Bund-Länder-Vereinbarung

Bahn frei für das 49-Euro-Ticket

Ein roter Regionalzug fährt an einem Sonnenblumenfeld vorbei.
Bund und Länder haben sich auf ein günstiges, deutschlandweit gültiges Ticket für den Nahverkehr verständigt. Damit werden Millionen Menschen entlastet, der ÖPNV in Deutschland gestärkt und ein echter Fortschritt für den Klimaschutz im Verkehr erreicht. picture alliance | Daniel Kubirski
03.11.2022
  • Das 49-Euro-Ticket für den Regional- und Nahverkehr kommt – Bund und Länder haben sich über die Umsetzung des Deutschlandticket genannten, bundesweit gültigen Fahrscheins verständigt.
  • Von dem einfachen und günstigen Ticket werden sowohl Menschen als auch Klima profitieren, die Verkehrswende nimmt Fahrt auf.
  • Damit wird ein langjähriges Grünes Konzept weitgehend realisiert, es wird auch die Grundlage gelegt, um mit einem wachsenden ÖPNV langfristig klimafreundliche Mobilität und soziale Daseinsvorsorge zu stärken.  

Sommer 2022: Millionen Menschen nutzen wegen des 9-Euro-Tickets verstärkt oder gar zum ersten Mal den Nahverkehr. 80 Prozent der Nutzer*innen wünschen sich in der Folge eine Anschlusslösung für das populäre Ticket, mit dem Fahrgäste unkompliziert und deutschlandweit den ÖPNV nutzen konnten.

Nun haben sich Bund und Länder auf eine Nachfolgelösung verständigt, die sowohl einfach als auch deutlich günstiger als die bisherigen Abonnements ist: das bundesweit gültige Deutschlandticket, das zügig zu einem Preis von 49 Euro im Monat eingeführt werden soll. Gewünscht ist der Start zum 1. Januar 2023, ob das tatsächlich möglich ist, müssen die Länder nun in den Ausarbeitungen prüfen.

Ein Quantensprung für ÖPNV und Verkehrswende

Damit können Fahrgäste Busse und Bahnen in ganz Deutschland unkompliziert mit nur einem Ticket nutzen, über alle Verbundgrenzen und Tarifgebiete hinweg. Für den ÖPNV in Deutschland bedeutet das einen Quantensprung, denn von den stark vergünstigten Preisen für Monats- und Jahrestickets profitieren die Menschen in Städten, Umlandgemeinden und auf dem Land.

Deutlich günstiger und unkomplizierter wird es auch für Viel- und Langstreckenpendler*innen und für diejenigen, die in eher ländlichen Regionen unterwegs sind. Damit entlasten wir die Menschen in der derzeitigen Krise und schützen gleichzeitig das Klima.

Für die Verkehrswende ist ein starker und einfach zu nutzender ÖPNV ein wichtiger Baustein. Wenn künftig mehr Menschen im Regional- und Nahverkehr unterwegs sind, brauchen wir aber auch zusätzliche Verbindung und bessere Taktzeiten – sowohl in der Stadt als auch in eher ländlich geprägten Regionen.

Finanzierung langfristig sichern

Mit dieser Einigung tragen Bund und Länder je zur Hälfte die Finanzierung des bundesweiten Nahverkehrstickets  – eine Aufteilung, für die wir Grüne im Bundestag uns sehr eingesetzt haben. Damit steuert der Bund rund 1,5 Milliarden Euro jährlich zum Ticket bei. Darüber hinaus wird er die Regionalisierungsmittel, die der Bund den Ländern für den Schienenverkehr zur Verfügung stellt, um eine Milliarde Euro jährlich aufstocken, um sich etwa an den gestiegenen Kosten für Energie und Personal und dem Ausbau des Nahverkehrs stärker zu beteiligen.

Damit in den nächsten Jahren das Bus- und Bahnangebot wachsen und auch um neue Sharing-Möglichkeiten ergänzt werden kann, müssen sich Bund, Länder und Kommunen nun auf eine langfristig auskömmliche Finanzierung des ÖPNV verständigen. Das Angebot in Stadt und Land muss weiter ausgebaut und modernisiert werden, damit der ÖPNV sein volles Potential für den Klimaschutz erreichen und seinen Teil der sozialen Daseinsvorsorge garantieren kann.

Wir Grüne im Bundestag wollen einen starken ÖPNV-Pakt. Nur so kann der öffentliche Verkehr zum Rückgrat einer klimafreundlichen Mobilität und sozialer Daseinsvorsorge werden.