SG Deutscher Bundestag- Grüne Tulpe

Eigentlich hatten sich für das fünfte Spiel gegen die SG Deutscher Bundestag sage und schreibe 22 Tulpen angemeldet. Der grüne Teamchef Sebastian Wienges plante dementsprechend schon mit zwei Teams je Halbzeit. Tulpen-Präsident Markus Kurdziel warnte aus Fairnessgründen den Gegner sicherheitshalber schon mal vor.

Doch zum Anpfiff um 19:30 Uhr wurden dann überraschend "nur" 13 grüne Kicker im Poststadion gezählt. Unter den 13 Tulpen war dann auch noch nicht mal ein Torhüter, so dass sich Andre Bornstein erbarmen musste und kurzerhand die Handschuhe anzog. Er sollte seine Entscheidung schnell bereuen.

Während Teamchef Wienges noch nach den möglichen Gründen für die vielen nicht erfolgten Absagen suchte, lag sein Team bereits schon mit 0:1 zurück. Was war passiert? Einer der ersten Angriffe der Bundestagsverwalter provoziert bei der noch nicht sattelfesten grüne Abwehr einen kapitalen Abwehrschnitzer, der gnadenlos vom ungedeckten Bundestagsstürmer bestraft wird. Ersatzkeeper Bornstein war jedenfalls machtlos und muss so das Leder nach noch nicht einmal fünf gespielten Minuten aus dem Netz holen.

Normalerweise lässt sich die Tulpe von einem frühen Gegentor nicht beeindrucken, aber diesmal scheint sie schwer beeindruckt ob der Ballverwaltung des Gegners. Denn nur ein paar Minuten später muss Bornstein erneut das Leder aus dem eigenen Tor holen. Unglücklich landete eine Kopfballrückgabe zum Torhüter des sonst souveränen Abwehrrecken Stephan Examitzki direkt im Fuß des lauernden SG-Stürmers, der sich das Torgeschenk dann nicht mehr nehmen lässt und seine Mannschaft verdient mit 2:0 in Führung bringt.

Es braucht wohl diesmal zwei Gegentore und zwei Einwechslungen, damit die Grüne Tulpe  endlich aufwacht. Teamchef Sebastian Wienges stellt um und bringt mit Marek Dutschke und Kristoffer Born zwei schnelle Außenstürmer. Das sollte sich auch gleich bezahlt machen. 

Ein langer Einwurf von Stefan Witt, der diesmal im linken Mittelfeld spielte, landet weit in der gegnerischen Hälfte und direkt im Lauf von Kristoffer Born. Der nutzt einen Stellungsfehler des SG-Verteidigers aus und sprintet mit dem Leder von links in den Strafraum. Er hat nur noch den Bundestagskeeper vor sich, allerdings ist der Winkel extrem spitz. Doch Born versucht den Kunstschuss. Aus gut 10 Metern von links mit dem linken Außenrist haut er das Leder sehenswert am Torwart vorbei in den rechten Winkel: Nur noch 1:2

Der Anschlußtreffer ist da und die Grünen sind wieder im Spiel zurück. Von da an ist es ein echter Schlagabtausch. Auf beiden Seiten werden zahlreiche gute Torchancen herausgespielt, doch noch ohne zählbares Ergebnis.

Kurz vor der Pause kann die Tulpe dann noch eine Ecke herausholen. Die segelt in den SG-Strafraum und direkt auf Finn Pelke, der wie so oft in dieser Saison ein wichtiges Tor zum richtigen Zeitpunkt erzielt. 2:2. Ausgleich!

Damit geht es in die Pause und die Grüne Tulpe ist sehr zufrieden mit ihrer Aufholjagd. Da nun auch mit Jochen Schieborn der etatmäßige Torhüter zur Einwechslung bereit steht, kann Andre Bornstein endlich die Torwarthandschuhe abstreifen und auf seine angestammte 6er-Position wechseln.

Zusammen mit Finn Pelke bildet er danach wie gewohnt die grüne Doppelsechs,, die als Schnittstelle im Spiel nach vorne dient. Mit Wiederanpfiff geht dann auch gleich die Post ab. Die Grünen schnüren die Bundestagsverwaltung gleich in die eigene Hälfte ein und fahren einen gefährlichen Angriff nach dem anderen. Chancen über Chancen, doch irgendwie will das Bällchen nicht ins verflixte SG-Gehäuse. Eigentlich könnte -nein, muss!- die Tulpe zu diesem Zeitpunkt schon alles klar machen. Eigentlich. Wenn sich das mal nicht rächt, denkt der ein oder andere Schaulustige am Spielfeldrand.

