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KFOR: Stabilisierung und Friedenserhalt im Kosovo

  • Der Bundestag hat dem Antrag der Bundesregierung auf Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes in Kosovo zugestimmt. Wir begrüßen die Fortsetzung des Einsatzes ausdrücklich.
  • Seit über 25 Jahren leistet die NATO-Mission Kosovo Force (KFOR) einen zentralen Beitrag zu Stabilisierung und Friedenserhalt in Kosovo und damit für die Sicherheit der gesamten Region.
  • Die Beteiligung an KFOR liegt unverändert im sicherheits- und europapolitischen Interesse Deutschlands.

Die Kosovo Force (KFOR) Mission der NATO leistet seit 1999, basierend auf Resolution 1244 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, einen zentralen Beitrag zur Stabilisierung der Republik Kosovo und damit für die Sicherheit des gesamten Westbalkans. Die Dauer des Einsatzes zeigt die Langwierigkeit politischer Prozesse, aber auch die Erfolge internationaler Krisenprävention.

Die Präsenz von KFOR bleibt der zentrale Garant für die Aufrechterhaltung der Sicherheit der gesamten Region. Deutsche Soldatinnen und Soldaten leisten durch ihren Einsatz im Rahmen von KFOR einen wichtigen Beitrag hierzu. Daher haben wir die Verlängerung des Bundeswehrmandates erneut unterstützt. Die personelle Obergrenze liegt bei 400 Soldat*innen.

Eine euro-atlantische Integration Kosovos

Sowohl die Europäische Union als auch NATO engagieren sich stark in der Region, um Rechtstaatlichkeit zu stärken, Stabilität zu fördern und Frieden in unserer südöstlichen Nachbarschaft zu erhalten. KFOR arbeitet eng mit der Rechtsstaatlichkeitsmission der EU (EULEX) und der UNMIK-Mission der Vereinten Nationen zusammen. Sie alle leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit, Stabilität und Achtung der Menschenrechte. 

Als Bundestagsfraktion sind wir seit jeher überzeugt: Die Integration aller Westbalkanländer in die Europäische Union ist der Schlüssel für eine nachhaltige Stabilisierung der Region und damit essenziell für Frieden, Stabilität und Wohlstand in ganz Europa. Die Länder der Westbalkanregion haben heute alle eine klare Beitrittsperspektive zur Europäischen Union. Es bleibt richtig, das Versprechen eines EU-Beitritts aufrechtzuerhalten und parallel dazu die Länder zu drängen und darin zu unterstützen, mit tiefgreifenden Reformen vor allem Demokratie und Rechtsstaat zu stärken. Gleichzeitig muss in diesen Tagen verhindert werden, dass einzelne Länder im Prozess der EU-Integration abgehängt oder sogar erneut zum Schauplatz blutiger Konflikte werden.

Zunehmende Instabilität

Trotz der insgesamt weitestgehend stabilen Sicherheitslage in Kosovo kommt es im Norden der Republik seit Ende 2022 in Folge fortwährender, teilweise gewaltsamer Destabilisierungsversuche aus Serbien heraus immer wieder zu Spannungen. Gleichzeitig hat die kosovarische Regierung in den letzten Jahren zu wenig versucht, die serbische Minderheit und konstruktive Akteure im Land stärker zu integrieren. Mittlerweile befindet sich die Politik in Kosovo in einem Zustand permanenter Blockade, weil Versuche zur Bildung einer neuen Regierung wiederholt gescheitert sind. Wichtige Reformen vor allem im Bereich Rechtstaatlichkeit und der EU-Beitritt des Landes rücken damit zunehmend in weite Ferne. Es droht zunehmende Instabilität mit gefährlichen Auswirkungen weit über Südosteuropa hinaus. 

Die Europäische Union braucht deshalb eine eigene Strategie zur erfolgreichen Integration dieser wichtigen Region im Herzen Europas. Die Bundesregierung muss der Westbalkanregion im Interesse der Stabilität in Europa dringend mehr Aufmerksamkeit widmen. Sie muss klar Stellung beziehen gegen die serbischen Destabilisierungsversuche und sich aktiv um eine Überwindung des innenpolitischen Stillstands in Kosovo bemühen. Ein wichtiger Beitrag für die Stärkung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten in Kosovo und die Heranführung des Landes an die EU wäre zudem ein zeitnaher Beitritt des Landes zum Europarat – auch hier ist die Bundesregierung gefordert, diesen im Ministerkomitee des Europarats endlich aktiv voranzutreiben. 

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