Grüne Tulpe - SG Bundestag 0:0

Nach dem der Oktober noch so sehr an den Sommer erinnert hat, ist mit dem November auf den Plätzen des altehrwürdigen Poststadions nun auch der Herbst eingekehrt. Diesige Luft wird durch das Flutlicht durchdrungen und der feuchte Kunstrasen ist übersäht mit Laub. Am Ende des Spiels steht dann auch noch ein 0:0 – das erste torlose Spiel in der zweieinhalb jährigen Amtszeit von Teamchef Wolfgang Helm. Zyniker merken noch an, dass momentan ja auch nichts anderes zu erwarten sei, wenn die Grünen und der Deutsche Bundestag zusammenkommen. Doch ebenso falsch wie dieses Urteil in der Politik ist, wäre es auch ungerecht gegenüber dem Spiel zwischen der Grünen Tulpe und der Sportgemeinschaft des Deutschen Bundestages.

Die Mannschaft des Bundestages zeigte sich äußerst motiviert, nachdem man die beiden bisherigen Spiele gegen die Tulpe verloren hatte. Als die beiden letzten Spieler der Tulpe auf dem Sportgelände eintrafen, waren die in schwarz-grün (!) spielenden Bundestagskicker bereits auf dem Weg zum Warmmachen. Und so präsentierten sie sich in den ersten Minuten auch spritziger und wacher als die Grünen. Mit langen Pässen auf ihre beiden schnellen und beweglichen Stürmer versuchte der Bundestag, den nassen Boden zu seinem Vorteil zu nutzen. Nach den ersten 15 Minuten stand  ein deutliches Plus im Eckenverhältnis auf Seiten der Sportgemeinschaft, doch zwingende Torgefahr vor dem Gehäuse von Tulpentorwart Kunzmann kam nicht zustande. Nach der schwierigen Anfangsphase fand die Tulpenabwehrreihe mit Sebastian Wienges, Hartwig Mayer, Jochen Hake und Martin Daus um Libero Thomas Flügge zu gewohnter  Sicherheit, so dass sich ein ausgeglichenes aber chancenarmes Spiel bis zur Pause entwickelte.

Im zweiten Durchgang zeigte sich die Tulpe deutlich bissiger und bestimmte das Spiel nun weitestgehend.  Stark, Born und Dutschke kamen gefährlich in den Strafraum, scheiterten jedoch noch an einem Abwehrbein oder dem eigenen Schusswinkel. Besonders auszeichnen konnte sich der Gästetorwart bei zwei Schüssen von Mayer aus der zweiten Reihe und einem Kopfball von Wienges, nachdem der Bundestag bei einer Ecke seine Ordnung verloren hatte. Auf der anderen Seite probierten es die Gäste weiter mit langen Bällen, die jedoch immer wieder von der Tulpenabwehr oder dem hellwachen Kunzmann abgefangen werden konnten. Kurz vor Schluss gab es dann jedoch noch einen Freistoß in aussichtsreicher Torentfernung – der Ball verschwand allerdings im Berliner Nachthimmel und so blieb es bei der herbstlichen Nullnummer, die doch eigentlich auch wunderbar zu den äußeren Umständen passte.

 

tf