CouRAGE – was Frauen verbindet

Parlamentarischer Abend zum Internationalen Frauentag

Veranstaltungsdetails

18:30 - 22:00 Uhr
Deutscher Bundestag, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus , Veranstaltungsfoyer 1.101 Adele-Schreiber-Krieger-Str. 1 10117 Berlin
Zur Anmeldung
bis

Über die Veranstaltung

  • Die grüne Bundestagsfraktion lud aus Anlass des Internationalen Frauentags zum Parlamentarische Abend unter dem Titel „Courage – was Frauen verbindet“.
  • Zusammen mit grünen Bundestagsabgeordneten diskutierten Autorinnen zum Thema weibliche Wut.
  • Weibliche Wut als politische Kraft und produktive Energie, aus der gemeinsames Handeln, gegenseitige Unterstützung und kollektive Selbstermächtigung gegen strukturelle Ungleichheit erwachsen können. 

„Courage – was Frauen verbindet“ – unter diesem Motto fand am 3. März der diesjährige Frauenempfang der bündnisgrünen Bundestagsfraktion statt. Im Mittelpunkt stand dabei ein Thema, das ein großes politisches Potenzial birgt: weibliche Wut.

Fraktionsvorsitzende Britta Hasselmann eröffnete den Abend und begrüßte die zahlreichen Gäste. Sie erinnerte daran, dass Frauen mit lediglich 32 Prozent in diesem Deutschen Bundestag noch immer deutlich unterrepräsentiert sind. Gleichzeitig machte sie Mut und betonte, dass wir mit unserem politischen Engagement dem patriarchalen Rollback weiterhin entschlossen entgegentreten und nicht zurückweichen werden.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Misbah Khan eröffnete das anschließende Panel mit einer Einführung zum Thema weibliche Wut. Sie sprach sowohl über die gesellschaftliche Stigmatisierung weiblicher Wut als auch über die produktive Kraft, die von ihr ausgeht. Im Panel diskutierten die Autorinnen Ciani-Sophia Hoeder und Annika Brockschmidt gemeinsam mit der frauenpolitischen Sprecherin Ulle Schauws über ihre Erfahrungen mit weiblicher Wut – und darüber, wie sich diese als politische Gestaltungskraft nutzen lässt. Moderiert wurde das Gespräch von Misbah Khan.

Ciani-Sophia Hoeder beschrieb weibliche Wut vor allem als produktive Kraft. Wut entstehe häufig dort, wo grundlegende Bedürfnisse übergangen oder nicht erfüllt würden. Entscheidend sei, sich nicht zu isolieren, sondern Selbstermächtigung zu suchen und Veränderung gemeinsam zu gestalten. Denn strukturelle Herausforderungen beträfen eben nicht einzelne Frauen individuell, sondern alle. Dennoch werde Frauen Wut oft abgesprochen: allzu schnell komme es zu Täter-Opfer-Umkehrungen in öffentlichen Debatten. Gerade deshalb brauche es starke Gegenerzählungen zu rechten Narrativen – und diese könnten nur im solidarischen Zusammenhalt entstehen.

Häufig werde Frauen, die auf bestehende Hürden aufmerksam machen, suggeriert, sie sollten dankbar sein, überhaupt so weit gekommen zu sein, beschrieb Annika Brockschmidt. Ihre Bedürfnisse würden dadurch relativiert oder nicht ernst genommen. Umso wichtiger sei Solidarität untereinander. Wut könne so auch zu einem verbindenden Moment werden, aus dem Neues entsteht.

Annika Brockschmidt verwies mit Blick auf die USA darauf, dass ein gesellschaftlicher Rollback dort bereits deutlich sichtbar sei. Insbesondere konservative Medien wie Fox News zeichneten ein stark traditionelles Frauenbild, in dem Frauen vor allem als sorgende Mutter und Ehefrau dargestellt würden. Das ist auch anstrengend. Als Ulle Schauws an den langen Kampf um die Abschaffung des Paragraphen 218 erinnerte, war im Raum eine kollektive Erschöpfung zu spüren. Aber es schwang auch Hoffnung mit, denn es konnte mit dem Gruppenantrag aus der 20. Wahlperiode endlich eine breite gesellschaftliche Debatte um reproduktive Selbstbestimmung angestoßen werden. Das stellte die langjährige frauenpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion als Ergebnis von jahrzehnter langer Arbeit heraus. Sie rief dazu auf, nicht den Mut für weitere Kämpfe zu verlieren. Mehrfach wurde auf mutige Frauen wie Gisèle Pelicot verwiesen, die sich nicht unterkriegen lassen im Kampf gegen Ungleichheit und sexistische Machtstrukturen. Ihr Mut soll uns ein Auftrag sein.

 

  • Veranstalter
    FB 5-Koordinationsbüro (Gesellschaftspolitik und soziale Infrastruktur)
    Platz der Republik 1, 11011 Berlin
    TEL 030/227 51814
    fachbereich5@gruene-bundestag.de

Programm

Stehempfang

18:30 Uhr

Begrüßung

Britta Haßelmann MdB
Fraktionsvorsitzende
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

19:00 Uhr

Input & Austausch

Ciani-Sophia Hoeder
Journalistin und Autorin

und

Annika Brockschmidt
Journalistin und Autorin

Misbah Khan MdB
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

Ulle Schauws MdB 
Sprecherin für Frauenpolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

19:30 Uhr

Imbiss und Get Together

20:15 Uhr

Ende der Veranstaltung

22:00 Uhr

Mit dabei aus der Fraktion

Britta Haßelmann
 

Fraktionsvorsitzende

Ulle Schauws
 

Sprecherin für Frauenpolitik

Misbah Khan
 

Stellvertretende Fraktionsvorsitzende

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