Krankenkassenbeiträge: Unser Plan für spürbare Entlastung ab 2027

Du öffnest deine Lohnabrechnung, und der Blick fällt sofort auf die Abzüge. Jeden Monat geht ein großer Teil deines Gehalts für Sozialabgaben weg. Mit dem neuen GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz verspricht die schwarz-rote Bundesregierung zwar stabile Krankenkassenbeiträge. Die Finanzprobleme der Krankenkassen löst sie damit aber nicht. Schon ab 2027 drohen wieder höhere Zusatzbeiträge. Die Lasten schiebt die Regierung stattdessen auf dich, deine Kolleg*innen und die Arbeitgeber. Wir Grüne im Bundestag sagen: So geht es nicht. Statt immer höhere Beiträge zu verlangen, wollen wir die echten Kostentreiber angehen und die Kassen dauerhaft stabilisieren. Unser Ziel bleibt: runter mit den Beiträgen. Zum 1. Januar 2027 wollen wir sie um zwei Prozentpunkte senken – das bringt Menschen mit mittlerem Einkommen gut 420 Euro mehr im Jahr.

Kurz & Knapp: Gesundheit stärken und Kassenbeiträge senken

Die Ausgaben im Gesundheitssystem steigen seit Jahren stark. Statt die notwendigen Strukturreformen entschlossen anzugehen, setzt die Bundesregierung auf Kürzungen und schiebt die Kosten weiter – auf Versicherte und Betriebe. Wir wählen einen anderen Weg. Wir wollen die Kostentreiber strukturell reformieren und so deine Kassenbeiträge sogar um zwei Prozentpunkte senken. Das entlastet die rund 75 Millionen gesetzlich Versicherten und die Wirtschaft – um rund 15 Milliarden Euro pro Jahr. Dafür wollen wir die Pharmaindustrie stärker an den Kosten beteiligen und überteuerte Medikamentenpreise senken. Wir wollen unnötige Doppelstrukturen in Krankenhäusern abbauen. Und wir wollen Aufgaben, die alle in der Gesellschaft betreffen, endlich aus Steuern bezahlen – statt sie allein den gesetzlich Versicherten aufzubürden.

Um was geht es?

Etwa eine Milliarde Euro fließt jeden Tag in unser Gesundheitssystem. Damit haben wir eines der teuersten Systeme Europas. Doch die Qualität passt nicht zum Preis. Viele Menschen warten wochenlang auf einen Facharzttermin. In den Kliniken arbeitet das Personal am Limit. Und unsere Lebenserwartung ist nicht höher als bei unseren Nachbarn.

Den Preis für dieses teure System zahlst du – über deine Sozialabgaben. Fast 8,9 Prozent deines Bruttolohns gehen aktuell an die Krankenkasse. Dein Arbeitgeber legt nochmal den gleichen Anteil obendrauf. Gerade jetzt, wo vom Supermarkt bis zur Miete alles teurer wird, fehlt dieses Geld im Alltag. Jeder zusätzliche Prozentpunkt gefährdet zudem bis zu 100.000 Jobs, weil Arbeit für die Betriebe zu teuer wird.

Die Bundesregierung begründet ihr Gesetz mit der angespannten Finanzlage der Krankenkassen. Doch schon ihre eigenen Berechnungen zeigen: Das Ziel scheitert. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag soll ab 2027 stabil bei 2,9 Prozent liegen – bleibt es aber nicht. Bereits im ersten Jahr fehlen rund zwei Milliarden Euro. Weitere Beitragserhöhungen sind damit absehbar. Das Problem sind nicht zu geringe Einnahmen. Das Problem sind politische Entscheidungen. Die größten Einsparpotenziale liegen bei überhöhten Arzneimittelpreisen, bei versicherungsfremden Leistungen und bei überfälligen Strukturreformen. Statt sie zu nutzen, schiebt die Bundesregierung die Kosten weiter – auf Versicherte, Beschäftigte, Arbeitgeber sowie Länder und Kommunen. Die Folgen: weiter steigende Beiträge, wachsender Druck auf die Versorgung und fehlende Investitionen in Krankenhäuser, Rettungsdienste und Arztpraxen. Das ist weder nachhaltig noch gerecht.

