Grüne Tulpe - BeckerBüttnerHeld

Eins vorweg. Eine unansehnliche Nullnummer wie beim letzten Aufeinandertreffen im Frühjahr 2009 gab es diesmal nicht. Ganz im Gegenteil. Die Grüne Tulpe zeigte gleich von Beginn an, was sie im Traininslager in Schlotheim so alles geübt und einstudiert hatte.

Da Libero Stefan Witt leider nicht teilnehmen konnte, musste Teamchef Wienges kurzerhand auf das ungewohntr 4-4-2 umstellen. Wie schon zuletzt, als er gegen den Landesverband Thüringen zu Beginn nur 10 Mann auf den Platz schickte, sollte auch diese taktische Meisterleistung zum Erfolg führen.

Die Tulpe begann kontrolliert, mit Barbara Messow, Stefan Examitzki, André Bronstein und Marco Kraft in der 4er-Abwehrkette und ließ erst einmal Ball und Gegner laufen. Das Zuspiel in die nahe gelegene 4er-Kette im Mittelfeld um Ratimir Britvec, Frauke Prüser, Finn Pelke und Marek Dutschke klappte hervorragend, so dass die beiden Sturmspitzen Andrea und Simon Bruhn immer wieder in Szene gesetzt werden konnten.

Aufgrund der zunehmend drückenden Hitze, wurde mit Daniel Elfendahl, Martin Daus und Finn Gerlach munter durchgewechselt. Gezwungener Maßen kamen die Tulpen somit schnell zu ihren Torgelegenheiten. Tastete man sich zu Beginn eher vorsichtig an das Tor der BeckerBüttnerHelden heran, waren die Bemühungen schon nach rund zwanzig Minuten von Erfolg gekrönt.

Der im Spielverlauf, wohl beflügelt ob seiner ungewohnten Rolle als Kapitän, immer stärker aufspielende Marek Dutschke nimmt sich beherzt den Ball im zentralen Mittelfeld und steckt durch auf den auf halb rechts frei stehenden Simon Bruhn. Letzterer fackelt nicht lange und zieht mit Vollspann ins rechte kurze Eck. 1:0.

Marek, nein, die Tulpe hat noch nicht genug und will nachlegen. Wieder kommt Marek, diesmal über rechts, an den Ball, sieht den frei stehenden Finn Gerlach am zweiten Pfosten, bringt die maßgeschneiderte Flanke auf Finn, der den Ball mit der Brust annimmt, abtropfen lässt und abgeklärt zum 2:0 einschiebt.

Das ist auch der Pausenstand. Bis auf ein paar Eckbälle, die keine Gefahr für den Kasten der Tulpe sind, können keine Torgelegenheiten für die BeckerBüttnerHelden verbucht werden. Letztere ziehen sich in der Halbzeitpause zurück und besprechen die neue Taktik. Es müsse mehr über links gekommen werden, wird vernommen. Eine solche Demonstration, wie sie die Tulpe in der ersten Halbzeit gegen die BüttnerHelden zeigte, hat man jahrelang nicht mehr bestaunen dürfen.

Die Ansprache schien Früchte zu tragen. Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit überraschen die BeckerBüttners mit aggressivem Pressing, sicherem Passspiel und dem nötigen Torinstinkt. Eine kurze Ballstaffette landet beim hereinlaufenden Linksaußen, dieser zieht mit rechts ab, viele Spielerinnen und Spieler sehen den Ball schon im Netz zappeln, doch da kommt gerade noch rechtzeitig die linke Pranke des Aushilfskeepers Wienges, die den Ball über die Latte bugsiert. Glück gehabt, Tulpe.

Auch im Anschluss kommen die Büttners zu der ein oder anderen Torgelegenheit. Die Tulpe allerdings bewahrt ihrerseits die Nerven und konzentriert sich wieder auf ihr kombinationssicheres Passspiel. Ein Phänomen im Übrigen, das man immer ein paar Wochen nach dem Trainingslager unter Leitung des Trainers Levent Tan erkennen kann: Sauberes, taktisch kluges, durchdachtes Spiel, das erst nach und nach aus den Köpfen verschwindet und durch gelegentliche „Kasino“-Flanken ins Nirvana unterbrochen wird.

Heute war der Tag jedoch noch nicht gekommen und so kombinierte sich die Tulpe gekonnt in des Gegners Strafraum. Simon erhält auf links den Ball, sieht den mittig platzierten Finn Gerlach, dieser spielt den Doppelpass auf die Grundlinie, Simon erläuft den Ball, spielt scharf in den Fünfmeterraum, wo die heranrasende Andrea frei zum Schuss kommt. Zwar pariert der Beckersche Keeper den Ball mit starkem Reflex, doch Andrea wäre nicht Vollblutstürmerin, würde sie nicht den Abpraller erahnen und souverän zum 3:0 einschenken.Entscheidung.

Zwar sind noch zwanzig Minuten zu spielen, doch zu diesem Zeitpunkt glaubt niemand mehr, dass die Tulpe noch den Sieg hergeben wird. Die Büttners setzen nun alles auf eine Karte, so dass die Tulpe notgedrungen zu ihren Kontergelegenheiten kommt. Ein Kopfball von André findet nach einer schönen Ecke von Finn Gerlach nur den Pfosten. Ein schöner Pass von Andrea auf André findet frei vorm Tor nicht das erwünschte Ergebnis.

So viel „Chancentod“ lassen sich die Büttners nicht bieten und erhaschen ihrerseits die nächste Gelegenheit. Ein langer Ball in die Spitze wird vom bis dato überragenden Goalie Wienges unterschätzt. Letzterer kommt zu spät an den Ball, bekommt die Hosenträger nicht mehr zu und so rollt der Ball ins ehrenhafte und verdiente 3:1. Mehr Kosmetik, denn Aufholjagd an diesem Tag, dessen sind sich Alle bewusst.

Fünf Minuten vor Schluss kommt schließlich auch André Bornstein zu seinem Tor. Große Freiräume bieten sich dem pfeilschnellen Finn Gerlach, der auf halblinks im Strafraum auf André passt, welcher „mehr schlecht als recht“ das Leder zum schlussendlichen 4:1 über die Linie bugsiert.

Fazit: Die Tulpe spielt in neuer taktischer Formation einen kombinationssicheren Fußball, der die BeckerBüttners nur selten an den Ball kommen lässt. Wenn ein Ball aufs Tor der Tulpe kommt, kann Teamchef alias Goalie Wienges den Kasten sauber halten. Marek spielt in seiner neuen Kapitänsrolle sein wohl bestes Spiel seit Monaten und belohnt sich selbst mit zwei Assists. Insgesamt ein leistungsgerechtes 4:1 für die Grüne Tulpe!