Grüne Tulpe- Rotation PrenzlBerg 6:1

Während die ollen Bayern bei 30 Grad im Schatten im Wintertrainingslager in Dubai ihre teuren Muskel wärmten und mit Jeeps, aber noch ohne Stoiber, in die Wüste geschickt wurden, gi

ngen die Grünen Tulpen gut gelaunt in ihr erstes Saisonspiel 2007.

Ganz nach dem Motto "Nur die Harten kommen in den Garten" setzte die Tulpe den Saisonbeginn mutig erneut in den Januar. Waren im letzten Jahr noch wegen Unbespielbarkeit der Plätze schließlich alle Januartermine ausgefallen, sah es diesmal aber völlig anders aus. Statt Schnee, geforenem Boden und eisiger Kälte, konnte man an diesem Januarabend fast von frühlingshaften Temperaturen sprechen. Einem frühzeitigen Rückrundenstart stand diesmal also nichts im Wege.

Doch die Bedingungen waren trotzdem nicht gerade optimal. Rutschiger Platz, knallharter seifiger Ball, noch nicht wieder eingespielte Mannschaften mit ohnehin begrenzten technischen Möglichkeiten, ergibt zusammen eine muntere erste Halbzeit mit abwechselnden Fehlpässen und Stockfehlern auf beiden Seiten. Wie sich schnell herausstellte war die Mannschaft von Rotation Prenzlberg zwar mit einer bärenstarken Offensive, aber einer eher dünn besetzten Defensive angetreten, welches im weiteren Spielverlauf noch Folgen haben sollte. Die Grüne Tulpe hatte in letzter Sekunde eine Mannschaft zusammenbekommen. Nach über einem Jahr Spielpause feierte Ralf Südhoff sein gelungenes Comeback. Mit zwei weiteren grünen  "Legionären" an Bord, konnte es schließlich losgehen.       

Die Tulpe hat zunächst Anlaufschwierigkeiten und vom Mittelfeld aus konnte wenig Ordnung ins Spiel gebracht werden. Es war noch viel zu wenig Bewegung im Spiel und die Pässe wurden selten in den Fuß des Mitspielers gespielt. Da zudem auch der grüne Balkanmaradonna Ratimir Britvec an diesem Abend ein ums andere Mal nicht nur den Gegner, sondern auch sich selbst düpierte, entstand kein wirklicher Druck nach vorne. Nichts desto trotz geriet die Tulpen-Abwehr in keine allzu großen Nöte, dank der Schnelligkeit von Libero Stefan Witt und den umsichtigen Außenverteidigern Tresfore Dambe und Sebastian Wienges.

Doch die Tulpe konnte sich dann einige gute Chancen erspielen: Zunächst vergibt Stürmer Uwe Birkel zwei Einschussmöglichkeiten- einmal kläglich mit einem besseren Rückpass, einmal unglücklich mit einem wuchtigen Schuss von der Strafraumgrenze gegen die Unterkante der Latte. Beinah wäre die Tulpe hier doch in Führung gegangen, es fehlten nur ein paar Zentimeter. Beim darauffolgenden Wienges- Kopfball nach einer genau getimten Ecke von Linksaußen Asgar Ergin fehlte dann doch ein wenig mehr. Auch ein Geschenk vom gegnerischen Torhüter an den hinter der Strafraumgrenze lauernden Stürmer Markus Kurdziel führt nicht zum Führungstreffer.

Aber auch für die Tulpen gelten immer wahre Phrasen: Wer zu viele Chancen vorne vergibt, kassiert schließlich hinten ein Tor. So war es dann logische Konsequenz, dass Linksverteidiger Wienges mit einem vollkommen überflüssigen Fehlpass aus der letzten Reihe unbedrängt im Mittelfeld in den Fuß des Rotationsspielmachers Mischo den 0:1 Rückstand einleitete. Als er nach dem Fehlpass noch unentschlossen Mischo angriff und der bequem an ihm vorbei den Pass in den Lauf des Rechtsaußen spielen konnte – den Wienges eigentlich decken sollte – musste der nur noch abziehen. (Anmerkung der Redaktion.: Liebe Kinder zu Hause, das dürft ihr niemals nachmachen: unnötigen Fehlpass spielen, unmotiviert angreifen und Gegenspieler nicht mehr decken, führt dazu, dass man gegen Petzen verliert. - oder hatte Schweini sich überlegt, dass er Elfmeterschießen eigentlich doof findet?)

Kurios das Tor: Tulpe- Captian und sonstiger Stürmer Kristoffer "Toffi" Born, der an diesem Tag das grüne Tor hüten musste, lenkt den platzierten Schuss an den Pfosten, von wo aus er an Libero Witt vorbei dem inzwischen auch ungedeckten Linksaußen vor die Füße springt. Dessen Schuss wird vom Tulpe-Libero sogar noch geblockt, dadurch aber zu einem unhaltbar abgefälschten Ball für Keeper Born, der ihn zwar noch erreicht, aber nicht mehr entscheidend abwehren kann.

