Kreuzberg Umutspor - Grüne Tulpe: 2:2

Notelf-Tulpe vs. ehemals rotierende PrenzlBerger

Am vergangenen Freitagabend ging es gegen Kreuzberg Umutspor – ehemals Rotation PrenzlBerg. Die Grüne Tulpe - wohl ob der ungewohnten Zeit - stand zum Anpfiff nur mit 10 Mann auf dem Platz. Weder Teamchef Sebastian Wienges noch Kapitän Toffi Born waren am Start. Hinzu wurden Libero Stefan Witt und Hartwig Meyer schmerzlich vermisst. Nur so ist es wohl zu erklären, dass die Grüne Tulpe diesem Spiel zu fast keinem Zeitpunkt ihren Stempel aufdrücken konnte. Dabei war es eigentlich nie so einfach gegen die Mannen von Kreuzberg Umutspor drei Punkte einzufahren.

Doch nun zum Spiel. Aus unglücklichen Zeitgründen sollte dieses Spiel nur zweimal fünfunddreißig Minuten dauern. Zudem musste sich der Schiedsrichter kurzfristig krankheitsbedingt abmelden. Da Umutspor so nett war und den Tulpenkader komplettierte, konnte dennoch mit einem elf gegen elf begonnen werden. Starker Wind und ein offensichtlich raubkopierter Fifa-Ball, dessen Flugeigenschaften bis zum Ende dieses Spiels Rätsel aufwarf, sorgten für eine Anfangsphase, die eher durch Glück und Zufall geprägt war, denn durch überlegtes Angriffsspiel. Und so war es auch kein Wunder, dass die wenigen guten Chancen nach langen Befreiungsschlägen entstanden, die aber zumindest in der ersten Halbzeit nicht zu einem Torerfolg führten. Nur ein einziges Mal konnte man erahnen, warum die Tulpe in den letzten Monaten vor allem spielerisch überzeugte. Alex Bögle bekommt im Mittelfeld den Ball, schaltet blitzschnell und steckt überlegt auf den mitgelaufenen Andreas zu. Dieser dringt in den Sechzehnmeterraum ein, der gegnerische Torwart stürmt heraus, Andreas legt den Ball rechts am Goalie vorbei. Der Ball rollt auf das leere Tor, einige Tulpenarme recken in die Lüfte, doch leider, leider, ging dieser Ball um Millimeter am rechten Torpfosten vorbei.

Zur zweiten Halbzeit musste die Tulpe eine weitere Schrecksekunde erleben. Christian Griebenow, der bis dahin dem Umutspor-Star-Angreifer keine Chance ließ, musste verletzungsbedingt passen. Für ihn opferten die Heimmannschaft einen weiteren ihrer Spieler, so dass das Spiel auch in der zweiten Hälfte mit elf gegen elf beginnen konnte. Das Spiel startete auch diesmal plan- und ziellos. Torchancen waren bis zu diesem Zeitpunkt Mangelware – auf beiden Seiten. Doch plötzlich ereignete sich ein schöner Spielzug der Tulpen. Die beiden Umutspor-Jungs  – wohlgemerkt im Tulpentrikot – kombinieren gefällig auf der linken Außenseite. Sie finden Andreas auf halblinks im Strafraum. Dieser bedient den mitgelaufenen Manu, der nunmehr völlig frei vor dem gegnerischen Torhüter auftaucht. Er kann sich die Ecke förmlich aussuchen. Just in diesem Moment aber rutscht der Goalie aus und Manu spielt den Ball mittig über den am Boden liegenden Torwart zum 1:0. Nur zehn Minuten später Eckball für die Tulpe von der rechten Seite. Wieder der starke Alex, dann einer der guten Leihkräfte im Grünen-Trikot schlägt eine hohe und weite Ecke in den Strafraum. Aufgrund der schon genannten Wind- und Ballverhältnisse bleibt der Ball in der Luft stehen, plumpst herunter, ein heilloses Durcheinander und plötzlich steht Andreas unbedrängt vorm Tor und schiebt zum 2:0 ein.

Noch eine Viertelstunde ist zu spielen. Eigentlich sollte das Spiel gegessen sein. Umutspor hatte bis dahin nicht eine einzige zwingende Torchance. Dennoch schafften sie es, noch einmal zwei Gänge hochzuschalten. Ein langer Ball aus dem rechten Halbfeld. Grünen Verteidiger Ahmed im Eins gegen Eins direkt vor dem eigenen Tor unterläuft den Ball, so dass der Prenzlauer Stürmer plötzlich allein vor Grünen Keeper Meuschke auftaucht und das Ding aus kürzester Distanz unhaltbar ins lange Eck vollstreckt. In den letzten Minuten beginnt ein Sturmlauf der Prenzlauer. Plötzlich ist es ganz klar, wer hier und heute auf gar keinen Fall als Verlierer vom Platz gehen möchte. So sind es wieder die heutigen Kreuzberger und damaligen Prenzlberger, die den nächsten gefährlichen Angriff vortragen. Wie Fahnestangen sehen die grünen Defensivspieler zu diesem Zeitpunkt aus. Ein Schuss aus gut vierzehn Metern wird somit fast folgerichtig zum Ausgleichstreffer. Aus dem rechten Halbfeld kommt der platzierte Schuss aufs lange Eck. Der Ball wird länger und länger. Grünen Keeper Meuschke scheint geschlagen, doch plötzlich macht er den berühmten Zwischenschritt, macht sich länger und länger und lenkt somit den schon sicher im Tor geglaubten Ball im letzten Moment um den Pfosten. Sensationell! "Yogi – wer hat hier ein Torwart-Problem?", geht es einem in diesem Augenblick durch den Kopf. Leider kann jedoch auch Meuschke im Anschluss dann das nicht verhindern, was zu diesem Zeitpunkt  einfach nur ausgleichend und gerecht ist. Eine Ecke von links kommt aufs Tor. Nach typischer "Nimm du ihn, ich hab ihn sicher"-Manier können weder Ahmed, Marek, Christian und André denn Ball klären, so dass nur ein einziger Umutspor-Fuß genügt, um einen halben Meter vor dem Tor, die Pille einzuschieben.  2:2, so endet dann auch das Match.

Fazit: Bei allem Respekt vor dem gegnerischen Team, welches der "Not-Tulpe" sogar zwei Spieler überließ und somit quasi im Spiel ließ: Das Spiel hätte mit Sicherheit anders ausgesehen, wenn die grüne Mannschaft mit ihren Stammkräften aufgelaufen wäre. Doch so konnte man sich am Ende auf Tulpenseite noch glücklich schätzen, wenigstens einen Punkt mit nach Hause genommen zu haben. Spielerisch war das am Freitagabend dargebotene dem Wetter und Luftdruck des Balles entsprechend: Ein ganz, ganz laues Lüftchen.