Grüne Tulpe- JobTV24

NEU! - Das Video zum Spiel bei JobTV24 unter folgendem Link:

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Der "Charly Körbel" der Grünen Tulpe sagt 'Servus'

Sepp Maier soll mal über Walter Junghans gesagt haben, der würde bei Bayern noch ein Althans werden. Er wurde es bekanntlich nicht. Arne Jungjohann hingegen ist mit Sicherheit der Altjohann der Grünen Tulpe. Doch weil auch die Amerikaner so einen Emissionshandel wollen, hat Arne beschlossen seine Zelte erstmal hier abzubrechen und in Washington wieder aufzuschlagen, nicht jedoch bevor er nicht ein angemessenes Abschiedsspiel gehabt hätte. Während Arne seinen Abschied feierte, war das Spiel für JobTV24 dagegen die Premiere. Um beiden Anlässen gerecht zu werden, wurde die Partie auch auf Film festgehalten.  

So nahmen die Tulpen denn Aufstellung um ihren Herren des Feldes, Arne, den Jungjohann, der fortan totalen Fußball forderte. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht und in Ermangelung von Verteidigern spielte die Tulpe mit Dreier-Abwehrkette und Fünfer-Mittelfeld, das sich komplett immer wieder in den Angriff einschalten sollte. Angesichts relativ offensiv eingestellter Arbeitsmarkt-Filmemacher sollte die Tulpen-Defensive insbesondere bei schnellen Kontern ein ums andere Mal in Unterzahl geraten.

Bei Abschiedsspielen der Tulpe geraten die Gegner traditionell mal unter die Räder. Doch die Arbeitsvermittler von JobTV24 traten mit einer formidablen Offensivabteilung an. Schon aus dem ersten Ballverlust der Tulpe erspielten sich die Karriereberater eine Ecke, die genau auf dem Kopf ihres Sturmführers landete, der innerhalb des Fünfmeterraumes frei zum Kopfball kam und den Ball technisch ansprechend drückte. Doch war Tulpen-Keeper Christian Meuschke auf dem Posten und der Ball sprang letztlich harmlos in seine Arme. In der Folge stellten die Tulpen einen individuellen Fallmanager für den brillanten Techniker ab, der je nach Bedarf an die jeweilige Spielsituation angepasst, eingriff, um die Potentiale des Stürmers optimal einzuengen.

Mittelfeld und Hintermannschaft der Jobfinder hatten dem totalen Fußball hingegen weniger entgegenzusetzen und Arne Jungjohann beherrschte das zentrale Mittelfeld, fädelte Angriff auf Angriff ein und bollwerkte in der Defensive vor der Abwehr. So dauerte es dann doch nicht lange, bevor Tresfore Dambe nach Vorarbeit von Marius Knaak von der Strafraumgrenze abziehen konnte und einen gefährlichen Hoppelball Richtung rechte untere Ecke auf den Weg schickte. Glücklicherweise war der Ball so langsam, dass der Torhüter gar nicht erst an eine Fußabwehr dachte und stattdessen sich beherzt auf den Bauch legte, was allerdings noch langsamer war als der Ball. Schranke fällt und es heißt 1:0 für die Tulpe. Auf die Zeitlupe der Szene wurde verzichtet, da sich ein Standbild ergeben hätte.

Die Tulpen griffen nun weit in des Gegners Hälfte an, um dessen Sturm gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen. Das funktionierte auch recht erfolgreich. Noch keine zehn Minuten waren gespielt, als Toffi von links mit rechts eine Flanke auf Marius Knaak zieht, der den Ball aber als Täuschungsmanöver absichtlich nicht mehr berührt, bevor er auch so zum 2:0 ins lange Eck trudelt. Nach nicht mal zwanzig Minuten das 3:0. Einen Einwurf von Kaptain Toffi Born leitet der starke Marius Knaak weltklassemäßig mit der Brust weiter und flankt wunderschön an Torwart und abwehrbereiten JobTVlern vorbei zum mitgelaufenen Ralf Südhoff, der nur noch ins Tor einschieben muss.