Danach war der Spielverlauf nicht wirklich auf den Kopf gestellt, aber die Tulpen drückten doch mehr und mehr und schließlich immer wütender. Pressing ab gegnerischer Grundlinie war nun die taktische Devise. Und wenn der Gegner seine Besten alle nach vorne stellt, dann kommen Abstöße eben kaum noch über die Strafraumgrenze hinaus. Dort zumindest fingen die Tulpen mehr und mehr Bälle ab. Dennoch konnte von überlegenen Angriffen und klaren Chancen zunächst keine Rede sein. Durch seine weiten Einwürfe konnte Sebastian Wienges ein ums andere Mal seine Vorderleute immer wieder hoffnungsvoll auf die lange Reise schicken. So denn auch um die 35. Minute herum. Ein Einwurf, den er weit aus dem Rücken heraus schleuderte bis tief hinein in den Rotationsstrafraum. Dort tauchten geschickt verschiedene Spieler am Ball vorbei, so dass der von hinten heranpreschende und an diesem Tag bärenstarke Daniel Holstein mit einem platzierten Schuss ins untere rechte Eck von der Strafraumgrenze den Ausgleich herstellen konnte.

(Anmerkung der Redaktion: Dieses Tor hatte allerdings seinen Preis, denn der Einwurf kam dann doch wohl zu weit aus dem Rücken des Einwerfenden. Am nächsten Morgen - pikanterweise dem 30. Geburtstag  des Einwerfenden (Glückwunsch!)- verspürte dieser bei einer harmlosen Bewegung ein unangenehmes Ziehen im Rücken, das sich dann über den weiteren Tag zu einem leichten Hexenschuss ausbrütete.)

Doch weiter im Text. Danach spielt die Tulpe unverändert Pressing. Folgerichtig noch vor der Halbzeit der nächste Scorerpunkt für Holstein. Der flankt fast von der rechten Eckfahne, und der Ball fällt hinter Torwart, vor der Latte, hinter der gesamten Abwehr, vor den Fuß von Stürmer Uwe Birkel, der nun aus ca. 30 cm Entfernung keine Probleme mehr hat, den Ball über die Torlinie zu drücken. Damit war der Bann für Uwe gebrochen, wie sich später noch eindrucksvoll herausstellen sollte. .

Die zweite Halbzeit brachte dann eine taktische Überraschung. Rotation dachte sich: "Wenn die pressen und uns hinten reindrängen, dann machen wir das doch jetzt einfach auch und spielen selbst Pressing." Weil aber jeder nur so stark spielt, wie der Gegner es erlaubt, geht so was nicht so einfach. Deshalb wurde nun auf etwas trockenerem Platz, mit etwas platterem Ball, in etwas eingespielteren Teams mit nun auch nicht mehr ganz so eingeschränkten technischen Möglichkeiten das Spiel noch lustiger. Verteidigt wurde auf beiden Seiten nur noch mit dem "Geronimo"-Schrei auf den Lippen und Pressing und Konter wechselten sich andauernd ab.

So konnte Tresfore Dambe, den Ball knapp in der eigenen Hälfte an der Mittellinie erobern und

dann ein Solo über den ganzen Platz bis zum gegnerischen Tor durchlaufen, bei dem ihm quasi der erste Gegenspieler erst im gegnerischen Strafraum begegnete. Den umspielte er dann noch locker und netzte verdammt cool ein.

Dann fielen die Tore plötzlich wie am Fließband:

Perfekter Pass von Ergin von der Mittellinie in den Fuß von Markus Kurdziel in halblinker Position, der dem Torwart keine Chance ließ und mit seinem 197. Tor im Dress der Grünen Tulpe zum vorentscheidenden 4:1 einschob.

Danach Uwe Birkel wiederum allein vor dem Torwart mit einem wunderschönen Heber und schließlich noch mit einem platzierten Schuss in den rechten Winkel von der Strafraumgrenze zum 5:1 und 6:1.

Zwischendurch immer wieder schnelle Angriffe der rotierenden Stürmer, die so schnell waren, dass ihr eigenes Mittelfeld kaum mitkam. So wurde das dann auch nix mit Pressing. Außerdem blieb Tulpe- Libero Witt gewohnt souverän und griff geschickt mal vor mal hinter seiner Abwehr an, fing somit alles ab. Nur einmal noch war er zu einer ganz langen Grätsche gezwungen, als der Rechtsaußen von Rotation zu einem fulminanten Schuss kam, der dann knapp über das Tor strich. (Anmerkung der Redaktion: Da war Sebastian Wienges aber schon draußen und mal nicht dran schuld. Bei 6:1 hatte er nämlich beschlossen gar nicht mehr hart sein zu müssen und auf sein schmerzendes Knie Rücksicht zu nehmen. (Das hatte er – er betonte das danach mehrfach – ohne betrunken gewesen zu sein, an Sylvester beim Ausladen des Autos, als er ausgerutscht war und mit dem Knie auf das Raclette-Gerät gestürzt war, angeschlagen. – Mach mir den Deisler.) 

Kurz vor Schluss dann fast noch das 7:1, aber ein Hammerschuß aus knapp 20 Metern von Rechtsaußen Marek Dutschke strich über die Latte. Kurz drauf war Schluss und der erste Saisonsieg eingefahren. 

 

Fazit:

Ein 6:1-Sieg, davon drei Tore in knapp 10 Minuten und drei Tore durch Tulpe-Stürmer Uwe Birkel sprechen für sich. Durch eine überraschend starke Mannschaftsleistung konnte der verdiente Sieg locker nach Hause gefahren werden. Ein überaus stark aufspielender Daniel Holstein im Fünfer- Mittelfeld und eine souveränen Dreier-Kette um Witt, Dambe und Wienges waren an diesem Montagabend der Schlüssel zum Erfolg.