Pressemitteilung 15.06.2016

ITER: Keine weiteren Gelder für Fusionsreaktor

Anlässlich der heute und morgen stattfindenden ITER-Ratssitzung, in der über den Umgang mit den erneuten Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen beim ITER-Projekt beraten wird, erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Es klingt wie ein schlechter ‚running gag‘: der Fusionsreaktor ITER wird teurer und kommt später. Von ursprünglich geplanten 4,6 ist man mittlerweile bei rund 20 Milliarden Euro angekommen. Das erste Plasma wird nicht vor dem Jahr 2025 erzeugt werden. Wenn überhaupt, dann würde diese Technologie frühestens im Jahr 2050 einsatzreif sein. Bis dahin werden wir unsere Energieerzeugung längst vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt haben müssen. Wind- und Sonnenstrom werden dann unschlagbar günstig sein. Die zentrale, schlecht regelbare Großstromerzeugung von Fusionsreaktoren ist schon heute nicht mehr zeitgemäß.

Es ist ein gutes und wichtiges Signal, dass die Bundesregierung gemeinsam mit Luxemburg, Österreich und Griechenland den Atomkraft-Ausbauplänen der EU-Kommission eine klare Absage erteilt hat. Jetzt müssen aber endlich Taten folgen. Deutschland darf keine weiteren Steuergelder in dem ITER-Milliardengrab versenken und muss sich auf den Weg in Richtung Ausgang machen. Die finanziellen Mittel, die die Kernfusion bindet, werden in der Energieforschung dringend für offene Fragen der Energiewende gebraucht. Dort können sie zeitnah einen zentralen Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise leisten.

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