequent mit ihrer Politik. Die Herausforderung an dieser Strategie liegt jedoch darin, dass Innovationen kaum planbar sind. Sie entspringen einem fortwährenden Prozess, neues Wissen zu generieren, Inventionen auszuprobieren und sich im Markt erproben zu lassen. Welche Erfindung schließlich Erfolg hat, ist nur schwer vorhersagbar und hängt oft von geringfügigen Entscheidungen ab. Daher fördern die Grünen konsequent Forschung & Entwicklung bis zur Markteinführung solcher Innovationen, nach denen ein gesellschaftliches Bedürfnis für eine nachhaltige Entwicklung besteht.

In diesem Spiel stand eine entsprechende Entscheidung gleich am Beginn des Spiels: Die Grüne Tulpe hatte gerade einmal elf Spieler, darunter aber keinen Torwart zusammen bekommen. Das Bedürfnis nach einem Torwart war unumgänglich. Schnell erklärten sich zwei Spieler bereit, doch die geringfügige, aber spielentscheidende Entscheidung war die Verteilung dieser Rolle auf die zwei Halbzeiten. André Bornstein streifte sich die Handschuhe in der ersten Halbzeit über und rettete mit drei grandiosen Paraden ein Unentschieden in die Halbzeit. Drei Paraden, die der Keeper der zweiten Hälfte, Sebastian Wienges, wohl nicht annähernd so hinbekommen hätte.

Die selbsternannten Kapitalisten waren von Beginn an in der Überzahl und erspielten sich im ersten Quartal dank der vor Kraft strotzenden Konjunktur durchaus eine Feldüberlegenheit. Dennoch die erste Chance hatten die innovativen Grünen. Coach Wienges zieht aus 30 Metern ab und platziert den Ball gefährlich auf das untere Eck. Der Industriekeeper kann nur abklatschen, genau vor die Füße des heranstürmenden Manu Sharma, dessen Nachschuss er aber auch bravourös pariert. Die Tulpe scheint die besseren Angebote zu machen, als die unsichtbare Hand der deutschen Industrie das erste Mal zuschlägt. Ein blitzsauberer Konter über drei, vier Stationen wird dem Ackermann im Kapitalisten-Sturm perfekt in den Lauf gespielt. Torwart Bornstein kommt einen Tick zu spät und der Ball zappelt zum 1:0 im Tor.

Die Grünen greifen nun an und wollen durch eine Steigerung des Arbeitsfaktors das Kapital zurückdrängen. Doch ein ums andere Mal vereitelt der Mann auf der Linie durch grandiose Reflexe den Ausgleich. Nur bei Ecken taucht er des Öfteren unter dem Ball durch. Ein Ball kommt so dann doch quer zurück und wird von Stefan Bauer zum 1:1 geistesgegenwärtig über die Linie gedrückt.

Danach beginnt jedoch das stärkste Quartal der Industrie. Ein ganz feiner Diagonalpass landet wieder bei Ackermann, doch dieses Mal klärt der herauseilende Bornstein und vermasselt die Rendite. Ein weiteres Mal zieht von halbrechts ein Mittelfeldspieler aus dem Rückraum ab und Bornstein klärt mit den Fäusten spektakulär über die Querlatte.

Doch in diesem letztlich spielentscheidenden Quartal gelingt der Tulpe eine, wenn auch kleine Innovation. Asgar Ergin wechselt ins zentrale Mittelfeld und dirigiert in der Folge virtuos das Spiel der Tulpe. Kurz vor der Pause kommt der letzte Querpass auf Tresfore Dambe noch um Haaresbreite nicht an und die Führung wird vergeben. Doch die Trendumkehr ist geschafft, die Tulpe kann zuversichtlich in die Pause gehen.

Wie Schweinezyklen eben so sind: Plötzlich bricht die Konjunktur ein. Die Nachfrage aus dem Sturm fehlt, die Konkurrenz macht eine kleine Innovation und erobert Marktanteile, die Angebote aus dem Mittelfeld finden keinen Absatzmarkt mehr und mit einem Mal greift nichts mehr ineinander, Produkte, die eben noch als Cash Cow erschienen, werden zu Ladenhütern. Die Bälle kommen kaum noch beim Mitspieler an, die Tulpe dominiert nun schon das gegnerische Mittelfeld. Ackermann ruft wehleidig nach der Hilfe des Staates. Ein einziger Torschuss von ihm fliegt in der zweiten Hälfte Richtung Tulpen-Tor, streicht aber knapp am Pfosten vorbei. Da ist das Spiel schon längst entschieden.

Lange steht es noch 1:1. Eine blitzsaubere Kopie des Führungstreffers der deutschen Industrie wird vom Inder Manu Sharma Richtung Tor abgeschlossen. Doch die Industrie weiß ihre Markenprodukte zu schützen, kratzt den Ball noch von der Linie und verhindert das nächste Kopierwunder. Aber schon das dritte Quartal ist eines mit Nullwachstum. Obwohl in Überzahl erschienen, hat die Industrie immer weniger den Tulpen entgegenzusetzen. Am Quartalsende schönt die Industrie schon ihre Quartalszahlen, als Asgar Ergin sich den Ball für einen Freistoß 30 Meter vom führenden Aluminiumanbieter entfernt zurechtlegt. Dem Alufachmann schwant schon nichts Gutes und er trippelt zwischen seinen Pfosten. Ergin nutzt den Trend und schickt seinen Freistoß wie an einer Zauberschnur gezogen genau ins linke Eck an die Unterkante der Latte: 2:1. Traumtor!

Nun bricht die deutsche Konjunktur ein. Kurz darauf ein Angriff wie der Rumänen gegen die Argentinier bei der WM 1994. Pass auf Ergin, der passt diagonal in den Raum auf Bornstein und der spitzelt den Ball am Torwart zum 3:1 vorbei. Panikverkäufe beginnen. Den nächsten Freistoß schießt nun der grüne Kapitän Kristoffer Born. Diesmal ist der energieintensive Aluanbieter gewarnt und stellt eine Mauer, zwei Mann über den Pfosten – nicht genug: Ansatzlos schlenzt der Tulpen-Torjäger den Ball mit Effet fast ungehindert um die Mauer ins Netz zum 4:1.

Die grünen Chancen mehren sich jetzt und selbst abgewehrte Bälle können nicht mehr gewinnbringend verwertet werden. Das Vertrauen an eine erneute Wende am Konjunkturhimmel scheint nun in den Reihen des BDI im letzten Quartal völlig verloren zu sein. So kommt es denn auch zu einer Ballstaffette mit völliger Umnachtung der Industriellen und der ihnen Nahestehenden. Die nutzt der grüne Mittelfelddynamo Tresfore Dambe zum 5:1, als er das Bällchen in die inzwischen verwaiste Hälfte des gegnerischen Tores einschiebt. Dies sollte das letzte Tor des Abends gewesen sein, bei der die Industrie am Ende doch noch deutlich unter die grünen Räder kam, allerdings im Ergebnis ein wenig zu hoch.

Fazit:

Die Analyse des Grünen Wirtschaftsdienstes (gwd) ist abschließend eindeutig: Die deutsche Industrie befand sich nach zwei starken ersten Quartalen gegen Ende des vierten Quartals im freien Fall, der demographische Wandel hat den jüngeren aufstrebenden Wettbewerbern nichts mehr entgegenzusetzen gehabt. Nur eine ökologische Revolution kann der Industrie neues Wachstumspotential und Innovationskraft einhauchen. Eine ökologisch und soziale nachhaltige Entwicklung ist der neue Megatrend an den globalen Märkten.