Grüne Tulpe - SG Deutscher Bundestag

Last-Minute-Tore haben weiter Hochkonjunktur bei der grünen Tulpe. Und nach einer Aufholjagd schmecken sie besonders gut. Das weiß auch die Mannschaft vom SG Bundestag, denn beim vorangegangenen Spiel traf Tulpe-Midfielder Aaron Greicius noch kurz vor Schluß mit dem entscheidenen 4:3.

Diesmal wollte man eigentlich den Sieg auf grüner Seite schon früher unter Dach und Fach bringen, da solche ständigen Herzschlagfinals allmählich an die Substanz von Trainer und Mannschaft gehen. Manchmal können solche Vorhaben nämlich auch nach hinten losgehen, wie zuletzt gegen die X-Kicker. Die Tulpe war also gewarnt. Aber von Anfang an:

Die grüne Tulpe kam zunächst gut ins Spiel gegen die SG Bundestag. Doch schon bald zeichnete sich ab, dass ihre beste Phase die ersten und die letzten Minuten sein sollten. Zu stark präsentierte sich das junge Mittelfeld der SG, die das Spiel immer wieder durch aggressives Forechecking in der Hälfte der Tulpe halten konnte - in einer Partie zweier wackeliger Defensivreihen ein entscheidender Vorteil. Folgerichtig fiel schon Mitte der ersten Hälfte das 0:1 für die SG.

Die grünen Kicker steckten ob des Rückstands nicht auf und erspielten sich auch gleich mehrere Ausgleichschancen. Allein Tulpenstürmer Kristoffer Born hatte innerhalb von wenigen Minuten gleich drei Großchancen auf dem Fuß. Doch leider fehlte ihm am heutigen Tag die sonst so gewohnte Ruhe und Kaltschneuzigkeit vor dem Tor und so musste man weiter einem Rückstand hinterherlaufen.

Doch die Tulpe kämpfte wacker, hatte sie doch mal vom Glück des Tüchtigen gehört. Und das war ihr bald mehr als hold: Wenn man schon selbst nicht ins gegnerische Tor einnetzt, dann tut das halt auch mal der Gegner für einen. Eine der berühmt-berüchtigten Asgar Ergin- Flanken vom linken Flügel köpfte die SG in der 30. Minute aus Angst gleich ins eigene Netz. 1:1

Doch am Spielverlauf änderte sich wenig, zu verhalten attackierten die Tulpen, die ihre Kräfte mangels Auswechselspieler in der ersten Hälfte wohl weitsichtig einteilen wollte. Prompt fiel kurz vor der Pause noch das 1:2. Beinahe wäre fast noch das 1:3 gefallen, aber ein schöner Heber des flinken SG-Stürmers über Greenkeeper Jochen Schieborn springt im letzten Moment doch nicht ins, sondern übers Tor. Durchatmen ist angesagt.

Mehr Pressing, mehr Laufen lautete die Devise während der Pausenselter - aber das genaue Gegenteil war zunächst der Fall: Schon kurz nach dem Anpfiff sorgte eine weitere Unsicherheit in der Tulpenabwehr für das 1:3. Und in dieser Phase hatten die Bundestagsverwalter das Spiel voll im Griff und wäre nicht Jochen Schieborn im grünen Kasten gestanden, hätte die Tulpe das Spiel zu diesem Zeitpunkt abhaken können.

Wenn es nicht läuft muss ein Standard her. Dies gilt von müden Tulpen bis zu echten Weltmeistern: Erneut wurde grüner Kampfgeist belohnt, diesmal vom SG-Torwart, der einen Einwurf direkt aufnahm und der Tulpe einen indirekten Freistoß nicht weit vom linken Fünfmeterraumeck bescherte. Querpass durch Asgar, humorlos drischt Sebastian den Ball ins kurze Eck.Das Signal zum Aufbruch: Unermüdlich rannten die Tulpen nun an statt dem Ball hinterher. Immer wieder stand die SG derweil kurz vor dem 2:4 - bis zur 90. Minute.

Ein schneller Angriff über die starke rechte Tulpenseite, Tulpenpräsident Markus Kurdziel persönlich geht durch bis zur SG- Grundlinie und legt wunderbar zurück in die Mitte auf den mitgelaufenden Marek Dutschke. Der sorgt mit einer direkten Abnahme aus fünf Metern ins lange Eck doch noch für den Ausgleich: 3:3!In der Nachspielzeit setzte die Tulpe dann tatsächlich noch einmal alles daran, erneut ein grünes Manchester zu schaffen, wie es gegen die FGZ vor zwei Wochen gelang. Doch das wäre an diesem Abend wirklich zu viel des Guten gewesen. Und wie man gegen die X-Kicker im letzten Spiel erleben musste, geht so etwas auch mal schnell in die Hose und man steht am Ende als betröppelter Bayer dar. 

Fazit: Reporter würden es wohl ein "ebenso glückliches wie verdientes Remis" nennen - wenn es das denn überhaupt gibt.