Grüne Tulpe - X-Kicker

26.05.2010

Tolles Drehbuch- Packendes Finale

Pünktlich zu Spielbeginn setzte dann auch noch wie bestellt der obligatorische April-Regen ein. Doch das sollte die beiden Teams nicht davon abhalten, ein munteres und spannendes Spiel abzuliefern.

Leichte Vorteile konnten sich gleich vom Anpfiff an Tom Tykwers X-Kicker erarbeiten, die recht körperbetont und bissig zu Werke gingen. Kein Wunder, hatten sie doch beim letzten Spiel schon nach 10 Minuten 0:2 gegen die Tulpe zurückgelegen. Dieses Intro wollten die Regisseure diesmal unbedingt verhindern.

Und das gelang ihnen auch erstaunlich gut. So gut, dass ihr 1:0 nach 30 Minuten gar nicht unverdient war. Ausgerechnet der vermutlich kleinste Spieler auf dem Platz schloss einen schön herausgespielten Angriff über rechts durch einen gut getimten Kopfball ab. By the way, auch Weltmeister Thomas Häßler traf einmal mit dem Kopf, allerdings erst in seinem Abschiedsspiel 2005. 

Der Rückstand tat den Bemühungen der Grünen Tulpen aber keinen Abbruch. Sie spielten weiterhin sehr offensiv und kamen kurz danach zum 1:1 Ausgleich durch André Bornstein. Dieser vollendete einen Angriff über rechts nach Vorlage von Tulpen-Kapitän Kristoffer Born, der durch beherztes Nachsetzen im gegnerischen Strafraum mit der Fußspitze noch aus kurzer Distanz zu Bornstein nach innen schob.

Dieses Ergebnis war zugleich der Pausenstand. Der Regen machte allerdings brav weiter.

Auch die zweite Hälfte gestaltete sich dann recht ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten, ohne allerdings dass zunächst Zählbares zu verzeichnen gewesen wäre. Diese Phase des Spiel-Films war natürlich so gewollt, denn nach dem langatmigen Gekicke kurz nach Wiederanpfiff sollte es schon bald wieder turbulent werden. Sowas nennt man dann in der Filmsprache eine Spannungskurve aufbauen. Naja, der Politik sind solche Spielchen ja auch nicht fremd.

So gegen Mitte der zweiten Halbzeit jedenfalls erhöhten beide Mannschaften nocheinmal das Tempo und das trotz durchgeweichter Trikots. Nach einem schnell vorgetragenen Angriff gegen eine aufgerückte Tulpen-Abwehr erzielten die X-Kicker durch ein schönen Konter wieder ein sehenswertes Tor und damit die erneute Führung. 2:1

Darauf ruhten sie sich aber nicht aus und in der Folge erarbeitete sich die Filmcrew am Set weitere Chancen und hätte den Vorsprung sogar noch weiter ausbauen können. Doch diese Angriffe wurden allesamt von der sicheren Tulpe-Abwehr um Stefan Witt, Hartwig Mayer und last but not least Torwart Jochen Schieborn vereitelt.

Die Tulpen blieben also dran und gaben natürlich nicht auf. Irgendwie musste doch noch ein Tor her. Dann, als nur noch eine Minute zu spielen war und die Tulpe sich eine Ecke erkämpft hatte, ging sogar Tulpe-Keeper Jochen Schieborn mit nach vorn. Würde er den Jens Lehmann machen, wie Anno 1997, als der in der Nachspielzeit für Schalke ausgerechnet in Dortmund mit dem Kopf noch den 2:2-Ausgleich erzielte?

Wechseln wir für die wichtige Schlußszene kurz die Zeitform und schauen mal ins Präsens des Kommentators:

...Gleich wird die Ecke hereinsegeln. Die hat der Schiri als "letzte Aktion" des Films, pardon Spiels tituliert.  Alle 22 Spieler tummeln sich jetzt im 16er der X-Men. Da fliegt sie herein- die Ecke von Born getreten. Von rechts mit links. Alles scheint sich wie beim Film Matrix in Zeitlupe zu bewegen. Alles konzentriert sich auf den Exot im Strafraum. Jochen Schieborn, den langen Lulatsch der Tulpe, der den Lehmann und sich unsterblich machen kann.   

Die Ecke fliegt auf den kurzen Pfosten, wo plötzlich aus dem langen Schieborn- Schatten wie ein Hrubesch-Ungeheuer der Tulpe-Teamchef Sebastian Wienges auftaucht. Der nimmt das Leder mit seinem Köpfchen aus knapp drei Metern und schiebt es an diversen Filmleuten vorbei ins Gehäuse. Unglaublich! 2:2. Tatsächlich der Ausgleich in letzter Sekunde. Schluß!!! Überall sieht man völlig durchnässte, aber hoch zufriedene Tulpen jubeln. Was für ein Spiel!

Fazit: Es war ein toller Schlagabtausch zwischen beiden Mannschaften mit sehenswerten Toren in einem spannender Fight. Insbesondere die Schlußphase war an Dramatik fast nicht zu überbieten. An das grüne Ausgleichstor in letzter Sekunde werden sich die Tulpen jedenfalls  auch noch in vielen Jahren gerne erinnern. Vor allem immer dann, wenn sie in Rückstand liegen und nur noch wenige Minuten zu spielen sind.