Eine Auszubildende schraubt am 25.01.2012 im MTU-Werk Friedrichshafen einen Ölfilter an einen Motor der Baureihe 4000.

Arbeit

Für einen gerechten und nachhaltigen Arbeitsmarkt

  • Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Sie wird digitaler, mobiler und vernetzter. Das eröffnet viele Chancen. Gleichzeitig gerät ein Teil der Menschen immer mehr ins Abseits. Sie sind lange arbeitslos oder stecken seit Jahren in prekären Jobs fest.
  • Wir Grüne im Bundestag wollen den Arbeitsmarkt so gestalten, dass alle davon profitieren. Mit Konzepten, Anträgen, parlamentarischen Initiativen, Gesetzentwürfen arbeiten wir daran, dass es für ArbeitnehmerInnen fairen Löhne und familienfreundliche Arbeitszeiten gibt, dass Männer und Frauen für gleichwertige Arbeit den gleichen Lohn bekommen, dass mit der Arbeit gute und regelmäßige Weiterbildung einhergeht und dass Leiharbeit, Minijobs und befristete Jobs weniger werden.
  • In dieser Legislatur haben wir zahlreiche Vorschläge für gute Arbeit in den Bundestag eingebracht, wie zum Beispiel die Wahlarbeitszeit zwischen 30 und 40 Wochenstunden, die Vollzeit neu definiert, ein Gesetz für echte Lohngerechtigkeit sowie die Arbeitsversicherung, die allen offen steht und Weiterbildung finanziert.

Wir Grüne im Bundestag wollen, dass alle Menschen in Zukunft an einem gerechten und nachhaltigen Arbeitsmarkt teilhaben können.

Einkommen: Faire Löhne und Honorare

Eine gerechte Gesellschaft braucht faire Einkommen. Doch davon sind wir weit entfernt. Der Mindestlohn gilt nicht für alle. Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch viel weniger als Männer. Manche Unternehmen suchen Wettbewerbsvorteile, indem sie die Löhne ihrer Beschäftigten drücken. Auch Leiharbeit und Werkverträge sind beliebte Methoden, um Personalkosten einzusparen. Dieses Vorgehen zulasten der Beschäftigten wollen wir verhindern.

Wir fordern:

  • Gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit von Frauen und Männern.
  • Keine Ausnahmen beim allgemeinen Mindestlohn, also zum Beispiel auch nicht für Langzeitarbeitslose.
  • Leichtere Vereinbarung von Branchen-Mindestlöhnen.
  • Für Leiharbeitskräfte ab dem ersten Tag die gleiche Bezahlung wie die Stammbelegschaft und eine zusätzliche Flexibilitätsprämie.

Arbeitszeit: Flexibel und selbstbestimmt

Viele Beschäftigte möchten Erwerbsarbeit und Privatleben besser unter einen Hut bekommen, viele Frauen wollen raus aus der Teilzeitfalle. Das erfordert eine neue Arbeitszeitkultur, mehr Zeitsouveränität und flexiblere Arbeitszeitmodelle. Davon können Beschäftigte und Betriebe gleichermaßen profitieren. Wenn Arbeit besser ins Leben passt, sind die Beschäftigten produktiver, weniger gestresst und engagierter. Auch der wachsende Fachkräftebedarf kann so besser bewältigt werden.  

Wir fordern:

  • Eine Wahlarbeitszeit zwischen 30 und 40 Wochenstunden, mit der Vollzeit neu definiert und zu einem flexiblen Arbeitszeitkorridor umgestaltet wird.
  • Mehr Mitsprache der Beschäftigte darüber, wann und wo sie arbeiten – zum Beispiel durch ein Recht auf Homeoffice.
  • Ein Rückkehrrecht von Teilzeit-Beschäftigten auf ihre vorherige Stundenzahl, damit sie beruflich wieder voll durchstarten können.
  • Einen zeitgemäßen Arbeitsschutz und eine wirksame betriebliche Mitbestimmung, um Überforderung und unbezahlte Mehrarbeit zu verhindern.

Berufliche Bildung: Qualifizierung für alle

Unser Ziel ist es, die berufliche Aus- und Weiterbildung ins  Zentrum der Arbeitsmarktpolitik zu rücken. Mit der Digitalisierung steigt der Bedarf an Fachkräften. Regelmäßige Weiterbildung wird immer wichtiger. Derzeit bleiben besonders Ältere, Migrantinnen und gering Qualifizierte bei der beruflichen Weiterbildung oft außen vor.

Wir fordern:

Statt prekärer Arbeit: sichere und gesunde Beschäftigung

Gute Arbeit darf nicht krank machen und muss Perspektive eröffnen. Doch befristete Jobs und Arbeit auf Abruf können das kaum bieten. Auch Minijobs sind oft eine Sackgasse und führen zu Altersarmut von Frauen. Bei der Ausgestaltung der Arbeit werden die gesundheitlichen Belastungen oft nicht ausreichend ernst genommen. Das wollen wir ändern.

Wir fordern:

Gute Arbeit: Nur mit starker Mitbestimmung

Für einen erfolgreichen Arbeitsmarkt sind ein funktionierendes Tarifvertragssystem und wirkungsvolle Mitbestimmung entscheidend. Doch dieses System des Interessenausgleichs steht unter Druck. Unternehmen fliehen aus  Arbeitgeberverbänden, die Gewerkschaften verlieren seit Jahren Mitglieder. Immer weniger Unternehmen wenden noch Tarifverträge an. Wir wollen das Tarifvertragssystem und die Mitbestimmung zukunftsfest gestalten, um die jeweils besten Lösungen für Betrieb und Beschäftigte zu ermöglichen.

Wir fordern:

  • Mehr Schutz und Vereinfachungen bei der Gründung von Betriebsräten.  
  • Das Schließen der Lücken bei der Unternehmensmitbestimmung im Aufsichtsrat.

Sozialer Arbeitsmarkt: Chance für Langzeitarbeitslose

Viele Unternehmen suchen Fachkräfte. Gleichzeitig bleiben einige Menschen chancenlos auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit Jahren anhaltend hoch. Besonders ältere, gering qualifizierte, behinderte oder geflüchtete Menschen haben es schwer, eine Stelle zu finden. Die Gründe sind vielfältig. Trotzdem können und wollen wir niemanden aufgeben.

Wir fordern:

  • Eine bessere Ausstattung von Jobcentern und Arbeitsagenturen, damit sie Arbeitslose optimal betreuen und ihnen wirklich Zugang zum Arbeitsmarkt eröffnen können.
  • Einen sozialen Arbeitsmarkt, der eine verlässliche Perspektive eröffnet.  Menschen, die absehbar keine Chance in der freien Wirtschaft haben, bekommen damit Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanziert.