Grüne Tulpe - Nationalmannschaft der Schriftsteller

Trochäus oder Matthäus - das ist hier die Frage!

Doch fangen wir erstmal mit der geliebten Statistik an. Die Grüne Tulpe verbuchte in den letzten drei Jahren vier Siege bei zwei Niederlagen. Im letzten Aufeinandertreffen im März diesen Jahres hatte die Tulpe die Autoren sogar mit einem deutlichen 5:1 geradezu vom Platz gefegt. Die Voraussetzungen auf einen erneuten Sieg standen also von daher gut.

Nicht so gut stand es um die Anzahl der grünen Spieler. Gerade einmal 10 Mann fanden sich bis kurz vor dem Anpfiff in der Kabine an. Einige kurzfristige Absagen machten Teamchef Sebastian Wienges, der an diesem Abend selbst erst später  dazustoßen konnte, fast einen Strich durch die Rechnung. Dazu kam noch, dass auch keiner von den grünen Torhütern bei diesem Klassiker dabei sein konnte. So musste erstmal die schwierige Torwartfrage gelöst werden. Hartwig Mayer erbarmte sich und sollte bis zum Eintreffen des Teamchefs zwischen den Pfosten stehen. Doch die Frage des 11. Mannes musste ja noch geklärt werden.

Zwar stand mit Dietrich Brockhagen plötzlich und für alle überraschend noch ein potentieller 11. Mann im Umkleideraum, doch ein Einsatz des Mannes mit den 15 Knochenbrüchen, die er sich erst vor vier Monaten bei seinem schwerwiegenden Drachenfliegerabsturz zuzog, kam für alle zu früh. Dietrich wollte sich auch einfach neben dem Spielfeld ein bißchen bewegen und seiner Mannschaft beim Spielen zugucken. Die Tulpe konnte dann aber doch noch pünktlich mit einer Elf antreten, da es Marek Duschke gelang, mit Nils noch schnell einen Spieler aus der unmittelbaren Umgebung zu organisieren. Somit war nun auch klar, was das Verflixte an diesem 7. Spiel war. Es war nicht das Spiel, sondern das Vorspiel. 

Der Gegner war mit diversen Reserveautoren angereist und hatte sich nach der letzten Niederlage einiges vorgenommen. Das bekamen die Tulpen auch gleich zu spüren, denn es wurde gleich mit dem Anpfiff um jeden Ball verbissen gekämpft. Die Schriftsteller erwischten den besseren Start und drückten die grüne Truppe in die Defensive. Ergebnis waren zwei große Chancen, die aber Ersatzkeeper Hartwig Mayer glänzend parierte.

Danach kam die Grüne Tulpe immer besser ins Spiel, was auch daran lag, dass nun das Bällchen schön zirkulierte und mehr über die Außen gespielt wurde. Vielleicht lag es auch daran, dass inzwischen Teamchef Wienges eingetroffen war und sich das bunte Treiben bei widrigen Temperaturen erstmal noch aus der Coaching-Zone anschaute, bevor er dann schließlich um die 25. Minute die Torwartklamotten anzog.

Hartwig Mayer wechselte ins offensive Mittelfeld und brachte zusätzlich nochmal Schwung ins grüne Aufbauspiel. Mit Finn Pelke und Andre Bornstein dominierten die zwei starken 6er die eigene Hälfte und sorgten zudem auch noch für schnelle Vorstöße ins Autorenfeld. Die sich daraus ergebenen Torchancen konnten allerdings nicht in Tore umgemünzt werden. Nach hinten brannte jedenfalls nichts an. Die grünen Verteidiger Stephan und Niels liefen alles ab, was in ihre Richtung kam, so dass sich Sebastian im Tor keine Sorgen machen musste. 