Spätestens seitdem der Torwart auch an diesen Ball nicht mehr rechtzeitig herangekommen war, zeigte er sein wahres Ich, vor dem selbst Olli Kahn panische Angstattacken kriegen würde und Ottmar Hitzfeld sich mit Tränen in den Augen wünschen würde, dass er doch mal wieder nur Türen und nicht noch anderes eintreten würde. Immer wieder röhrte es für den Rest des Spiels vernichtende Urteile über sämtliche Mannschaftsteile quer über den ganzen Platz. Es sei dahin gestellt, ob dies Wirkung zeigte und ob sie wirklich so ernst gemeint waren, aber Fakt ist, dass die offensiven Jobvermittler einen offenen Schlagabtausch suchten und sich alles andere als hinten rein stellten, sondern immer wieder neue Angriffsversuche starteten.

Insbesondere ihre rechte Seite spielte sich mehrmals gefährlich nach vorne und nutzte die Gelegenheit, einen Ball von der Grundlinie Lehrbuchmäßig zurück auf die in der Mitte heranstürmende hängende Spitze zu legen. Tulpen-Manndecker Sebastian Wienges versuchte zwar noch entscheidend den Schuss zu stören, störte aber wohl eher den eigenen Torwart und konnte den Ball, der vom Fuß des Angreifers Richtung Tor trudelte nicht abwehren. Christian Meuschke sah den Ball so erst so spät, dass er den Fuß nicht mehr hochbekam und sich das Spielgerät direkt neben seinem Fuß ins Tor schleppte. Jubel der mitgereisten Fans, die in deutlicher Überzahl die Tribühne beherrschen.

Nach dem 3:1 war das Spiel durchaus ausgeglichener, zumal die persönliche TV-Service Agentur inzwischen ihren spielsicheren und zweikampfstarken Abwehrchef eingewechselt hatte, der fast alles wegräumte. Das Spiel wogte nun hin und her. Sollten die Online-Arbeitsberater wirklich noch dieses Spiel drehen können? Immerhin hatten sie in den vergangenen Monaten auch die Arbeitslosigkeit in Deutschland deutlich zurückgedrängt. Aber nein, ganz so weit sind wir noch nicht. Damit der Boom sich auch am Arbeitsmarkt fortsetzt, braucht es wieder einen Reformmotor in der Regierung, schließlich können sieben Jahre zwar viel der 16 davor wieder gut machen und auch einiges für die Jahre danach vorbereiten, aber allzu lang kann das der Folgeregierung nicht jede Arbeit abnehmen. Doch bleiben wir beim Fussball.

Nach 30 Minuten werden die Grünen wieder aktiv. Daniel Holstein kommt nach langer Verletzungspause wieder rein. Er nutzt die Gelegenheit und schaltet sich in den Angriff mit ein. Wieder eine Hereingabe von links, die im Gewühl im Strafraum hängen bleibt. Der Ball kommt Daniel vor die Füße und der schießt überlegt den Ball mit seiner ersten Berührung ins linke Eck.

Schließlich fällt noch vor der Hälfte die Vorentscheidung: 5:1, ein Phantomtor. Seltsamerweise kann sich nach dem Spiel niemand mehr an den Torschützen erinnern, doch Schiedsrichter Osmers ist sich sicher: Der Ball war drin. (Wie die Redaktion jetzt erfuhr, hat das Phantom einen Namen: Tresfore Dambe! Er und niemand anders war für das 5:1 verantwortlich. Wie Tulpen-Teamchef Wienges berichtete, zeigte sich Dambe ein paar Tage später selbst für das Vergehen bei ihm persönlich an)