Aber steigende Beiträge sind kein Naturgesetz. Sie sind das Ergebnis politischer Entscheidungen. Das System leidet nicht an zu geringen Einnahmen. Es leidet an Ausgaben, die niemand stoppt.

Unsere Maßnahmen im Überblick

Wir Grüne im Bundestag haben klare Konzepte. Wir machen das System effizienter und entlasten dich:

  • Pharmaindustrie fair an den Kosten beteiligen. Vor 15 Jahren kostete ein neues, patentgeschütztes Medikament im Schnitt rund 1.000 Euro. Heute sind es etwa 50.000 Euro. Wir wollen den Rabatt, den die Pharmaunternehmen an die Kassen zahlen, gezielt auf 17 Prozent anheben. Und wir wollen völlig überzogene Einstiegspreise von Anfang an begrenzen. Die Bundesregierung lässt hier milliardenschwere Einsparungen liegen. Wir setzen genau dort an, wo die größten Kostentreiber sitzen. Das spart Milliarden – ohne dass uns wichtige Medikamente fehlen.
  • Krankenhäuser auf Qualität ausrichten. Wer eine Operation nur dreimal im Jahr macht, hat keine Routine. Genau dort passieren oft vermeidbare Komplikationen, und die Fixkosten sind hoch. Wir wollen die unteren fünf Prozent dieser unsicheren Gelegenheitsversorgung abbauen. Pauschale Kürzungen zulasten der Krankenhäuser lehnen wir aber ab. Gute Versorgung braucht starke Kliniken – mit genug Personal und verlässlichem Geld. Deshalb setzen wir auf echte Strukturreformen, nicht auf Kürzungen, die vielen Kliniken die Luft nehmen. Die Krankenhausreform aus der Ampel-Zeit hatte die richtigen Antworten geliefert. Doch das neue Krankenhausgesetz von Schwarz-Rot weicht diese Qualitätsvorgaben wieder auf. Kliniken sollen sich auf das spezialisieren, was sie wirklich beherrschen. Das verbessert die Behandlung und spart 1,5 Milliarden Euro im Jahr.
  • Hilfe bei psychischer Krankheit sichern, statt sie kaputtzusparen. Psychische Erkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen dafür, dass Menschen nicht mehr arbeiten können oder früh in Rente gehen. Trotzdem verschlechtert die Bundesregierung mit ihrem Gesetz die Bedingungen für die Behandlung. Sie kürzt die Honorare und drückt psychotherapeutische Leistungen zurück in die Mengenvergütung. Das nimmt vielen Praxen die wirtschaftliche Grundlage und verlängert die Wartezeiten für die Patient*innen. Wir wollen das Gegenteil: die Versorgung stärken. Kinder, Jugendliche und schwer erkrankte Menschen sollen die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Und die Weiterbildung der Psychotherapeut*innen soll verlässlich finanziert sein. Gute psychische Gesundheit darf kein Sparposten sein.
  • Notruf und Praxen schlau verzahnen. Heute landen viele Menschen in überfüllten Notaufnahmen, obwohl ihnen eine normale Arztpraxis besser helfen könnte. Wir wollen Rettungsdienst, Notruf und Akutpraxen eng vernetzen. Du kommst schneller zur richtigen Hilfe – und das System spart jährlich fünf Milliarden Euro.
  • Aufgaben des Staates aus Steuern bezahlen. Heute zahlst du über deine Krankenkassenbeiträge auch Dinge mit, die eigentlich alle in der Gesellschaft tragen müssten – etwa die Gesundheitsversorgung von Menschen im Bürgergeld. Wir wollen, dass der Bund diese Kosten aus Steuern übernimmt. Damit schließt sich eine Lücke von bis zu zwölf Milliarden Euro. Bisher stopft man sie über immer höhere Beiträge von Beschäftigten und Arbeitgebern. So beteiligen sich künftig auch privat Versicherte und Beamt*innen fair an den Kosten.
  • Gesundheit schützen, Kassen entlasten. Die Regierung hat eine Zuckerabgabe für 2028 nur angekündigt. Wir fordern sie sofort und verbindlich – zusammen mit höheren Steuern auf starken Alkohol und Tabak. Das beugt Krankheiten vor und senkt die Ausgaben der Kassen. Zusätzlich wollen wir ungerechte Lücken im Steuersystem schließen, etwa bei sehr großen Immobilien oder bei Krypto-Gewinnen. So finanzieren wir das Gesundheitssystem verlässlich mit.