Die Autoren taten sich sehr schwer gegen das starke grüne defensive Mittelfeld und der ein oder andere Schreiberling wusste sich dann oft nur noch durch unerlaubte Mittel zu helfen. Auch die beiden Tulpen Andrea und Frauke, die erneut sehr stark spielten, bekamen die Härte zu spüren, ließen sich aber nicht provozieren. Doch es kam durch wenige übermotivierte Autoren leider unnötige Unruhe ins Spiel. Dazu kam, dass es dem zunehmend überforderten Schiri nicht gelang, Ruhe ins Spiel zu bringen. Die Folge war, dass sich beide Mannschaften von da an nichts schenkten, das Spiel immer öfter unterbrochen werden musste und sich die Stimmung auf dem Platz von Minute zu Minute verschlechterte.

Ärgerlich war, wie auch schon bei den vorangegangenen Spielen der Fall, dass es wieder die üblich Verdächtigen waren, die sich berufen fühlten, jede vermeintliche Ungerechtigkeit mit markigen Worten kommentieren zu müssen. Ok, von der schreibenden Zunft erwartet man ja auch die Kommentierung von Ereignissen, doch die auf dem Platz Tenne II geäußerten, erinnerten weniger an große Lyrik, vielmehr an die peinlichen Kollumnen eines Franz-Josef Wagner. 

Die Qualität des Spiel jedenfalls verbesserten sie nicht und so gingen beide Mannschaften mit einem mageren 0:0 in die Pause. Die Grüne Tulpe nahm sich für die 2. Hälfte vor noch mehr Druck im Mittelfeld auzuüben, um so die Autoren zu Fehlern zu zwingen.

Und das Rezept ging auf. Schon kurz nach Wiederanpfiff spielte Finn Pelke einen wunderbaren Pass auf Kapitän Kristoffer Born, der allein auf den Autorentorwart zulief, aber dann das Leder nicht erfolgreich einnetzen konnte. Nach der vergebenen Riesenchance - "Mund abputzen und weiter"- ging es auch weiter nur in eine Richtung: die des Schriftsteller-Tores. Eine Ecke nach der anderen flog in den Feuilleton-Strafraum, doch immer wieder verhinderte in letzter Sekunde irgendein Schriftstellerkopf oder Bein oder der gute Autorentorhüter die längst fällige grüne Führung.

Doch in der 64. Minute sollte es dann endlich soweit sein. Wieder segelt eine Born'sche Ecke in den gegnerischen 16er und diesmal kann keiner Finn stoppen. Mit Köpfchen besorgte er unhaltbar die verdiente Führung. 1:0

Jetzt nur nicht ausruhen, dachte sich Finn und stürmte weiter, während sich Hartwig dafür immer öfter zurückfallen ließ, um etwaige Konter abzufangen. Diese gab es zwar hin und wieder, doch so richtig gefährlich waren die Autoren-Angriffe in der zweiten Hälfte nicht mehr. Teamchef Wienges im Tor hatte nahezu gar nichts zu tun und konnte in aller Ruhe genießen, wie seine Mannschaft vorne kombinierte und das Spiel zu kontrollieren verstand.

Und er konnte dann in der 70. Minute zusehen, wie erneut Finn nach einem gelungenen Angriff mit einem satten Schuß auch das 2:0 erzielte und somit für die vorzeitige Entscheidung sorgte.

Fazit:  Die Tulpe konnte ihren fünften Sieg im 7. Spiel gegen die Autoren feiern. Mann des Tages war mit seinen beiden schönen Toren ohne Frage Finn Pelke. Die grüne Mannschaft überzeugte insgesamt sowohl durch ihre Spielkunst, durch das richtige Versmaß im Umgang mit Ball und Gegner, als auch durch beeindruckenden Kampfgeist. Dieser war auch nötig gegen eine Autorentruppe, die unbedingt wieder mal gegen die Tulpe gewinnen wollte und daher sehr verbissen auftrat.

Klimax: "Spielen, Schnauze halten und gewinnen!"