Natürlicher Klimaschutz

Win-Win für Klima und Natur

Blick auf einen Holzpfad durch eine Moorlandschaft. Moore und Moorböden, Gewässer, Auen und Feuchtwiesen sind zentrale Ökosysteme für den Klima- und Artenschutz.
Moore, Auen, Küsten oder Feuchtgebiete sind sowohl Hotspots der Artenvielfalt als auch wichtige CO2-Speicher. Die Grüne Bundestagsfraktion stellt sich mit ganzer Kraft hinter das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz. unsplash | Mario Dobelmann
22.03.2024
  • Viele Naturlandschaften wie Moore, Auen oder Feuchtgebiete sind sowohl artenreiche Lebensräume als auch wegen der in ihnen eingelagerten Klimagase wichtige Klimaschützer.
  • Mit dem Bundeshaushalt 2022 gab der Bundestag den Weg frei für die Finanzierung von Maßnahmen für den natürlichen Klimaschutz. Für diese wichtige Aufgabe stellt die Ampelkoalition im Bundeshaushalt bis 2027 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung.
  • Die ersten Förderrichtlinien für den Natürlichen Klimaschutz gingen bereits an den Start, weitere folgen.

Moore, Auen, Feuchtgebiete sowie Meere und Küsten sind zugleich exzellente Klimaschützer und wertvolle Naturlandschaften. Dennoch fielen zahlreiche dieser außergewöhnlichen Lebensräume in den vergangenen Jahrzehnten Torfabbau, Intensivlandwirtschaft, Kanalisierungen und Verkehr zum Opfer; noch immer sind viele gefährdet.

Sobald diese Landschaften ihr Gleichgewicht verlieren, entweichen enorme Mengen klimaschädliche Gase, die zuvor in ihnen gespeichert waren, in die Luft. Wenn wir die Erderwärmung wirksam begrenzen und verhindern wollen, dass immer mehr Arten bedroht sind oder gar aussterben, müssen wir diese Entwicklung schnellstmöglich umkehren.

Moore sind Kohlenstoffspeicher

Der größte Handlungsdruck liegt auf dem Schutz der Moore. In Deutschland sind 92 Prozent der Moorböden entwässert und die wenigen noch naturnahen und ungenutzten Mooren leiden an Wassermangel. Das führt dazu, dass sie mit etwa 53 Millionen Tonnen fast sieben Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands verursachen.

Daher müssen diese Ökosysteme endlich als Kohlenstoffspeicher wie auch als Naturräume geschützt und gestärkt werden. Wir brauchen schleunigst einen stabilen Landschaftswasserhaushalt für Moore, Auen und Feuchtgebiete. Entwässerungsgräben gehören zurückgebaut, Torfabbau beendet, die landwirtschaftliche Nutzung umgestellt, Küsten geschützt. Bereits in der letzten Wahlperiode haben wir Grüne im Bundestag ein solches Programm skizziert. Im Frühjahr 2023 bekräftigten wir die Bedeutung von Natürlichem Klimaschutz in einem Fraktionsbeschluss.

Aktionsprogramm des Bundes

Die Planung und Umsetzung von Projekten für den natürlichen Klimaschutz sind riesige Herausforderungen und eine Gemeinschaftsaufgabe für viele Träger. Zukunftsfähige Lösungen funktionieren nur gemeinsam mit den Land- und Gewässernutzern vor Ort. Selbstverständlich auch: natürlicher Klimaschutz ist nur mit zuverlässiger und langfristiger Finanzierung möglich. 

In der Ampelkoalition gehen wir diese Herausforderungen mit dem "Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz" jetzt endlich an. In den nächsten Jahren wollen wir damit Moore renaturieren, stabile Wasserhaushalte wiederherstellen, Waldökosysteme und marine Lebensräume aufwerten.

Darüber hinaus brauchen diese Maßnahmen ein gutes Monitoring und eine wissenschaftliche Begleitung, denn gesammelte Erfahrungen sind wertvolle Schätze für künftige Projekte. Das Aktionsprogramm gibt die Verantwortung für die Umsetzung dorthin, wo sie am besten aufgehoben ist - an die Akteure vor Ort. Ländervertreter, Kommunen, Nutzer und Umweltschützer müssen sich an einen Tisch setzen, um Natur und Klima bestmöglich zu schützen.

Am 5. Oktober 2023 wurde das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz (KNK) in der Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) eröffnet. Es berät und vernetzt die Akteure, um rasch gute Projekte anzuschieben und zu managen.

Eine erstklassige Investition in die Zukunft

Mit den Stimmen von Grünen, SPD und FDP hat der Bundestag im Juni 2022 den neuen Haushaltstitel „Maßnahmen zum Natürlichen Klimaschutz“ beschlossen. Seitdem können Gelder aus diesem Titel fließen - und jeder Euro davon ist eine erstklassige Zukunftsinvestition. Rund 3,5 Milliarden Euro sieht der Bund in den nächsten Jahren für den natürlichen Klimaschutz vor.

Mehrere Förderschienen existieren bereits. Eine zentrale Förderrichtlinie unterstützt Unternehmen, die sich für den natürlichen Klimaschutz engagieren, beispielsweise durch Investitionen in naturschutzfachlich wertvolle Biotope oder ein sparsames Wassermanagement. Von besonders großem Interesse ist zudem eine Förderrichtlinie für den natürlichen Klimaschutz in Städten und Gemeinden im ländlichen Raum. Mit Hilfe dieses Programms wollen Kommunen Wälder umbauen, Gewässer renaturieren, Grünzüge wiederherstellen und Flächen entsiegeln. Eine weitere Förderschiene ermöglicht Kommunen naturbasierte Lösungsansätze zur Klimaanpassung, beispielsweise die Erstellung von Konzepten zur Wiederherstellung natürlicher Wasserkreisläufe oder Bepflanzungskonzepte. Zwei Fördermöglichkeiten wurden für einen zukunftsfähigen Wald aufgelegt, einerseits für ein klimaangepasstes Waldmanagement und andererseits für einen zukunftsfähigen Waldumbau. Weitere Förderinstrumente werden folgen, beispielsweise für Moorschutz, Auenrenaturierung, und Wildnisgebiete.

#was grün ist - Natürlicher Klimaschutz

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In dieser Folge zeigen wir euch, warum wir das stärken, was ohnehin die meiste Arbeit für uns leistet: die Natur. Im Interview gibt unser Abgeordneter, Jan-Niclas Gesenhues, Antworten, wie umfangreich das Aktionsprogramm ist und welche Chancen er darin sieht.