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Chemieindustrie stärken: klimaneutral & innovativ

  • Die Branche steht unter massivem Druck: hohe Energiepreise, geopolitische Spannungen und unfairer Wettbewerb setzen vielen Standorten zu.
  • Die Bundesregierung muss Antworten auf die zentralen Herausforderungen der Branche geben – insbesondere bei Energiepreisen, Handelsschutz und Kreislaufwirtschaft.
  • Durch Innovation, Klimaneutralität und mehr wirtschaftliche Resilienz hat der Standort eine Zukunft – wir legen Vorschläge dazu vor.

Die chemische Industrie gehört zu den wichtigsten Branchen unseres Landes. Sie liefert die Grundstoffe für viele andere Industrien: von der Automobilproduktion über Baustoffe bis hin zur Pharmaindustrie. Doch die Branche steht unter massivem Druck: hohe Energiepreise, geopolitische Spannungen und unfairer Wettbewerb setzen vielen Standorten zu. Seit der Energiekrise liegt die Produktion deutlich unter dem früheren Niveau. Investitionen werden verschoben, Anlagen stillgelegt oder ins Ausland verlagert. Gleichzeitig wächst der Druck durch internationale Konkurrenz – insbesondere durch Dumpingpreise aus China.

Besonders betroffen sind sogenannte Verbundstandorte. Dort greifen viele Produktionsprozesse ineinander: Wenn einzelne Anlagen schließen, kann das dazu führen, das weitere Unternehmen gefährdet werden.

Das Gelingen des klimaneutralen Umbaus der Chemieindustrie entscheidet über die Zukunft vieler industrieller Wertschöpfungsketten in Deutschland und Europa – und damit über tausende Arbeitsplätze. Die Bundesregierung hat angekündigt, eine Chemieagenda bis Ostern 2026 vorzulegen. Wir schlagen in unserem Antrag Antworten auf die zentralen Herausforderungen der Branche vor – insbesondere bei Energiepreisen, Handelsschutz und Kreislaufwirtschaft.

Eine Perspektive für die Chemieindustrie

Mit unserem Antrag “Zukunft der europäischen Chemieindustrie sichern – Innovation, Nachhaltigkeit und Resilienz stärken“ legen wir einen Fahrplan für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Chemieindustrie vor. 

Dazu gehört in unseren Augen vor allem:

  • Klimaneutrale Produktion beschleunigen und Unternehmen bei der Modernisierung unterstützen
  • Wettbewerbsfähigkeit sichern, etwa durch bezahlbare Energie und fairen Handel
  • Industrielle Resilienz stärken, damit Europa weniger abhängig von autoritären Staaten wird

Unser Antrag verfolgt fünf zentrale Ziele:

  1. Verbindliche Chemieagenda 2045: Für eine klimaneutrale Chemieproduktion braucht es klare Ziele, Zeitpläne und Investitionssicherheit durch enge Zusammenarbeit von Industrie, Gewerkschaften und Politik.
  2. Bezahlbare Energie: Energiepreise müssen wettbewerbsfähig sein, unterstützt durch Industriestrompreise, CO₂-Kompensation und Ausbau erneuerbarer Energien. Flexible Industrieparks können Kosten senken und das Energiesystem stabilisieren.
  3. Fairer Wettbewerb & strategische Souveränität: Antidumpingmaßnahmen gegen subventionierte Drittstaaten-Konkurrenz sollen konsequent umgesetzt werden. Der CO₂-Grenzausgleich (CBAM) schützt europäische Unternehmen vor Wettbewerbsnachteilen. Gleichzeitig müssen Abhängigkeiten bei chemischen Grundstoffen reduziert und Wertschöpfung im Binnenmarkt gesichert werden.
  4. Kreislaufwirtschaft & Ressourceneffizienz: Höhere Rezyklateinsätze und Recyclinganlagen, sowie Suffizienz reduzieren Rohstoffimporte und Emissionen. Besseres Design for Recycling und industrielle Kreislaufwirtschaft stärken die Wettbewerbsfähigkeit.
  5. Innovation, neue Technologien: Deutschland soll weltweit führend in klimaneutraler Chemie werden, unterstützt durch Demonstrationsanlagen, CDR-Technologien, grünen Wasserstoff und digitale Produktionsprozesse. Effizienzsteigerung durch KI und Digitalisierung wird vorangetrieben. CO₂-Differenzverträge sollen klimaneutrale Investitionen wirtschaftlich machbar machen. Neue Technologien wie Elektrifizierung, methanolbasierte Grundstoffe und erneuerbare Rohstoffe wollen wir gezielt fördern.

Die Chemieindustrie steht vor einem historischen Wandel. Dieser Wandel birgt eine große Chance. Wenn wir jetzt die richtigen politischen Rahmenbedingungen schaffen, kann Deutschland bei klimaneutraler Chemie weltweit eine führende Rolle übernehmen.

Unser Ziel ist klar: Die Chemieindustrie soll auch in Zukunft ein zentraler Pfeiler des Industriestandorts Deutschland bleiben – nur klimaneutraler, innovativer und resilienter als je zuvor.

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