Warum setzen wir uns dafür ein?

Wer krank wird, muss sich auf gute Versorgung verlassen können – egal, wie viel Geld auf dem Konto liegt. Dieses solidarische Versprechen hält unsere Gesellschaft zusammen. Doch das System wird Jahr für Jahr teurer, ohne dass es für dich schneller oder besser wird. So verlieren die Menschen das Vertrauen in unser Gesundheitswesen. Und sie zweifeln daran, dass die solidarische Finanzierung noch trägt.

Die Antwort darauf dürfen aber nicht immer höhere Beiträge sein. Denn steigende Zusatzbeiträge treffen Beschäftigte und Arbeitgeber gleichermaßen. Sie belasten die Menschen jeden Monat auf der Gehaltsabrechnung. Sie machen Arbeit teurer. Und sie schwächen den Wirtschaftsstandort Deutschland. Statt die eigentlichen Ursachen anzugehen, schiebt man die Lasten zu oft auf die Beitragszahlenden. Gleichzeitig zieht sich der Bund aus seiner Verantwortung zurück. Er finanziert gesamtgesellschaftliche Aufgaben weiter über die Beiträge der gesetzlich Versicherten – statt aus Steuern. Das ist weder nachhaltig noch gerecht.

Eine Beitragssenkung um zwei Prozentpunkte kommt direkt bei dir an – mit jeder Gehaltsabrechnung. Sie hilft besonders Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. Denn bei ihnen fallen die Sozialabgaben viel stärker ins Gewicht als die Lohnsteuer. Gleichzeitig entlastet sie die Unternehmen. Sie schafft Spielraum für Investitionen und stärkt die Beschäftigung, weil die Lohnnebenkosten sinken. Unser Ziel ist deshalb ein Gesundheitssystem, das gute Versorgung mit solider Finanzierung verbindet. Wir wollen nicht mit immer höheren Beiträgen immer neue Löcher stopfen.

Was die schwarz-rote Regierung macht und warum das nicht reicht

Mit ihrem Gesetz verspricht die schwarz-rote Bundesregierung stabile Krankenkassenbeiträge. Dieses Versprechen hält sie aber nicht – das zeigen ihre eigenen Berechnungen. Schon 2027 bleibt eine Finanzierungslücke. Weitere Beitragserhöhungen sind deshalb wahrscheinlich. Statt die Finanzprobleme dauerhaft zu lösen, schiebt das Gesetz die Lasten weiter – auf Versicherte, Beschäftigte, Arbeitgeber sowie Länder und Kommunen. Hinzu kommt: Die Bundesregierung schafft sogar die Pflicht der Kassen ab, dich über steigende Zusatzbeiträge zu informieren. Statt Transparenz gibt es Verschleierung.

Die Bundesregierung greift zwar einzelne Empfehlungen ihrer eigenen Finanzkommission auf. Doch ausgerechnet dort, wo am meisten zu sparen wäre, setzt sie sie nicht konsequent um. Versicherte, Krankenhäuser und andere sollen kräftig sparen. Die Pharmaindustrie bleibt weitgehend verschont. Milliarden bei überhöhten Arzneimittelpreisen bleiben liegen. Hinzu kommt: Der Bund übernimmt weiter nicht die tatsächlichen Kosten für versicherungsfremde Leistungen. Statt diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe aus Steuern zu bezahlen, zahlt man sie weiter über die Beiträge der gesetzlich Versicherten. So saniert der Bund seinen Haushalt auf Kosten der Beitragszahlenden.

