Pressemitteilung 02.12.2016

Automobilindustrie: Realitätsverlust gefährdet Arbeitsplätze

Zum heutigen Jahresabschluss und Ausblick des Verbands der Automobilindustrie (VDA) erklärt Stephan Kühn, Sprecher für Verkehrspolitik:

Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze stehen bei der deutschen Automobilindustrie auf dem Spiel, wenn sie so weiter macht wie bisher. Der Interessensverband VDA hat lange genug aufs falsche Pferd gesetzt: Statt dafür zu sorgen, dass sich Innovationen im Markt durchsetzen, hat er jahrelang mit einem angeblichen „Clean Diesel“ Verbraucherinnen und Verbraucher getäuscht.

Der VDA muss aufpassen, dass er nicht zu einem Dinosaurier der Verkehrswelt wird. Während Matthias Wissmann weiter das Märchen vom Klimaschutz mit fossilen Verbrennungsmotoren erzählt, stellt sich die Welt auf eine umfassende Verkehrswende ein. Immer mehr Städte setzen auf abgasfreie Mobilität, China wird eine Verkaufsquote für Elektroautos einführen, Südkorea, China und die USA eilen Deutschland bei der Batterieentwicklung voraus.

Einige deutsche Autobauer sind schon weiter als ihr Lobbyverband: Wenn einige Hersteller nun dem Elektro-Pionier Tesla nacheifern und ein Akku-Schnellladesystem aufbauen, ist das ein wichtiger Schritt in eine neue Richtung. Statt weiterhin gegen strenge Verbrauchs- und Schadstoffgrenzwerte zu lobbyieren, sollte sich der Verband ernsthaft für einen schnellen Durchbruch der Elektromobilität einsetzen. Aus alten Automobilherstellern müssen neue Mobilitätsdienstleister werden. Die deutsche Automobilindustrie hat nur eine Zukunft auf dem Weltmarkt, wenn sie bei der Verkehrswende aktiv mitmacht.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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