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40 Jahre Tschernobyl
Zum 40. Jahrestag der Atom-Katastrophe von Tschernobyl erklärt Harald Ebner, Mitglied und Obmann im Umweltausschuss:
Vier Jahrzehnte nach Tschernobyl ist die Gefahr nicht gebannt, sondern nur gealtert. Noch immer leiden Mensch und Natur unter den Folgen der schlimmsten Atomkatastrophe der Menschheitsgeschichte. Wer heute wie Ursula von der Leyen, Jens Spahn und rechte Kräfte eine "Atom-Renaissance" herbeiredet, ignoriert das nukleare Risiko, die wirtschaftliche Realität und jegliche sicherheitspolitische Vernunft. Atomkraft ist ein milliardenschweres Subventionsgrab, das uns Geld für den dringenden Ausbau von Netzen und Speichern raubt, geopolitisch an Russland bindet und Putins Kriegskasse füllt. Auch gegen hybride Angriffe und Kriegshandlungen ist kein AKW gewappnet. Echte Energieunabhängigkeit und bezahlbarer Strom entstehen nicht in Atomkraftwerken, sondern durch Wind und Sonne. Insbesondere wenn unterschiedliche erneuerbare Energien gemeinsam genutzt werden, sinken die tatsächlichen Kosten beträchtig, wie auch eine aktuelle Studie der Universität Aalborg in Dänemark belegt. Der 2011 parteiübergreifend beschlossene und 2023 vollzogene deutsche Atomausstieg hat unser Land sicherer gemacht und er rechnet sich. Jedes Prozent erneuerbare Energie in den Netzen macht uns in Energiekrisen, wie wir sie gerade abermals durchleben, unabhängig von Uran, Öl, Putin und Trump.
Hintergrundinformationen: Wir weisen auf diese aktuelle Studie der Universität Aalborg hin, die unter anderem Kosten verschiedener Energietechnologien im Vergleich behandelt: SLCOE – system-based LCOE for comparing energy technologies in different systems - ScienceDirect