Wirtschaftsförderung

ERP als Alltagswerkzeug der Transformation

Klavierbauer sorgen für den richtigen Ton
Günstige Kredite und Beteiligungskapital für Mittelstand und Start-Ups schaffen Chancen, zukunftsorientiert zu investieren und die Transformation zu einer nachhaltigen, digitalen Wirtschaft erfolgreich zu meistern. picture alliance | Pawel Sosnowski
17.02.2022
  • Das European Recovery Program (ERP) versorgt kleine und mittlere Unternehmen mit günstigen Krediten und Beteiligungskapital für Investitionen in Klimaschutz, Digitalisierung und Innovation im Umfang von knapp 10 Milliarden Euro.
  • Die Mittelstandsfinanzierung wird mit dem Entwurf des neuen Wirtschaftsplans neu aufgestellt, vereinfacht und die Konditionen verbessert.
  • Mit den Mitteln können deutschlandweit auch in strukturschwachen Regionen Unternehmen aufgebaut oder modernisiert werden. Das stärkt den ländlichen Raum.

Die grüne Bundestagsfraktion wird in dieser Woche für den neuen Wirtschaftsplan des traditionsreichen Förderprogramms ERP stimmen. Von Gründungen und Startups über Innovationen bis hin zu Unternehmensnachfolgen deckt das Programm eine große Bandbreite an Fördermöglichkeiten ab. Zudem werden erfolgreiche Studienprogramme für Osteuropa und die USA gefördert.

Mittelstandsfinanzierung vereinfacht

Das ERP fördert vor allem über Darlehen und Zinsverbilligungen und stärkt die Wagnis- und Beteiligungsfinanzierung. Für das Förderjahr 2022 sind Ausgaben von rund 900 Millionen Euro geplant. Die Förderbedingungen wurden nochmals verbessert und vereinfacht, so dass die Förderung in Zukunft noch stärker in Anspruch genommen werden wird.

KMU bei Corona-Folgen helfen

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen gerade in der Corona-Krise vor enormen Herausforderungen. Viele hat Corona geschwächt und ihre Eigenkapitalbasis verringert. Das ERP leistet einen Beitrag, damit diese Unternehmen trotzdem in die laufende Transformation der Volkswirtschaft zur Klimaneutralität investieren können und sich für eine fossilfreie Zukunft gut aufstellen.

Transformation im ländlichen Raum unterstützen

Der ERP ist auch ein wesentliches Instrument, damit diese Transformation im ländlichen Raum gelingt. Unser politisches Ziel ist es, dass gerade kleine Unternehmen im ländlichen Raum exzellente Wirtschaftsbedingungen haben. Die Verfügbarkeit von Breitband, Fachkräften, Kitas, Schulen, Ärzt*innen und die Daseinsvorsorge sind dafür elementare Voraussetzungen, die wir mit unserer Politik schaffen wollen. Die ausgereichte Regionalförderung hat Modellcharakter und trägt dazu bei, dass sich Lebensverhältnisse in Stadt und Land gleichmäßig entwickeln. 

Wohlstand braucht starke Zivilgesellschaft

Das Sondervermögen fußt auf Mitteln des US-Marshallplan, der den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ermöglicht hat. Seit 1948 unterstützt das Förderprogramm kleine und mittelständische Unternehmen dabei, in ihre Zukunft zu investieren und sich besonders im ländlichen Raum stabil aufzustellen.

Der ERP beruht auf der Annahme, dass es Frieden auf Dauer nicht ohne Investitionen in die Zukunft gibt. Dieser Gedanke ist aktueller denn je und auch die Ampel-Koalition hat sich dem Gedanken verschrieben, durch Investitionen nachhaltigen Wohlstand und Frieden zu sichern. 

Gefördert werden Stipendienprogramme, die sich an osteuropäische Staaten und die USA richten. Die Entstehungsgeschichte des ERP nach dem Weltkrieg erklärt, warum auch dieser Aspekt im Programm auftaucht: Hier tragen wir mit Händen greifbar zum nachhaltigeren Frieden in Europa bei.

Der Marshall-Plan hat uns gelehrt, wie mühevoll der alltägliche Aufbau des Friedens ist. Dieses Alltagswerk dürfen wir nicht vernachlässigen.