Pressemitteilung 09.10.2014

Die Forderungen aus dem Herbst 1989 sind universell

Zum Jahrestag der ersten massenhaften Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig erklärt Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende:

Die Parolen der Spruchbände „Auf die Straße!“, „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt!“ gelten heute ebenso wie vor 25 Jahren. Die erste ungehinderte Montagsdemonstration in Leipzig hat das Tor zur Friedlichen Revolution weit aufgestoßen. Freiheit, Emanzipation und Selbstbestimmung waren die Themen im Herbst 1989 und es sind die Themen im Herbst 2014. Auf dem Maidan, in Hongkong und in Syrien treten Menschen für die gleichen Rechte ein, wie damals in Leipzig. Die Bürgerinnen und Bürger der DDR haben den Unrechtsstaat abgestreift. Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat wurden gewaltlos erstritten. Die Einheit kam später.

Angesichts von Krieg, Intoleranz und Ausgrenzung muss daran erinnert werden, dass Gewaltlosigkeit des Umsturzes auch ein Glücksfall der Geschichte war. Heute greifen Intoleranz und Gewalt jenseits deutscher Grenzen um sich, lassen uns aber nicht unberührt. Die gegenwärtigen Konflikte am Rande Europas berühren uns auch in Deutschland. Die Werte des Herbstes 89 werden anderswo mit Füßen getreten. Russland tritt gegenüber seinen Nachbarstaaten wieder so imperial auf, wie die Sowjetunion gegenüber ihren Satellitenstaaten. Die friedlichen Versuche der syrischen Opposition hat das Assad-Regime niedergeschossen und das Land in einen blutigen Bürgerkrieg geführt, der das Erwachsen des Terrors des Islamischen Staates erst möglich machte. Bündnis 90/Die Grünen streiten dafür, dass alle Menschen den gleichen universellen Anspruch darauf haben, nicht von Despoten beherrscht zu werden, ihre Meinung frei zu äußern und ihre Persönlichkeit frei zu entfalten. Gerade in schwierigen Zeiten müssen wir daran erinnern, dass Demokratien untereinander keine Kriege führen. Das Streiten für Freiheit und Selbstbestimmung lohnt.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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