Spielbericht Grüne Tulpe- AOK Berlin: 1:4

Dass die Grüne Tulpe sich in den vergangenen Spielzeiten zum Angstgegner der AOK gemausert hat, deutete auf eine sichere Partei zugunsten der Mannen um Teamchef Wolfgang Helm hin. Schließlich wurde die Krankenkasse im Juli 2005 (3-1) und Februar 2006 (4-3) in ihre Schranken gewiesen.

In noch ungewohnter 4-5-1-Aufstellung begann die Tulpe das Spiel mit defensiver Grundausrichtung, was angesichts der frühen Phase der Saison, fehlender Stammkräfte und dem soliden Auftretens des Gegners alternativlos war. Doch der frühe Rückstand konnte auch damit nicht verhindert werden. Nach einem erneuten Angriff über die linke Abwehrseite schloss der Gegner mit einem beherzten Flachschuss zum 0-1 ab, bei dem Tulpen-Keeper Born machtlos war (Born sonst gelernter Stürmer musste aufgrund des aktuten Torwartmangels ins grüne Gehäuse).

Die grüne Tulpe zeigt sich wenig beeindruckt und kam durch gezielte Vorstöße über die Außen immer wieder gefährlich vors Tor der AOK - Pfostenknaller durch Jochen Hake, aber Zählbares sprang dabei zunächst nicht heraus.In der Folgezeit verzettelte sich die Tulpe mehr und mehr ohne Einwirken des Gegners. Fehlpässe in der eigenen Hälfte, fehlende Zuordnung im Mittelfeld und vor allem ungeduldig und überhastet vorgetragene Angriffe sorgten dafür, dass die Abwehr um den umsichtigen Libero Marius Knaack unnötig unter Druck gerat.

0-1 hieß es zur Pause. Mit Umsetzung der taktischen Vorgaben aus der Halbzeit - wenige Umstellungen und der Forderung nach einem ruhigeren Spielaufbau – gelang es, zu Beginn der zweiten 45 Minuten die Oberhand zu gewinnen. Kontrollierter Spielaufbau, gefällige Kombinationen und torgefährliche Strafraumszenen waren die Folge. Fast zwingend dann der Ausgleich in der 55. Minute: Herrliche Flanke von Asgar Ergin auf den in die Spitze beorderten Christoph Benze, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Die Tulpe hatte jetzt ihre stärkste Phase, legte nach, doch verpasste ein ums andere mal mit etwas Pech die Führung.

Je länger der Führungstreffer ausblieb, desto ungeduldiger wurden die Spieler in grün. Die starke erste Viertelstunde der 2. Halbzeit schütze die Mannschaft nicht davor, erneut in Rückstand zu geraten: Der schnellste MAnn auf dem Platz -ein junger AOK-Stürmer- flitzte auf der linken Seite Verteidiger Helm davon und in den Strafraum, passte dann geschickt in die Mitte. Hake konnte den Ball nicht mehr rausdreschen und die AOK schob aus zwei MEtern den Ball ins grüne Tor. Nach 70 Minuten hieß es also 2-1 für die AOK. Die Tulpe zückte die Brechstange, wollte den Ausgleich erzwingen. Doch immer wieder verrannte sich die Tulpe mit Steilpässen in der Spitze, viel zu selten wurde das Spiel verlagert und in die Breite gezogen. Der kämpferische Einsatz stimmte, doch wurden ungenaue Zuspiele und die dem Gegner angebotenen Löcher im Mittelfeld dankend von selbigem genutzt. Der grüne Verteidiger Hake, der immer wieder in Laufduelle gegen den quirligen AOK-Stürmer gezwungen wurde, musste kurz vor Schluß aufgrund von Krämpfen und nicht vorhandenen Reservespielern ins Tor "ausgewechselt" werden. DIe Tulpe riskierte nochmal alles, das Tor zum Ausgleich sollte ihr aber nicht mehr gelingen. Dafür gelang der AOK drei Minuten vor Schluss nicht unverdient der Doppelschlag zum 4:1 Endstand, bei dem die stürmende Tulpe-Abwehr um End- Torhüter Hake chancenlos war.

Fazit: Im Ergebnis zwar zu deutlich, doch durchaus verdient ging die AOK diesmal als Sieger vom Platz. Für die Tulpe war das 1:4 die höchste Heimniederlage seit fast einem Jahr. Das Ergebnis dürfte angesichts der frühen Saisonphase schnell abgehakt werden. Doch die offensichtlichen taktischen Defizite im Spielaufbau bleiben das Manko der Tulpe, das in den kommenden Spielen überwunden werden muss.