Grüne Tulpe - Revolver FC

Generationenwechsel 2.0 bei der Grünen Tulpe. Sonst üblich zum Ende der Saison, war es heuer schon im Frühling soweit. Tulpen-Verteidiger Christian Griebenow hatte kürzlich seinen Transfer zurück zu den Wurzeln bzw. der Zwiebel der Tulpe nach Bonn unter Dach und Fach gebracht. Damit verliert die Tulpe wieder eine engagierte und wieselflinke Abwehrkraft.

Als heutigen Gegner hatte sich Christian niemand geringeres als den Revolver FC ausgesucht. Ausgerechnet eines der stärksten Teams der ganzen Saison. Christians Abschied -soviel kann man schon verraten- wurde mit einer überragenden Leistung gekrönt, die den Verlust des Linksverteidigers noch lange spüren lassen wird.

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Christian Griebenow

Gleichzeitig konnte die Tulpe im Mittelfeld den lang ersehnten Zugang eines alten Talents zu verzeichnen: Ratimir Britvec, der zuletzt nur noch in beratender Funktion zur Verfügung stand, entschloss sich erst am selben Abend zu einem vielbeachteten Comeback. Er schnürte spontan die Schuhe und trumpfte im Mittelfeld auf, als wäre er nie weg gewesen.

Zum Spiel. Der Revolver FC erwischte den klar besseren Start und netzte schon in der ersten Anfangsviertelstunde ein. Aaron Greicius hatte versucht einen langen Pass zu verteidigen, der Pistolero setzte sich im Zweikampf jedoch durch und verwandelte souverän zur 1:0- Führung.

Die Antwort der Tulpe ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Tulpe-Libero Stefan Witt spielte den Ball nach der Eroberung lang und direkt in die Spitze zu Andrea, die sich unnachahmlich gegen den Revolver-Abwehrsheriff durchsetzte und dann alleine vor dem Torwart nicht lange zögerte, um das Zwischenergebnis zu egalisieren.

In der Folge sahen die Zuschauer im Poststadion ein ausgeglichenes Spiel mit einigen guten Strafraumszenen auf beiden Seiten. Die technische Überlegenheit der Revolverhelden machte die Tulpe durch ihren Kampfgeist wett. Beiden Seiten gelang es jedoch nicht, sich hochkarätige Torchancen herauszuspielen und so blieb es zunächst beim 1:1.

In der 40. Minute hatte dann Tulpe-Stürmer Simon Bruhn nach einer guten Kombination von Greicius und Witt über den rechten Flügel die Möglichkeit zur Tulpe-Führung. Doch er schaffte es im virtuellen Kugelhagel nicht den Ball entsprechend zu platzieren. So wurde das Leder zur leichten Beute des Revolver-Schlussmanns.Kurz vor der Pause kam dann auch noch Tulpe-Teamchef himself Sebastian Wienges vor des Gegners Strafraum, doch sein wuchtiger Ball verfehlte knapp das Revolver-Gehäuse.

Dann war erstmal Schusspause.

Nach dem verdienten Pausentee ging das Scheibenschießen munter weiter. Es dauerte auch gar nicht lange und die Grüne Tulpe ging erneut in Rückstand. Tulpe-Keeper Christian Meuschke, der sich bei einer sonst herausragenden Torwartleistung in dieser Situation einen einzigen Fehler leistete, unterlief einen langen und hohen Ball des Gegners und dieser Umstand wurde knallhart bestraft. Der in Torjägermanier auf den Fehler des Gegners lauernde Spieler des Revolver FC stand goldrichtig und musste den Ball zum 2:1 nur noch einschieben.

In der Folge war das Tulpen-Team zusehens verunsichert und die spielerische Überlegenheit des Gegners setzte sich in einigen wenigen Situationen durch. So kam es wie es kommen musste. Zwei gut gezielte Distanzschüsse aus der Revolvertrommel reichten aus. In schneller Abfolge erzielte der Revolver FC erst das 3:1, kurz darauf auch noch das 4:1.

Einer aus 18 Metern flach und trocken ins linke Eck geschossen, während der zweite Schuss gerade noch von einer Tulpe abgeblockt werden konnte, jedoch wieder beim Gegner landete, der dann aus fünf Metern Distanz mühelos verwandelte.

Nach diesen zwei Schicksalsschlägen hielt der starke Tulpen-Schlussmann Christian Meuschke die Grünen mit einigen Glanzparaden und guten Reflexen im Spiel. Aufgrund ihres an diesem Abend unermüdlichen Widerstandswillen und einer in der zweiten Halbzeit zunehmend offensiveren Ausrichtung kam die Tulpe wieder zu mehr Spielanteilen, die sie in der 70. Minute zählbar machten.

Sebastian Wienges wurde auf dem rechten Flügel wunderschön freigespielt. Er entschloss sich, den Ball nach angetäuschter Flanke einfach mal direkt unter die Latte zu platzieren. In dieser Situation erinnerte nicht nur die Trikotfarbe an ein im Europacup zur Dramatik neigendes Bundesliga-Team aus dem Norden. Sollte das 2:4 der Anfang einer historischen Aufholjagd werden? So entschloss man sich dann auch, den Tulpen-Turbo zu zünden und die letzten 20 Minuten Einbahnstraßenfußball zu spielen. In den letzten Minuten kamen unter anderem Andrea und Simon noch mal zu guten Abschlusschancen, die jeweils nur knapp ihr Ziel verfehlten. Auch Stephan Examitzki und André Bornstein gaben immer wieder Impulse im Angriffsspiel des Tulpe, doch ein Tor wollte irgendwie nicht mehr fallen.

Auch der Tulpen-Turbo hat seine Grenzen und so blieb es beim 2:4 und einer unter dem Strich deutlichen Leistungssteigerung von spielerisch und kampfstarken Tulpen, die kaum Chancen zugelassen haben und auf einen äußerst fairen und an diesem Abend einfach überlegenen Gegner trafen.

Fazit: Eine Niederlage, die auf dem Papier letztendlich viel deutlicher als auf dem Platz ausfiel. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung der Grünen Tulpe, die sie vielversprechend auf kommende Aufgaben blicken lassen sollte. Wir wünschen unserem Abgang Christian Griebenow alles Gute für seine persönliche und fußballerische Zukunft und heißen Ratimir Britvec willkommen zurück in seiner Mannschaft.