Pressemitteilung vom 09.10.2019

30 Jahre Friedliche Revolution

Zum 30. Jahrestag der ersten großen Montagsdemonstration in Leipzig erklärt die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt:

Am 9. Oktober 1989 geschah in Leipzig das Unerwartete. 70.000 Menschen gingen als Protest gegen die Staatsmacht der DDR auf die Straße. Erst Plauen, dann Dresden, nun Leipzig – ein Damm war gebrochen und immer mehr Menschen strömten auf die Straße, um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen. Menschen, die die über Jahrzehnte geschürte Angst vor der Macht des Staates, vor Strafjustiz und Willkür abschüttelten. Sie hatten Mut gefasst und schritten im aufrechten Gang, mit Kerzen in den Händen, dieser Staatsmacht entgegen. Auf den Ruf „Keine Gewalt" hatte der Staat, welcher bisher mit Gewalt reagierte, keine Antwort. Die Revolution im Land war nicht mehr aufzuhalten.

Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass der Fall der Mauer vor 30 Jahren und der Weg zur Deutschen Einheit eine Vorgeschichte hatte. Die Mauer ist nicht einfach so eingefallen. Sie wurde zum Einsturz gebracht von den Demonstranten in Plauen, Dresden und Leipzig, durch die tausenden Menschen in der damaligen DDR, die für Demokratie, Freiheit und das Ende von Überwachung demonstrierten. Diesen Menschen gebührt der Verdienst der Friedlichen Revolution. Dafür gebührt ihnen großer Dank. Sie haben gezeigt, dass Politik den Mut zur Gestaltung und den Willen zur Verantwortung braucht. Das ist der Geist von 1989, den es zu bewahren gilt für die politischen Aufgaben, die noch vor uns liegen. 

Umso wichtiger ist es, all jenen entschieden entgegen zu treten, die mit rechtspopulistischen Parolen das Erbe der Friedlichen Revolution kapern wollen. Die Demokratie, die wir damals gewonnen haben, gilt es heute zu verteidigen. Dazu müssen wir Demokratiefeinden entschieden die Stirn bieten – auf der Straße, im Netz, in politischen Debatten.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher