Aufschwung für die Wirtschaft: Was jetzt zu tun ist
Dialog mit Substanz und Gestaltungswillen: Auftaktsitzung des Grünen Wirtschaftsbeirats und großer parlamentarischer Wirtschaftsabend am 2. März 2026.
Aufschwung für die Wirtschaft
Über 3,5 Millionen Unternehmen zeichnen den Wirtschaftsstandort Deutschlands aus. Doch eben dieser Standort steht vor tiefgreifenden Herausforderungen und der Frage, wie ein neuer Aufschwung und nachhaltiges Wachstum gelingen. Hohe Energiepreise, Investitionszurückhaltung und internationale Standortkonkurrenz erhöhen den Handlungsdruck. Die versprochene „Wirtschaftswende“ der Koalition ist ausgeblieben. Im Gegenteil: wir erleben einen ökonomischen Epochenbruch. Der chinesische Absatzmarkt als Garant für eine florierende Exportwirtschaft, das scheinbar billige russische Gas als Lebensader für energieintensive Industrien und die jahrzehntelange transatlantische Verlässlichkeit sind weggefallen. Jetzt den Kopf in den Sand stecken? Ist nicht! Wir haben am 2. März den Zukunftsmut und den Aufbruch für eine erfolgreiche Wirtschaft ins Zentrum gestellt: Der neue Wirtschaftsbeirat der Grünen Bundestagsfraktion kam zum ersten Mal zusammen. Im Anschluss an die Auftaktsitzung des Beirats haben wir im Rahmen eines parlamentarischen Abends diskutiert, was für neuen Aufschwung jetzt zu tun ist.
Erst die konstituierende Sitzung des Grünen Wirtschaftsbeirats, dann der parlamentarische Wirtschaftsabend – die Reihenfolge war Programm. Strategiearbeit im geschlossenen Kreis, politische Zuspitzung im öffentlichen Dialog. Im Mittelpunkt: Wie gelingt neuer wirtschaftlicher Aufschwung in Zeiten geopolitischer Umbrüche, technologischer Transformation und wachsender Standortkonkurrenz?
Auftakt für den neuen Wirtschaftsbeirat der Grünen Bundestagsfraktion
Der neue Wirtschaftsbeirat unserer Fraktion begleitet die wirtschafts- und finanzpolitische Arbeit der Fraktion als strategisches Austauschgremium. Der exklusive Beirat besteht aus gut 60 Mitgliedern mit Geschäftsverantwortung, die diverse Branchen und Unternehmensgrößen repräsentieren. Beim feierlichen Auftakt diskutierten Führungspersönlichkeiten aus unterschiedlichen Branchen, Unternehmensgrößen und Regionen mit Abgeordneten gemeinsam über KI, europäische Souveränität und Planungssicherheit – vom DAX-CEO, über die Handwerksgeschäftsführerin und die Deeptech-Gründerin bis hin zum Investor. Die Leitung wurde Katharina Beck seitens des Fraktionsvorstandes übertragen. Die federführenden Mitglieder des Fraktionsvorstands sind Katharina Dröge und Dr. Andreas Audretsch. Ebenfalls für die Grüne Fraktion dabei sind Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft & Energie, darunter die Sprecherin für Wirtschaftspolitik Dr. Sandra Detzer, Sandra Stein, Julian Joswig und der Sprecher für Energiepolitik Michael Kellner, die regelmäßig an den Sitzungen teilnehmen.
Die motivierende Stimmung von Gestaltungswillen und Zukunftsmut ließen den Sitzungssaal lebendig werden. Für die Leiterin des Wirtschaftsbeirats Katharina Beck ist klar: „Es darf auch unbequem werden, es geht hier nicht darum, unsere Arbeit nur bestätigen zu lassen. Wir wollen in den Diskurs kommen.“ Die Teilnehmer*innen machten sehr deutlich, dass es viele Ideen gebe, diesen Wirtschaftsstandort Deutschland in Europa neu zu denken. Wir nehmen die Arbeit auf!
Parlamentarischer Abend: Aufschwung für die Wirtschaft: Was jetzt zu tun ist
Den Abend moderierte Katharina Beck. Den strategischen Rahmen setzte Katharina Dröge. Sie machte deutlich, dass Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität keine Gegensätze sind, sondern die Voraussetzung für langfristigen Wohlstand. Dr. Andreas Audretsch unterstrich die Notwendigkeit, industriepolitische Instrumente gezielter einzusetzen, um Wertschöpfungsketten in Europa zu sichern.
Für die ökonomische Einordnung sorgte Prof. Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Wirtschaftsweise), mit einer klaren Keynote: Produktivität steigern, Innovation beschleunigen, Reformhemmnisse abbauen – Deutschland habe die Substanz, jetzt brauche es Tempo und Prioritätensetzung.
Auf dem Panel diskutierten neben Prof. Schnitzer auch Dr. Sandra Detzer, Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, und Dr. Lilian Schwich, Co-CEO der Cylib GmbH. Deutlich wurde: Planungssicherheit, wettbewerbsfähige Energiepreise und schnellere Verfahren sind zentrale Investitionsbedingungen. Gleichzeitig wurde klar: Klimaschutz ist kein Standortnachteil, sondern Basis für ein gutes Zusammenleben und wirtschaftlichen Erfolg.
Drei Leitlinien prägten Beirat und Abend:
Erstens: Wettbewerbsfähigkeit durch klimaneutrale Modernisierung und Planungssicherheit – mit verlässlichen Klimazielen, starken Zukunftsbranchen und gezielten Investitionen.
Zweitens: Mehr europäische Souveränität – resilientere Wertschöpfungsketten, strategisches De-Risking und ein selbstbewusster Binnenmarkt.
Drittens: Eine Investitionsoffensive für Mittelstand, Start-ups und Fachkräfte – weniger Bürokratie, mehr Kapitalmobilisierung, bessere Rahmenbedingungen.
Die Botschaft des Tages: Aufschwung entsteht nicht durch Rückwärtsgewandtheit, sondern durch klare Strategie, europäische Stärke und mutige Umsetzung. Der Wirtschaftsbeirat soll dafür künftig der strukturierte Impulsgeber sein – der parlamentarische Abend das politische Schaufenster.
Dokumente
- Autor*innenpapier: Aufschwung für die Wirtschaft - Was jetzt zu tun ist