Veröffentlicht am

Klimaschutz – fit für die Ziele bis 2040

  • Nach monatelangen intensiven Beratungen wurde die Novelle des Klimaschutzgesetzes am 26. April 2024 beschlossen.
  • Statt rückwirkender Betrachtung gibt es jetzt eine vorausschauende Überprüfung, ob die Klimaziele erreicht werden.
  • Ziel ist es weiterhin, die CO2-Lücke zu schließen. Endgültig. Dafür haben wir die Anwendungsmechanismen des Gesetzes bis 2040 erweitert. 

Das Klimaschutzgesetz wurde 2019 verabschiedet, nach dem Beschluss des Verfassungsgerichts wurden die Ziele im Gesetz 2021 noch einmal angehoben. Es ist ein zentraler Eckpunkt der Klimapolitik, denn in ihm werden konkrete Ziele für die Reduktion unserer Treibhausgasemissionen bis hin zur Treibhausgasneutralität im Jahr 2045 verbindlich festgeschrieben.

Noch nicht am Ziel

Es gibt Erfolge, mit denen wir Grüne viel für den Klimaschutz erreicht haben und die Klimaschutzlücke deutlich verringen konnten: Die Erneuerbaren Energien boomen, über die Hälfte des Stroms ist schon erneuerbar und mit dem Solarpaket haben wir ein weiteres Beschleunigungspaket für Solar und Wind beschlossen. Der Umstieg auf erneuerbare Wärme ist beschlossene Sache; der Schienenausbau wird vorangebracht und über die LKW-Maut klimagerecht querfinanziert. Das gibt Rückenwind für viele Akteure vor Ort, die sich seit Langem für die Energiewende stark machen und bisher von langwierigen Planungs-, Genehmigungs- und Bauverfahren ausgebremst wurden.

Auftrag aus dem Koalitionsvertrag

Bereits im Koalitionsvertrag hatten die Koalitionspartner vereinbart, dass die Bundesregierung eine Novelle des Klimaschutzgesetzes vorlegt. Diese sieht vor, dass die Einhaltung der Klimaschutzziele künftig anhand einer sektorübergreifenden und mehrjährigen Gesamtrechnung überprüft werden soll. Das wird durchaus kritisch diskutiert, könnten einzelne Sektoren, wie etwa der Verkehrs- oder der Gebäudebereich sich hinter den Erfolgen des Erneuerbaren-Ausbaus verstecken und dringend nötige Klimaschutzmaßnahmen auf die lange Bank schieben. Wir haben durchgesetzt, dass auch die Sektorziele weiterhin jedes Jahr überprüft werden und damit sichtbar wird, wer Klimaschutz macht und wer noch mehr tun muss. In Zukunft sollte auch die Verantwortung jedes einzelnen Sektors wieder expliziter werden.

Mit dem novellierten Klimaschutzgesetz ist weiterhin sehr deutlich zu sehen, welche Bereiche zu viele Emissionen ausstoßen. Und genau diese müssen zuallererst Maßnahmen aus ihren Ressorts benennen, wenn Deutschland seine Gesamtziele reißt. Unser Anspruch bleibt jedoch, dass jeder einzelne Sektor ins Handeln kommen muss, das sollte auch gesetzlicher Anspruch sein. Auch faktisch gibt es wenig Spielraum, dass ein Sektor die Emissionen aus anderen Sektoren kompensieren kann. Daher muss sich jeder einzelne Sektor der Verantwortung stellen. Ein Verkehrsminister kann sich nicht am Schopf des Energieministers aus dem Sumpf ziehen, wenn der Verkehr die Klimaziele nicht erreicht. Zudem müssen die Ziele nicht erst im Vorjahr verfehlt worden sein, damit der Nachsteuerungsmechanismus greift. Künftig reichen zwei negative Projektionen für die Zielerreichung.