Nach der Pause nimmt sich Arne Jungjohann dann eine selbige. Das Loch, das er im Zentrum hinterlässt, klafft riesig. Die Chancen der Stellenbörsianer häufen sich nun. Wieder und wieder rettet Christian Meuschke. Doch auch die Deckung steht nicht mehr so konzentriert. Ein Pass in die Tiefe genau in den Lauf des TV-Sturmführer, der geht mit Ball alleine aufs Tor zu, nur verfolgt von Sebastian Wienges. Der Sambatänzer sucht den Abschluss und zielt aufs lange Eck. Christian Meuschke taucht sensationell schnell ab und lenkt den Ball aus der langen Ecke, bevor der hinzueilende Hartwig Mayer den Ball vor drei einschussbereiten Angreifern zur Ecke klärt.

Nach einem Abstoß, den Christian Meuschke in den Fuß des listigen und lauernden Stürmers schiebt, hat der die nächste Großchance und bittet Manndecker Sebastian Wienges zum Tänzchen. Als auch noch Libero Stefan Witt hinzueilt, attackiert Sebastian Wienges den Ball, kommt nicht heran, setzt sich etwas unbeholfen auf den Boden und macht im Strafraum ein langes Bein, das andere Stürmer dankend genutzt hätten. Doch der versierte Dribbelkünstler bleibt ehrenhalber auf den Beinen

Und auch das offensive Kurzpassspiel der Tulpen verfängt sich immer öfter im dichten Mittelfeld. Endlich hat der Altmeister ein Einsehen und kommt zurück aufs Feld. Auch das Tulpen-Mittelfeld ist dank Arnes vermehrter Laufarbeit und dadurch dass die Außenmittelfeldspieler weiter ins Zentrum rücken wieder dichter. Die Jobinformationsbroker operieren nun mehr und mehr mit langen Bällen in die Spitze.

Doch nun gelingen den Tulpen auch wieder Angriffszüge. Wieder über links spielen sie sich bis zum Strafraum vor, die genau getimte Flanke von Toffi fliegt über Freund und Feind hinweg. Doch da, wo sonst niemand hinläuft, ist er: Arne van Jungjohann. Wie einst Marco van Basten bei der EM 88 aus spitzem Winkel zieht er aus vollem Lauf ab und schießt einen wunderschönen Topspin über den Torwart unhaltbar hinweg ins lange Eck. Der Ball zappelt zum 6:1 im Netz.

Die Tulpen-Manndeckung lässt die Gegner nun weitgehend gewähren und schaut den über sie hinwegfliegenden Steilpässen interessiert zu, um erst dann gemächlich zurückzulaufen. Christian Meuschke rettet allein gegen den TV-Außenstürmer an der Strafraumgrenze. Totaler Fußball wird jetzt zunehmend als Sache der Mitspieler und hauptsächlich in der Offensive interpretiert. So bekommt Arne van Jungjohann nach überlegener Kurzpassstaffette am Strafraum von Dutschke noch einmal den Ball und nagelt ihn gegen die Querlatte. Zu hart war der Schuss, als dass das menschliche Auge hätte erkennen können, ob der Ball hinter oder vor der Linie aufspringt. Für einen kurzen Moment kam Wembley-Stimmung auf.

Eine Minute vor Schluss dann die verdienten Standing Ovations für Mann aus der niedersächsischen Metropole, der heute den Unterschied ausmachte in einer von beiden Seiten offen und offensiv geführten Partie. So wie Arne oft heimlich das Feld beherrschte und die Spielzüge, dürfte er für jedes Team eine unschätzbare Verstärkung sein. Dass die Tulpe diesen Mann nicht immer würde halten können, sondern er die Herausforderung bei internationalen Topadressen würde suchen wollen, hatte sich schon länger abgezeichnet. Und der Fußball wie das Klima werden sich darauf freuen können, dass Arne van Jungjohann sich ihrer annimmt.

Ich sag beim Abschied leise 'Servus' und nicht 'Leb' wohl', denn Arne, der kommt wieder!