Pressemitteilung 05.04.2017

Berufsbildungsbericht 2017: Bundesregierung lässt Jugendliche bei der Suche nach betrieblichen Ausbildungsplätzen im Stich

Zum heute von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka vorgestellten Berufsbildungsbericht 2017 erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Die Bundesregierung lässt besonders Jugendliche mit Hauptschulabschluss, junge Erwachsene und Geflüchtete bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz im Regen stehen.

Ihr Berufsbildungsbericht offenbart, dass viel zu viele junge Menschen vergeblich nach einer Berufsausbildung suchen. Allein im März 2017 fanden knapp 300.000 Jugendliche nach Schulabgang keinen Ausbildungsplatz. Sie alle fehlen der Wirtschaft damit schon morgen als zukünftige Fachkräfte. Darüber beklagt sich die Wirtschaft laut und vernehmlich. Gleichzeitig bildet aber nur noch jeder fünfte Betrieb aus. Das noch im Koalitionsvertrag aufgeführte Versprechen einer „Ausbildungsgarantie“ hat die Große Koalition nicht eingelöst. Stattdessen haben es sich Union und SPD auf dem Ruhekissen der guten Konjunktur gemütlich gemacht. Sie haben keine der beunruhigenden Entwicklungen gestoppt, die jede Bildungsministerin um den Schlaf bringen muss:

Jugendliche mit Hauptschulabschluss haben kaum noch Chancen auf einen Ausbildungsplatz ihrer Wahl. Zwei Drittel des Angebots der Industrie- und Handelskammern setzt den mittleren Schulabschluss voraus. Auch ein guter mittlerer Schulabschluss ist längst keine Garantie mehr für einen Ausbildungsplatz.

Auch ausbildungsinteressierte Geflüchtete lässt die Bundesregierung im Regen stehen: Die Integrationsangebote für geflüchtete Jugendliche und junge Erwachsene greifen zu kurz und zu spät. Selbst nach zwei Jahren ist die Bundesregierung nicht in der Lage, Integrationsangebote so zu strukturieren, dass der Sprung in die Betriebe gelingt.

Seit drei Jahren spricht die Bundesbildungsministerin zudem von den „regionalen Disparitäten“, die der Bericht aufzeige. Bis heute fehlt dieser Regierung aber jede Idee, wie soziale und regionale Unterschiede auf dem Ausbildungsmarkt verringert werden können. Nichts zu sehen von einem Wohnheimprogramm, verlässlichen Mobilitätshilfen oder regionalen Netzwerken. Auch der groß angekündigte Digitalpakt, der die Berufsschulen ans Netz und ins digitale Zeitalter bringen sollte, droht wegen der Erhöhung des Verteidigungsetats unter die Räder zu kommen.

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