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Dr. Julia Verlinden und Michael Kellner zur aktuellen Lage am Energiemarkt und niedrigen Gasspeicherfüllständen

Die deutschen Gasspeicher sind zum heutigen Tag bei unter 30% Füllstand. Dies ist der niedrigste Füllstand für diesen Stichtag. Binnen eines Monats sind die Füllstände der deutschen Gasspeicher um 25% gesunken (vgl. 1.1.26, 56%). 

Dazu erklärt Dr. Julia Verlinden, stellv. Fraktionsvorsitzende:

„Die Unsicherheit um niedrige Gasspeicherstände und steigende Gaspreise verdeutlichen erneut, wie verwundbar Abhängigkeit von fossilem Gas macht. Statt mit hohem Tempo erneuerbare Alternativen auszubauen und Energieeffizienz zu erhöhen, stellt Reiche wichtige Sicherheitsinstrumente wie das Gebäudeenergiegesetz und die EU-Gebäuderichtlinie in Frage. Die Regierung handelt widersprüchlich, wenn sie mehr Energiesicherheit will, aber politische Instrumente angreift, die fossile Abhängigkeiten reduzieren. 

Dank grünem Engagement in der letzten Wahlperiode und den unzähligen Menschen, die in klimafreundliche Technologie und Energieeffizienz investiert haben, konnten die Gasimporte bereits auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesenkt werden. Dieser Kurs muss nun engagiert fortgesetzt werden und die Menschen und Unternehmen müssen weiterhin beim Umstieg auf Zukunftstechnologien unterstützt werden. Die Wirtschaft braucht dringend Planungssicherheit, um in Zukunftstechnologien wie Wärmepumpen und Erneuerbare zu investieren. Die Wirtschaftsministerin handelt nicht im Sinne der Unternehmen, wenn sie neue Verwundbarkeiten schafft sowie Elektrifizierung und den Umstieg auf erneuerbare Wärme, Wasserstoff und Maßnahmen für Energieeffizienz verzögert.

Wir fordern daher den Bundeskanzler auf, sich in Brüssel für die endgültige Rücknahme der Milliardenzusagen an die USA für LNG-Importe einzusetzen. Und wir fordern die Bundesregierung auf, das Gebäudeenergiegesetz mit der 65% Vorgabe für Erneuerbare Energien zu erhalten und die Gebäudesanierung voranzutreiben, um Putin, Trump und Co. ihr Erpressungspotential zu rauben.“

Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher, ergänzt:

„Mit Blick auf die Witterung und den konstant hohen Gasbedarf werden wir in wenigen Tagen Speicherfüllstände von unter 20% sehen. Dies ist vor allem hinsichtlich der anstehenden Wiederbefüllung eine Herausforderung. Die Regierung muss jetzt ihre Regeln überprüfen, um sicherzustellen, dass Gasversorger für die Heizperiode 2026/2027 rechtzeitig und zu guten Preisen Speicherkapazitäten nutzen. Unsere Speicher waren vor Beginn dieser Heizperiode geringer befüllt, Ministerin Reiche hat Ihre Wetter-Wette verloren. Die Ministerin sollte ihr Engagement für Energiesparen erhöhen. Fossile Energien einzusparen ist nie verkehrt und jetzt würde es auch bei der Versorgungssicherheit helfen. Der kalte Winter treibt die Heizkosten und stetig steigende Gaspreise sind hier ein zusätzliches Kostenrisiko für Betriebe, Versorger und am Ende Familien. Statt diese realen Sorgen wegzulächeln, sollte Ministerin Reiche dringend alles tun, um Vertrauen in Ihre Speicherpolitik herzustellen und die Versorgungslage nicht der Marktspekulation auszuliefern. Am Ende gilt, dass jede Wärmepumpe, jede Solaranlage, jedes E-Auto uns unabhängiger von fossilen Rohstoffen machen.“