Grüne Tulpe - Spanische Botschaft 0:3

EM-Revanche misslungen

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem knapp verlorenen EM-Finale waren niemand geringeres als die europäischen Überflieger der Spanischen Botschaft der Gegner der Grünen Tulpe. Mit individueller Filigrantechnik, präzisem Kurzpassspiel und der nötigen Portion Kraft zeigte diese der Tulpe in den entscheidenden Szenen eindrucksvoll deren Grenzen auf. Nachdem die Verletzungsmisere nicht abreißen wollte, konnte die Tulpe ohnehin nur ersatzgeschwächt antreten. Kaum einmal gelang es ihr, sich aus dem kontrollierten, druckvollen Spielaufbau der Iberer zu lösen und einen eigenen Angriff vorzutragen, zumal die spanische Defensive, allen voran der blitzschnelle Libero Puyol, kompromisslos alles wegräumte, was ihr vors Tor kam.

Allerdings ergaben sich daraus erstaunlich wenige Gelegenheiten, meist blieb es bei Einzelaktionen von Torres und Villa. Doch genau eine solche brachte das Führungstor der Spanier. Der robuste und immer wieder mit beeindruckenden Tempodribblings gefährliche Torres behauptet den Ball im Tulpen-Zentrum vor dem Strafraum, dringt in die Gefahrenzone ein, Libero Bornstein zieht zurück und verlässt sich auf seine Schnelligkeit. Doch dieser Torres lässt sich den Ball nicht mehr vom Fuß nehmen, schiebt noch schnell Bornstein kraftvoll, aber fair zur Seite und schießt dann ungehindert ein.

In der Folge wird er zwar immer wieder mit massivem Körpereinsatz von den grünen Außenverteidigern und im Mittelfeld gestoppt, bleibt aber der gefährlichste Mann. Bis dahin haben die Tulpen noch kaum einen Ball Richtung Tor gebracht. Eine flach herein geschlagene Ecke kann Sebastian Wienges zwar mit dem Fuß aufs Tor bringen, aber nicht scharf genug, so dass auf der Linie geklärt werden kann. Der Ausgleich liegt in weiter Ferne. Aber erst hatten sie – dem großen Wort von "Kobra" Wegmann gemäß – "kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu": Ralf Südhoff knickt um und verbringt den Rest des Abends in der Charité, wo noch Goalgetter Kristoffer "Toffi" Born vom letzten Spiel seinen vorübergehenden Aufenthalt hat. Diagnose in diesem Fall: ein bis drei Bänder gerissen.

Auf der anderen Seite gelingt den Spaniern einmal mehr eine feine Kombination. Von rechts wird der Ball scharf hereingespielt, Mittelfeldmotor Xavi läuft dem Ball entgegen und verlängert ihn mit der Hacke perfekt in den Lauf von Sergi. Der wird zwar markiert, aber setzt seine ganze Schlitzohrigkeit ein und schießt den Ball in die lange Ecke durch die Beine seines Gegenspielers zum 2:0.

In der Halbzeitpause haben die Tulpen wenig Möglichkeiten umzustellen und hadern mit sich und dem Schicksal. Nach vorne geht fast gar nichts und hinten stehen sie abgesehen von den Toren nicht mal so schlecht. "Wir wollten hier kein Gegentor kriegen. Bis zum Gegentor hat das auch ganz gut geklappt."

Die Spanier schalten nun einen Gang zurück, die Tulpe hat mehr Räume, kann aber kaum etwas daraus machen. Das Spiel plätschert ratlos vor sich hin, nicht wissend, was es mit diesem angefangenen Abend machen soll. Die grünen Kombinationen laufen bis ins Mittelfeld durchaus konstruktiv zusammen, aber dann fehlen Anspielstationen und technische Sicherheit, um den Ball auch einmal unter Druck zu behaupten. Wenn überhaupt kommen die Tulpen per Freistoß in Tornähe, aber fast nie strömen sie dabei Torgefahr aus. Umgekehrt schieben sich die Iberer immer wieder auf engstem Raum mit ansehnlichem One-Touch-Fußball den Ball zu, spielen Gegner und Schiedsrichter dabei schwindelig, aber das alte Problem der Spanier bleibt das Zählbare.

Schon kurz vor Schluss bringt Markus Kurdziel von rechts eine brauchbare Flanke scharf herein, Wienges lässt (unfreiwillig?) am ersten Pfosten durch, aber Finn Gerlach vergibt knapp am zweiten Pfosten. Nichts zu machen heute. Und endlich tritt Torres noch einmal in Erscheinung. Er zieht von rechts in den Strafraum, ist eigentlich gestellt, da hat Markus Meyer für heute von dem Katz-und-Maus-Spiel genug und legt ihn. Elfmeter, 3:0, und alle haben fertig.

Fazit:

Am Ende zählt nur auf dem Platz. Und da kann die Tulpe derzeit nur hoffen, dass die Verletzungsserie nun ein Ende hat und der beginnende Wahlkampf neue Kräfte freisetzt. Die Mannschaft der spanischen Botschaft zeigte phasenweise Zauberfußball, von sich dem die grünen Mannen einiges abschauen können. Noch sind es 100 Tage bis zum Wahltag!