Mechanismus zum Erreichen des Klimaziels 2040 festgelegt

Es ist es uns gelungen, verbindliche Nachsteuerung durch Klimaschutzmaßnahmen für den Zeitraum 2030 bis 2040 zusätzlich zu verankern. Damit wird das Erreichen der Klimaziele 2040 abgesichert. Vor allem dank des guten Ausbaus der Erneuerbaren ist Deutschland zwar erstmals auf dem Weg, die Ziele 2030 (65 Prozent CO2 Einsparung) zu erreichen. Um dann in den zehn Folgejahren bis 2040 auf ganze 88 Prozent CO2 Einsparung zu kommen, braucht es aber noch weit mehr Maßnahmen, besonders im Verkehrsbereich, die frühzeitig auf den Weg gebracht werden müssen. Schon 2026 muss die Bundesregierung ein Klimaschutzprogramm vorlegen, das Maßnahmen beschreibt, um nicht nur 2030, sondern auch die Klimaziele für 2040 zu erreichen. Die Nachsteuerung für das 2030- und das 2040-Ziel wird im jetzigen Klimaschutzgesetz-Update verbindlich festgeschrieben und damit einklagbar. Das ist ein zentraler Baustein, der auf Deutschlands Weg zur Klimaneutralität noch fehlte. 

Weitere Meldungen zum Thema

Bundesregierung zu mehr Klimaschutz verurteilt

Das Klimaschutzprogramm von 2023 war nicht ausreichend, um das Klimaziel für 2030 mit einer CO2-Minderung von -65 Prozent einzuhalten. Die Bundesregierung muss hier nun nachbessern, das hat das Bundesverwaltungsgericht in letzter Instanz entschieden.

Fachtext
Fachtext: Bundesregierung zu mehr Klimaschutz verurteilt
Wirtschaft jetzt stärken: Unser Sofortprogramm

Unsere Wirtschaft steht weiter vor großen Herausforderungen und der Bundesregierung fehlt die Strategie. Wir fordern jetzt ein Sofortprogramm der Bundesregierung und zeigen auf, wie wir unsere Wirtschaft stärken wollen.

Fachtext
Fachtext: Wirtschaft jetzt stärken: Unser Sofortprogramm
Julia Verlinden: EU-Sondergipfel: Merz muss sich für Aufkündigung von LNG-Import-Zusagen aus den USA einsetzen

Bundeskanzler Merz muss sich in Brüssel für die Aufkündigung der europäischen Importzusagen für amerikanisches LNG-Gas stark machen.

Pressemitteilung
Pressemitteilung: Julia Verlinden: EU-Sondergipfel: Merz muss sich für Aufkündigung von LNG-Import-Zusagen aus den USA einsetzen
Fraktionsvorstandsbeschluss: Guter Start ins Erwachsenenleben - Bezahlbarkeit und Perspektiven für junge Generationen

Bereits 2025 haben wir Grüne im Bundestag einen „Pakt für bezahlbares Leben“ vorgelegt. Die folgenden Maßnahmen bauen darauf auf und richten sich gezielt an junge Menschen, da sie überproportional von den aktuellen Unsicherheiten betroffen sind.

Beschluss
Beschluss herunterladen: Fraktionsvorstandsbeschluss: Guter Start ins Erwachsenenleben - Bezahlbarkeit und Perspektiven für junge Generationen
Fraktionsvorstandsbeschluss: Jetzt endlich handeln! Bevölkerung schützen, unsere Infrastrukturen krisenfest machen

Wir Grüne im Bundestag sagen: Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass es „schon gut gehen wird“. Es braucht endlich eine echte Sicherheitsoffensive, umfassende Prävention und einen besser koordinierten Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.

Beschluss
Beschluss herunterladen: Fraktionsvorstandsbeschluss: Jetzt endlich handeln! Bevölkerung schützen, unsere Infrastrukturen krisenfest machen
Es wurden keine Treffer gefunden.

Unsere Publikationen

5 Postkarten liegen auf einem Tisch

Postkarten-Set

Grüne Grüße aus dem Bundestag

Sonstiges
Zur Publikation: Postkarten-Set

Die grüne Fraktion im 21. Deutschen Bundestag

Hier lernen Sie uns und unsere Arbeit kennen.

Flyer & Broschüren
Zur Publikation: Die grüne Fraktion im 21. Deutschen Bundestag
Britta Haßelmann und Katharina Dröge auf der Fraktionsebene des Deutschen Bundestags

Blick nach vorn

profil:GRÜN 7/2025

Zeitschrift
Zur Publikation: Blick nach vorn