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Mehr Gemeinwohlorientierung auf dem Wohnungsmarkt statt „Bauturbo“ ohne soziale Leitplanken

Am 26.03.2026 findet der 17. Wohnungsbautag des Verbändebündnisses Wohnungsbau statt. Dazu erklärt Hanna Steinmüller, Obfrau im Ausschuss für Wohnen, Bauen, Stadtentwicklung und Kommunen:

Wir stecken seit Jahren in einer Wohnkrise. Nichtsdestotrotz klammert sich die Bundesregierung an das alte Mantra „bauen, bauen, bauen.“ Neubau wird aktuell so teuer vermietet, wie noch nie. Wohnungen für 20 Euro pro Quadratmeter und mehr sind keine Ausnahme, sondern in vielen Städten schon die Regel. Für die Mehrheit in diesem Land ist das schlicht unbezahlbar.

Trotzdem setzt die Bundesregierung auf einen „Bauturbo“ ohne soziale Leitplanken und eine Wohnungsbauförderung mit der Gießkanne. „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ ist keine gute Wohnungsbaustrategie, sondern Ausdruck politischer Planlosigkeit. Wir brauchen weniger teure Eigentumswohnungen und mehr bezahlbaren Mietwohnungsbau in den angespannten Wohnungsmärkten. Wir brauchen weniger Neubaugebiete auf der grünen Wiese und dafür mehr Umbau, Umnutzung und Aufstockung im Bestand. Wir brauchen weniger möblierte Wohnungen mit maximalen Renditen und stattdessen mehr Gemeinwohlorientierung auf dem Wohnungsmarkt.

Das fällt nicht vom Himmel. Bund und Länder müssen endlich gezielt fördern und unterstützten - mit Investitionszuschüssen für den gemeinnützigen Wohnungsbau, einer Förderung für die Umnutzung von leerstehenden Büros und einem modernen Baurecht, das lebendige, bezahlbare Nachbarschaften fördert.