Pressemitteilung 30.11.2015

Glyphosat: Schmidt muss Brief der Wissenschaft ernstnehmen

Zum Offenen Brief von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Glyphosat-Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioöknomiepolitik:

Es ist ein ungewöhnliches und starkes Signal aus der Wissenschaft: Glyphosat darf von deutschen und europäischen Behörden nicht verharmlost werden. Agrarminister Schmidt versucht krampfhaft, keine Position zu beziehen, weil das allein Sache der Wissenschaft sei. Jetzt kann er nicht weiter ignorieren, wie sehr von dort das verantwortungslose und unqualifizierte Vorgehen der europäischen und deutschen Risikobewertungsbehörden kritisiert wird. Jetzt muss Minister Schmidt endlich handeln. Er muss die mangelhafte Risikobewertung seiner Behörde einkassieren und dafür sorgen, dass die Glyphosat-Bewertung noch einmal komplett neugestartet wird.

Nur allzu oft wird in der Glyphosat-Debatte den Kritikern des Pflanzengifts mangelnde ,Wissenschaftlichkeit‘ unterstellt. Der Offene Brief zeigt, dass genau das Gegenteil der Fall ist: die Prüfbehörden ignorieren munter wissenschaftliche Standards und verweigern jede Transparenz, um zum gewünschten Glyphosat-Freispruch zu kommen. Wir erwarten nicht nur von Herrn Schmidt, sondern auch von der EU-Kommission eine aussagekräftige Antwort auf diesen Appell aus der Wissenschaft.

Nächste Woche tagt der auch für Pestizide zuständige Ausschuss der EU-Kommission für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel mit Regierungsvertretern aller EU-Staaten. Auf der Tagesordnung steht die EFSA-Empfehlung für Glyphosat. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, die EFSA-Empfehlung nach Parma zurückzugeben und neu aufzurollen.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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