Bundesprogramm

Natürlicher Klima- und Artenschutz

Blick auf einen Holzpfad durch eine Moorlandschaft. Moore und Moorböden, Gewässer, Auen und Feuchtwiesen sind zentrale Ökosysteme für den Klima- und Artenschutz.
Moore und Moorböden, Gewässer, Auen und Feuchtwiesen sind zentrale Ökosysteme für den Klima- und Artenschutz. Mit einem Aktionsprogramm wird die Ampelkoalition die Mittel bereitstellen, um das vorhandene Potential langfristig zu nutzen. unsplash | Mario Dobelmann
29.03.2022
  • Viele Naturlandschaften wie Moore, Auen oder Feuchtgebiete sind sowohl Hort der Artenvielfalt als auch wegen der in ihnen eingelagerten Klimagase wichtige Klimaschützer.
  • Mit dem Bundesprogramm Natürlicher Klimaschutz wollen wir  zugleich Arten und Klima schützen.
  • Für diese wichtige Aufgabe stellen wir im Bundeshaushalt in den nächsten vier Jahren vier Milliarden Euro zur Verfügung.

Win-Win für Klima und Natur

Moore, Auen, Feuchtgebiete sowie Meere und Küsten sind zugleich exzellente Klimaschützer und wertvolle Naturlandschaften. Dennoch fielen viele dieser außergewöhnlichen Lebensräume in den vergangenen Jahrzehnten Torfabbau, Intensivlandwirtschaft, Kanalisierungen und Verkehr zum Opfer, noch immer sind viele gefährdet.

Sobald diese Landschaften ihr Gleichgewicht verlieren, entweichen enorme Mengen klimaschädliche Gase, die zuvor in ihnen gespeichert waren, in die Luft. Diese Entwicklung müssen wir schnellstmöglich umkehren, wenn wir die Erderwärmung wirksam begrenzen und verhindern wollen, dass immer mehr Arten bedroht sind oder gar aussterben.

Moore sind Kohlenstoffspeicher

Der größte Handlungsdruck liegt auf dem Schutz der Moore. In Deutschland sind 92 Prozent der Moorböden entwässert und die wenigen noch naturnahen und ungenutzten Mooren leiden an Wassermangel. Das führt dazu, dass sie mit etwa 53 Millionen Tonnen fast sieben Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands verursachen.

Daher müssen diese Ökosysteme endlich als Kohlenstoffspeicher wie auch als Naturräume geschützt und gestärkt werden. Wir brauchen schleunigst einen stabilen Landschaftswasserhaushalt für Moore, Auen und Feuchtgebiete. Entwässerungsgräben gehören zurückgebaut, Torfabbau beendet, die landwirtschaftliche Nutzung umgestellt, Küsten geschützt. Bereits in der letzten Wahlperiode haben wir Grüne im Bundestag ein solches Programm skizziert.

Diese Maßnahmen sind riesige Herausforderungen und eine Gemeinschaftsaufgabe für viele Träger. Zukunftsfähige Lösungen funktionieren nur mit den Land- und Gewässernutzern vor Ort. Selbstverständlich auch: natürlicher Klimaschutz ist nur mit zuverlässiger und langfristiger Finanzierung möglich.

Aktionsprogramm des Bundes

Diese Herausforderungen wollen wir in der Ampelkoalition mit dem "Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz" jetzt endlich angehen. In den nächsten vier Jahren wollen wir mit vier Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt Moore renaturieren, stabile Wasserhaushalte wiederherstellen, Waldökosysteme und marine Lebensräume aufwerten.

Darüber hinaus brauchen diese Maßnahmen ein gutes Monitoring und eine wissenschaftliche Begleitung, denn gesammelte Erfahrungen sind wertvolle Schätze für künftige Projekte. Das Aktionsprogramm gibt die Verantwortung für die Umsetzung dorthin, wo sie am besten aufgehoben ist - an die Akteure vor Ort. Ländervertreter, Kommunen, Nutzer und Umweltschützer müssen sich an einen Tisch setzen, um Natur und Klima bestmöglich zu schützen.

Mit diesem Aktionsprogramm bringen wir eine Zukunftsinvestition gegen die beiden größten ökologischen Bedrohungen unserer Lebensgrundlagen auf den Weg.

Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz stärken wir unsere natürlichen Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise – Moore, Feuchtgebiete, Wälder und Gewässer.

Jan-Niclas Gesenhues, Obmann im Umweltausschuss