Veröffentlicht am

Fortsetzung der NATO-Operation SEA GUARDIAN

  • Der Bundestag hat die Fortsetzung der deutschen Beteiligung an der NATO-Operation SEA GUARDIAN bis zum 30. November 2026 beschlossen.
  • SEA GUARDIAN dient der Stärkung der NATO-Südflanke durch Seeraumüberwachung, Lagebildaustausch, maritimen Kampf gegen den Terrorismus und Beschränkung des Waffenschmuggels.
  • Die personelle Obergrenze liegt weiterhin bei 550 Soldat*innen.

Dem Auftrag der NATO und des VN-Sicherheitsrats entsprechend soll das Bündnis im Rahmen von SEA GUARDIAN einen Beitrag zur Stärkung der NATO-Südflanke durch Seeraumüberwachung, Lagebildaustausch, maritimen Kampf gegen den Terrorismus und Beschränkung des Waffenschmuggels im maritimen Umfeld leisten.

Deutschland hat sich in seiner Nationalen Sicherheitsstrategie zum Ziel gesetzt, aktiv für die Freiheit der internationalen Schifffahrt einzustehen. Dabei spielt das Mittelmeer eine entscheidende Rolle. Es gehört weltweit zu den am stärksten befahrenen Seegebieten und die Sicherheitslage in Anrainerstaaten wie Libyen ist fragil. Waffenschmuggel, organisierte Kriminalität und Korruption gefährden die Sicherheit. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Mitgliedsstaaten wiederholt ermächtigt, die Einhaltung des Waffenembargos gegenüber Libyen zu überwachen, indem sie vor der Küste Schiffe überprüfen, die unter dem Verdacht stehen, Rüstungsgüter oder sonstiges Wehrmaterial nach oder aus Libyen befördern. Insgesamt ist eine deutsche Beteiligung an der Gewährleistung der Sicherheit an der NATO-Südflanke Teil der bündnispolitischen Aufgaben der Bundeswehr und von der grünen Bundestagsfraktion grundsätzlich immer unterstützt worden. So auch in diesem Jahr.

Ein enges Mandat mit realistischer Obergrenze

Dank einer Änderung im Mandat, die die Grünen 2022 im Bundestag durchsetzen konnte, hat es seitdem einen klareren Fokus: Das Einsatzgebiet von SEA GUARDIAN wurde grundsätzlich auf die Küstenmeere von NATO-Staaten begrenzt. Die Möglichkeit eines nicht näher definierten Kapazitätsaufbau in Mittelmeeranrainerstaaten wurde aus dem Mandat gestrichen. Die Mandatsobergrenze wurde auf 550 Soldatinnen und Soldaten gesenkt. Der jetzige Antrag der Bundesregierung setzt dieses Mandat fort, weswegen wir es weiterhin unterstützen. 

Historie des Mandats

Die Operation SEA GUARDIAN ist die Nachfolgemission der Operation ACTIVE ENDEAVOR (OAE). Diese stützte sich auf Artikel 5 des Nordatlantikvertrags, nachdem der NATO-Rat aufgrund der Terroranschläge des 11. September 2001 erstmals das Vorliegen des Bündnisfalls festgestellt hatte. Der OAE-Einsatz der Bundeswehr war am 16. November 2001 zum ersten Mal vom Bundestag gebilligt worden. Die unbefristete Berufung auf den Bündnisfall wurde von uns wiederholt kritisiert. Auf dem NATO-Gipfel 2016 in Warschau wurde beschlossen, die Operation SEA GUARDIAN auf den Weg zu bringen. Sie beruht nunmehr unter anderem auf Beschlüssen des Nordatlantikrats, UN-Resolutionen, insbesondere der Resolution 2292 (2016) zur Unterbindung des Waffenschmuggels an Libyen, und dem Seerechtsübereinkommen.

Im Jahr 2024 wurden alle laufenden Auslandseinsätze der Bundeswehr auf Bestreben der grünen Bundestagsfraktion evaluiert. Eine erneute, regelmäßige Überprüfung ist im Mandatstext festgeschrieben. Auf eine erneute, regelmäßige Überprüfung verzichtet die jetzige Bundesregierung allerdings und verweist unter anderem auf regelmäßige Unterrichtungen des Bundestages.

Antrag

Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der durch die NATO geführten Maritimen Sicherheitsoperation SEA GUARDIAN (MSO SEA GUARDIAN)

Weitere Texte und Dokumente zum Thema

UNIFIL: Aus für die UN-Mission

Am 30. Dezember 2026 endet eine der ältesten UN-Missionen. Mit UN-Beschluss vom August 2025 haben die Sicherheitsratsmitglieder das Ende von UNIFIL beschlossen. Im vorliegenden Mandat geht es darum, die verbleibende Zeit bestmöglich zu nutzen.

Fachtext
Fachtext: UNIFIL: Aus für die UN-Mission
Dienstag-Statement: Britta Haßelmann zu den Themen Rente, Friedensverhandlungen USA-Iran und zur Hitzewelle

Die Rente ist Sache des Vertrauens, denn alle Menschen, junge wie alte, bauen darauf, im Alter ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Pressemitteilung
Pressemitteilung: Dienstag-Statement: Britta Haßelmann zu den Themen Rente, Friedensverhandlungen USA-Iran und zur Hitzewelle
Veteranentag: Ein Tag des Respekts und der Begegnung

Zum 2. Veteranentag würdigen wir den für eine wehrhafte Demokratie wichtigen Dienst, den Bundeswehrsoldat*innen in den letzten Jahren im In- und Ausland geleistet haben.

Fachtext
Fachtext: Veteranentag: Ein Tag des Respekts und der Begegnung
KFOR: Stabilisierung und Friedenserhalt im Kosovo

Die Präsenz von KFOR bleibt der zentrale Garant für die Aufrechterhaltung der Sicherheit der gesamten Region.

Fachtext
Fachtext: KFOR: Stabilisierung und Friedenserhalt im Kosovo
EUFOR ALTHEA: Sicherheit und Stabilität in Bosnien und Herzegowina

Die Mission EUFOR und deren militärischer Teil, die Operation ALTHEA, leisten einen wichtigen Beitrag für Sicherheit und Stabilität in dem Westbalkanland.

Fachtext
Fachtext: EUFOR ALTHEA: Sicherheit und Stabilität in Bosnien und Herzegowina
Es wurden keine Treffer gefunden.

Unsere Publikationen

Die grüne Fraktion im 21. Deutschen Bundestag

Hier lernen Sie uns und unsere Arbeit kennen.

Flyer & Broschüren
Zur Publikation: Die grüne Fraktion im 21. Deutschen Bundestag
Das Logo für Menschenrechte, das die Silhouette einer offenen Hand mit der eines Vogels (Friedenstaube) vereint, in Blau auf grünem Hintergrund.

Im Auftrag der Zukunft: Grüne Außenpolitik

Wir treiben eine strategische Neuausrichtung und wertegeleitete Außen- und Sicherheitspolitik voran.

Flyer & Broschüren
Zur Publikation: Im Auftrag der Zukunft: Grüne Außenpolitik
Zwei illustrierte Pakete auf und der Zeitschriftentitel Entlastungen, die wirken

Entlastungen, die wirken

profil:GRÜN 12/2022

Zeitschrift
Zur Publikation: Entlastungen, die wirken