Wir schreiben die 70. Minute. Die SG Deutscher Bundestag kommt plötzlich gefährlich nah an den grünen Strafraum und versucht ihrerseits ein Powerplay aufzubauen. Doch Stephan Examitzki hat aufgepasst und fängt kurzerhand einen Querpass ab und leitet direkt einen grünen Konter ein. Der läuft zunächst über Jürgen Stark und Andre Bornstein und landet schließlich im Lauf von Stürmer Kristoffer Born.

Der fackelt nicht lange und schießt aus 11 Metern aufs Tor. Der SG-Torhüter kann den Schuss gerade noch abwehren, allerdings landet der Ball daraufhin direkt wieder im Fuß von Born. Der lässt sich dann die zweite Chance nicht mehr nehmen und netzt zur hochverdienten 3:2-Führung ein.

Jetzt hat die Tulpe endlich ihre Führung, will aber unbedingt noch eins draufsetzen und damit die schnelle Entscheidung erzwingen. Zuweilen eindeutig zu offensiv, denn die grüne Abwehr um Stephan Examitzki, Simon Bruhn und Stefan Witt muss plötzlich einige Male Angriffe des Gegners in Unterzahl klären. Viele der Angriffe laufen über die starke rechte Seite des Bundestages. In der 76. Minute dann segelt eine lange Flanke des rechten Außenläufers erneut in den grünen Strafraum. Jochen Schieborn, der bis dato alles parierte, was auf seinen Kasten kam, will die Flanke abpflücken, doch der glitschige Ball rutscht ihm unglücklich durch die Finger. Ein SG-Stürmer steht an Ort und Stelle bereit und schiebt zum 3:3 ein.

Der Ausgleich war eine logische Folge des zu offensiven Spiels, wenn er letztendlich auch etwas glücklich zustande kam.  Genau ein solches 3:3 gab es ja im letzten Aufeinandertreffen im September. Da hatte die Grüne Tulpe erst in allerletzter Sekunde durch einen Kopfball von Sebastian Wienges noch ein Unentschieden erreicht. Doch heute will man auf grüner Seite unbedingt gewinnen und stürmt munter weiter.

Ein grünes Powerplay in der SG-Hälfte ist die Folge. Scheibenschießen wie beim Eishockey, doch irgendein Verwalterbein ist irgendwie immer im Weg. Dann kurz vor Schluss landet ein Befreiungsschuss der SG- Abwehr bei Simon Bruhn. Der stürmt an diesem Tag ausnahmsweise mal nicht, sondern weil Not am Abwehrmann ist, spielt er heute einen herausragenden Rechtsverteidiger. Aus gut 30 Metern vom SG-Gehäuse entfernt, rollt das Leder auf ihn zu und er zieht einfach mal ab. Der Ball hüpft wie ein nasser Flummi auf den Bundestagkasten zu. Der Keeper versucht noch mit dem Fuß die Laufbahn des Runden zu beeinflussen, doch vergeblich. Es macht zack, das Netz wackelt und der 4:3 Siegtreffer ist da. Der Jubel bei den Tulpen kennt keine Grenzen und Simon Bruhn lässt sich zurecht als der Matchwinner feiern.

Fazit: Die fünfte Auflage des Dauerbrenners im ewigen Duell mit der SG Deutscher Bundestag hat wieder ein sehenswertes, spannendes und vor allem torreiches Spiel hervorgebracht.  Die Tulpe kämpfte sich trotz eines schnellen 0:2 Rückstand ins Spiel zurück und konnte am Ende sogar als Sieger vom Platz gehen. Das zeigt wieder einmal, dass die Moral in der grünen Truppe stimmt und man auf Tulpenseite in dieser Saison wirklich keinen Gegner fürchten muss.

Für unsere Statistikfreaks: Die interne Saisonstatistik mit der SG Bundestag ist mit diesem Sieg endlich ausgeglichen: 2 Siege, 1 Unentschieden, 2.

In den fünf Begegnungen fielen sage und schreibe 35 Tore, pro Spiel nie weniger als 6 Tore!