Gleichzeitig geraten Krankenhäuser, Rettungsdienste und Arztpraxen weiter unter wirtschaftlichen Druck. Die Folge: längere Wartezeiten, wachsende Risiken für die Versorgung und weniger Spielraum für Investitionen. Statt die Versorgung besser zu machen, verschärft das Gesetz vielerorts die Probleme. Besonders schlimm sind die Einschnitte bei der Behandlung psychischer Erkrankungen. Sie verschärfen den Mangel an Therapieplätzen, verlängern die Wartezeiten und verschlechtern die Versorgung psychisch kranker Menschen. Auch das Ziel, die Lohnnebenkosten stabil zu halten, verfehlt die Regierung. Weil die Zusatzbeiträge weiter steigen müssen, zahlen Beschäftigte und Arbeitgeber gleichermaßen drauf. Damit widerspricht das Gesetz sogar dem eigenen Anspruch der Regierung, Arbeit bezahlbarer zu machen und die Wirtschaft zu entlasten.

Wir Grüne im Bundestag setzen stattdessen auf echte Strukturreformen. Wir wollen die eigentlichen Kostentreiber angehen. Wir wollen die Pharmaindustrie stärker an den Kosten beteiligen. Wir wollen versicherungsfremde Leistungen vollständig aus Steuern bezahlen. Und wir wollen die Versorgung besser machen. So lassen sich die Beiträge dauerhaft stabilisieren und mit der Zeit senken – ohne die Lasten immer weiter auf Beschäftigte, Betriebe und Patient*innen abzuwälzen.

Weiterführende Informationen und parlamentarische Initiativen

Beiträge senken, Gesundheit stärken: Unser Fraktionsbeschluss mit dem 6-Punkte-Plan für ein gerechtes und leistungsfähiges Gesundheitssystem. Zum Beschluss.

Krankenkassenbeiträge stabilisieren: Unser Antrag zeigt, wie faire Arzneimittelpreise Milliarden sparen können – ohne die Versorgung zu gefährden. Zum Fachtext.

Entschlossene Reformen für Gesundheit und Pflege: Unser umfassender Plan für eine gerechte und stabile Finanzierung von Kranken- und Pflegeversicherung. Zum Fachtext.

Die grüne Notfallreform – Schnelle Hilfe, klare Wege: Unser Gesetzentwurf für eine bessere Steuerung in der Notfallversorgung und bei Rettungsdiensten. Zum Fachtext.

Rückschritt für Qualität in Krankenhäusern: Warum das Krankenhausreformanpassungsgesetz der schwarz-roten Koalition Patient*innen und Beitragszahler*innen schadet. Zum Fachtext.

Gesundheit – Unsere Ziele: Was wir Grüne im Bundestag für eine gute und gerechte Gesundheitsversorgung erreichen wollen. Zur Themenseite.

Antrag Psychotherapie. Unser Antrag, mit dem wir die Versorgung von psychisch kranken Menschen sichern und stärken wollen. Zum Antrag.

Wofür wir noch stehen

Zwei Frauen sitzen nebeneinander, eine trägt einen Arztkittel. Die Ärztin erklärt der Patientin etwas an einem Computer.

Frauen

Für echte Gleichstellung: gleiche Chancen und Rechte für alle Geschlechter, besseren Schutz vor Gewalt und faire Bezahlung.

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Mehr dazu: Frauen
Gerichtsakten stapeln sich auf einem Tisch in einem Gericht, dahinter sitzt ein Richter und blättert in einer Akte.

Recht

Was wir wollen: Bürger*innen und ihre Rechte schützen und weitere Reformen in vielen Bereichen des Rechts vorantreiben.

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Ein Vater hat seinen Sohn auf dem Schoß, sie sitzen an einem Tisch und schauen auf einen Laptop.

Digitales und Staatsmodernisierung

Wir Grünen im Bundestag setzen uns für eine gerechte, nachhaltige und demokratische Digitalisierung ein.

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